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Leck : Großes Interesse an der Ausbildungswerkstatt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

56 Lehrlinge der bundeswehreigenen Werkstatt informierten beim Tag der offenen Tür ausgiebig über die Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2015 | 10:00 Uhr

Man nehme eine Platine, Kondensatoren, Transistoren, LEDs und Batteriechips – genau platziert und angelötet entsteht eine astabile Kippstufe. Das und vieles mehr zeigten 56 Auszubildende der bundeswehreigenen Werkstatt den zahlreichen Besuchern. Beim Tag der offenen Tür informierten sie sich gestern Nachmittag ausgiebig über die Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme.

Der Ansturm war groß in der Werkstatt auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes. Junge Leute, die einen Praktikumsplatz suchen, solche, die sich um diese Ausbildung bewerben wollen sowie Eltern, deren Zöglinge diese Ausbildung gerade absolvieren, waren gekommen. Die Ausbilder um Ausbildungsmeister Marco Lüdrichsen standen gern Rede und Antwort, nahmen die Scheu vor so viel Technik. Um diesen anspruchsvollen Beruf ausüben zu können, sollte man allerdings ein bisschen Interesse für Physik und Mathe mitbringen, Englisch ist ebenso hilfreich im Zeitalter des Internets. Den Blick über die Schulter ließen nun 54 Jungen und zwei Mädchen zu. Teilen, bohren, sägen, das Erlernen des Grundwissens über Metall, Einblick in Elektrotechnik und Elektronik bis hin zum Selbstbau eines Vielfachmessgerätes stehen beispielsweise auf dem Plan im ersten Ausbildungsjahr. Vor gut drei Wochen haben 14 „Neue“ dieses begonnen, und Patrick Wende zog sein erstes Fazit: „Das bringt richtig Spaß!“

Alle Auszubildende hatten Projekte vorbereitet, stellten sie vor und setzten sie unter den Augen von Neugierigen um. Unter anderem wurde eine Ampelfunktion im Computer programmiert und auf ein Modell übertragen. Rote und grüne Lämpchen blinkten auf und regelten den Verkehr auf der Mini-Kreuzung. Die Plastikmännchen und die Spielzeugautos wurden allerdings per Hand bewegt. Wenn es blinkte, war die Arbeit fast überall erfolgreich. So auch bei der Digitaluhr im Raum des vierten Ausbildungsjahres: Alles richtig gemacht von der Layout-Erstellung über das Gehäusebauen und Programmieren von Microcontrollern bis hin zur Dokumentation.

Das Echo auf den „Tag der offenen Tür“ fiel wieder einmal sehr positiv aus. Das freute allen voran Ausbildungsmeister Marco Lüdrichsen: „Wir initiieren diese Veranstaltung, um für Nachwuchs zu werben“, sagte er.

1979 nahm die Werkstatt ihre Arbeit auf. Seinerzeit herrschte akuter Lehrstellenmangel insbesondere für technische und elektronische Berufe. Mit der zivilen Ausbildung hatte man drei Ziele verfolgt, die noch heute Gültigkeit haben: In der strukturschwachen Region sollte das Ausbildungsangebot verbessert sowie den Kindern von Bundeswehrangehörigen attraktive Ausbildungs- und Arbeitsplätze geboten werden. Nicht zuletzt wollte man natürlich den Eigenbedarf decken und die gut qualifizierten Facharbeiter übernehmen. Bis heute wurden 462 junge Menschen ausgebildet, 56 befinden sich derzeit in der Ausbildung. Nach der Auflösung der Flugabwehrraketengruppe 25 wurde die Werkstatt der Flugabwehrraketengruppe 26 in Husum unterstellt. Es ist im Gespräch, die Einrichtung ab 1. Januar 2016 dem Bataillon Elektronische Kampfführung 911 in Stadum anzugliedern.

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