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Niebüll: Südtor der Christuskirche wird erneuert : Großspende ermöglicht Sanierungsbeginn

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das historische Südportal der Christuskirche wird derzeit mit Spendengeldern aufwendig instand gesetzt.

Es gehört zur Christuskirche wie der Glockenturm: das Südportal. Seit zwei Tagen wird es aufwendig und behutsam saniert. Dass die Arbeiten schon jetzt begonnen haben und nicht – wie ursprünglich geplant – in erst zwei oder drei Jahren, ist einem großzügigen Spender zu verdanken, der ungenannt bleiben möchte.

14  000 Euro hatte die Kirchengemeinde bereits mit ihrer Spendenaktion „Kirchendenkmal“ zusammengetragen, berichtet Pastorin Sylvia Kilian-Heins. „Wir sind dankbar für jeden Euro.“ Die Bauabteilung des Kirchenkreises – sie hat übrigens auch die Oberaufsicht über das Projekt – hatte die Gesamtkosten für die Sanierung allerdings unlängst mit rund 30  000 Euro beziffert. Der ungenannte Spender erfuhr davon und erklärte sich bereit, die Differenz zu übernehmen. Bedingung: Die Sanierung werde noch in diesem Jahr in Angriff genommen. Kirchengemeinde und Bauausschuss nahmen die großzügige Geste dankend und voller Begeisterung an.

Bereits 1778 wurde das Südportal der Christuskirche errichtet. Kennzeichnend sind zwei verschieden große Tore, auf denen je drei Symbole in einem Kreuz angeordnet sind: Ringe, Waage und Schwert sowie Kreuz, Herz und Anker.

Im Gegensatz zu seinem „Kollegen“, dem längst erneuerten Nordportal, ist das Bauwerk in seiner Urspünglichkeit erhalten, bemerkt Kurt-Heinz Jappsen, Mitglied im Kirchenbauausschuss. „Es ist noch das Originaltor“, ergänzt Christian Meyer-Dulheuer, seit mehr als drei Jahren Vorsitzender des Gremiums. Einst führte es zu einem heute nicht mehr bewirtschafteten Friedhof. Drei massive Eingangstore (auch mit den nicht mehr gebräuchlichen Begriffen Stegel oder Spange bezeichnet) umgaben diesen, nur noch zwei sind heute erhalten.

Bereits 1925 wurde das Südtor restauriert, jetzt wird es erneut in Angriff genommen. Denn: „Die Steine sind kaputt, die Fugen rott“, moniert Kurt-Heinz Jappsen. „Schon viele Jahre haben wir das Thema in Sitzungen diskutiert.“ Den Zuschlag für die Arbeiten hat nach öffentlicher Ausschreibung ein Husumer Baugeschäft bekommen. Bauleiter ist Stefan Borowski. Gemeinsam mit drei Kollegen ist er schätzungsweise zwei bis drei Wochen am Werk. „Wir werden die Fugen ausflexen, Algen- und Moos-Entferner einsetzen, Steine auswechseln und die Fugen mit Muschelkalk-Fugenmörtel erneuern“, beschreibt der Handwerker die bevorstehenden Arbeiten. Der Einsatz von Glaspudermehl sorgt dafür, dass die Patina vom Stein hervorgehoben wird. Abschließend wird die Fassade mit einer Imprägnierungscreme versiegelt. Die Handwerker kennen sich aus, sind sie doch auf Sanierungen dieser Art spezialisiert. Verwendet werden alte Steine, denn das Ergebnis soll, so Stefan Borowski, möglichst original aussehen. Auch am Nordportal werden bei dieser Gelegenheit ein paar Fugen erneuert. „Aber dort ist es nicht so schlimm.“

Christian Meyer-Dulheuer: „Ich freue mich auf den Tag, an dem durch das Tor wieder Schulkinder laufen.“ Bis dahin ist es abgesperrt, darf aus Sicherheitsgründen keinesfalls genutzt werden. Und in diesem Zusammenhang gibt es eine weitere gute Nachricht aus dem Kirchenbauausschuss: Der insbesondere im Winter bei Dunkelheit problematische Fußweg entlang der Christuskirche – er verbindet den Stadtkern und die Schulen mit dem Bahnhof – erhält die schon sehnlichst gewünschte Beleuchtung. Meyer-Dulheuer: „Die Genehmigung liegt vor, vom Landeskirchenamt gibt es eine mündliche Zusage über eine Kostenbeteiligung, auf die schriftliche warten wir noch.“ Als nächstes möchte die Kirchengemeinde einen Antrag an die Stadt stellen – ebenfalls mit der Bitte, sich finanziell zu beteiligen.

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erstellt am 21.Jun.2016 | 10:44 Uhr

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