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Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 04:06 Uhr

Großstadtleben gegen Nolde-Idylle

vom

Tapetenwechsel: Seit April ist Sandra Schwarzer neue Pressesprecherin der Nolde Stiftung Seebüll

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Neukirchen | Den Ausspruch "raus aufs Land" hat Sandra Schwarzer wortwörtlich genommen. Die 42-Jährige tauschte ihr Berliner Großstadtleben gegen die weitläufige Landschaft Nordfrieslands ein und ist seit Anfang April Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Sponsoring der Nolde Stiftung Seebüll. Sandra Schwarzer übernimmt einen Teil der Aufgaben von Abteilungsleiter Dr. Jörg Garbrecht, der die Stiftung vor rund einem Jahr verließ.

18 Jahre lebte die gebürtige Wilhelmshavenerin in der deutschen Hauptstadt, dann sei es an der Zeit für einen Tapetenwechsel gewesen. Die Ausschreibung der Stelle in der Nolde Stiftung Seebüll kam da wie gerufen. "Ich finde es toll, statt Mülltonnen Rehe vor dem Fenster zu sehen", sagt sie lachend. Doch nicht die Lage, sondern in erster Linie die Möglichkeit, all ihre Erfahrungen in einem Job bündeln zu können, sei das Verlockendste an ihrer Tätigkeit.

Und Erfahrungen kann die zierliche Norddeutsche jede Menge vorweisen. Neben einem Studium in Publizistik und Kommunikationswissenschaften mit zwei Semestern am Studiengang "Communication Studies" in Edinburgh verfügt sie über ein Studium MBA Kulturmarketing und einem Grundstudium in Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte. Langjährige Berufserfahrungen sammelte sie als Referentin für Politik und Kommunikation bei der Europäischen Bewegung Deutschland sowie in der Öffentlichkeitsarbeit für verschiedene Projekte der Kulturstiftung des Bundes; zuletzt war sie vier Jahre als Leiterin der Kommunikation beim Netzwerk Neue Musik tätig.

Sandra Schwarzer ist eine unkomplizierte und sehr fröhliche Gesprächspartnerin, die offen alle Fragen beantwortet. So berichtet sie, dass sie zu Emil Nolde seit fast 30 Jahren einen besonderen Bezug hat. Als Kind half sie einmal bei der Reinigung eines Buchgeschäftes und durfte sich als Dank dafür eines der Bücher aussuchen. "Ich wählte einen großen, schweren Bildband von Emil Nolde, den ich seitdem hege und pflege", verrät Sandra Schwarzer. Doch erst mit dem Umzug hierher konnte sie für seine Bilder ein richtiges Verständnis entwickeln. Viele Motive, die die Norddeutsche der Fantasie des Künstlers zugeschrieben hatte, wären hier vor Ort tatsächlich zu finden - allen voran in den Lieblingsbildern der 42-Jährigen, den Meerbildern.

Privat schätze sie vor allem zeitgenössische Künstler wie etwa den Dänen Sergej Jensen oder auch den Chinesen Qiu Shihua. Bei beiden Künstlern erschließen sich viele Gemälde erst nach langer und eingehender Betrachtung. Auch einige Arbeiten Emil Noldes könne Sandra Schwarzer mit völlig anderen Augen sehen, wenn sie nachlese, in welchem Kontext bestimmte Bilder entstanden sind. An dem Expressionisten fasziniere sie am meisten, dass seine Arbeit so vielfältig sei, berichtet Sandra Schwarzer.

Auch ihr eigener Tätigkeitsbereich in der Nolde Stiftung Seebüll wird sehr vielfältig sein. Ihre Aufgaben reichen von der Öffentlichkeitsarbeit über Marketing, Sponsoring und Copyrights-Verwaltung bis hin zur Betreuung des Museumsshops. Viele neue Ideen, wie die Erweiterung der Homepage oder die Einführung eines Newsletters hat sie bereits in Planung.

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