zur Navigation springen

Nach dem Sturm : Großes Aufräumen im Kletterpark

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Gerade werden die letzten Orkan-Spuren beseitigt: Am Ostersonntag eröffnet der Hochseilgarten Filu für Menschen mit und ohne Handicap wieder seine "Tore".

von
erstellt am 05.Apr.2014 | 07:15 Uhr

Noch gibt es viel zu tun. Motorsägen heulen, schweres Gerät brummt – und fleißige Arbeiter befreien den Klettergarten „Filu“ Stück vom Holzeinschlag. Die Herbstorkane „Christian“ und „Xaver“ haben deutliche Spuren hinterlassen: Hier ragt ein riesiger Wurzelteller eines umgestürzten Baumes empor, dort treffen im Teilstück des Langenberger Forsts gestapelte Stämme auf herabgefallene Äste und Zweige.

Aber nicht mehr lange: Denn in zwei Wochen startet die zweite Saison für den besonderen Klettergarten, in dem sich auch Menschen mit Behinderung in luftige Höhen begeben können. „Besonders ,Christian’ hat gewütet. Das war schon ein Schock zum Ende unserer ersten Saison“, berichtet Detlef Fischer, der gemeinsam mit Hans-Günter Lund Geschäftsführer und Initator des Filu ist. Zum Beispiel hat ein umgestürzter Baum die Kletterwand hochgehoben und ein Stück verschoben, neue Elemente wurden unter Bäumen begraben, Seile müssen neu gespannt und jede Menge Holz abtransportiert werden.

Doch so lang die Liste der Aufgaben auch ist, der Vorfreude des Filu-Teams tut das keinen Abbruch. „Wir machen das Beste daraus“, sagt Detlef Fischer. Der materielle Schaden werde durch die Versicherung aufgefangen – „und ein paar schöne Stämme behalten wir gleich zum Balancieren da“, so der pragmatische Geschäftsführer. „Es ist jetzt ein bisschen lichter im Klettergarten geworden“, sagt Team-Mitglied Stephan Schmitt mit Blick auf den sturmbedingt dezimierten Baumbestand. „Das bedeutet aber auch, dass die Sonne besser durchkommt und es beim Klettern wärmer wird“, ergänzt seine Kollegin Greta Siispool.

Und bis zur Eröffnung am Ostersonntag wird Filu um einige neue Elemente reicher sowie sicher und barrierefrei sein, verspricht das Filu-Team. Als einziger Klettergarten im norddeutschen Raum bietet die Anlage Menschen mit Handicap die Möglichkeit, sich im Hochseilbereich an verschiedenen Kletter-Elementen zu erproben. Die Mitarbeiter sind speziell auf die Sicherheit und Betreuung von Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen geschult.

Rollstuhlfahrer gelangen aus eigener Kraft oder durch Hilfe der Mitarbeiter mit einem Aufzug auf eine 45 Quadratmeter große und fünf Meter hohe Plattform und einem Parcours mit Elementen wie Hochbrücke und Hochwippe. Zudem gibt es den Hochseil-Bereich in sieben Metern Höhe, an denen Kletterer sich von Seil zu Seil schwingen, über ein Spinnennetz hangeln oder schwingende Rundhölzer überwinden muss. „Entscheidend ist das gemeinsame Erlebnis, das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung“, verdeutlicht Detlef Fischer.

Neben dem freien Klettern hat der Hochseilgarten auch Teamschulungen im Angebot: Firmen, Behörden, Bildungseinrichtungen und Vereine können aus verschiedenen Programmen eine individuelle Schulung wählen. Diese Gruppenkurse werden von erfahrenen Trainern geleitet und können gezielt zur Stärkung der Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und Leistungsfähigkeit sowie zur Konfliktlösung eingesetzt werden.

Los geht die Klettersaison am 20. April um 14 Uhr mit dem Ostereier-Suchen des HGV Leck: Eingeladen sind alle Kinder, die Spaß daran haben, jede Menge süße Überraschungen zwischen „Stock und Stein“ im Klettergarten zu finden. Ab 15 Uhr folgt eine besondere Kletteraktion, bei der alle Besucher, die mindestens acht Jahre alt und 140 Zentimeter und größer sind, zu vergünstigten Preisen klettern können. Zusätzlich gibt es einen Infostand zum Thema Teamschulungen; Die neue, rollstuhlgerechte Teamwippe lädt zum Gemeinschaftserlebnis ein, außerdem können sich Besucher im Kisten stapeln messen.

 

Fantasievolle Kreationen erwünscht:

Zur Eröffnung veranstaltet „Filu“ einen großen Oster-Kletterhasen-Bastelwettbewerb. Kinder bis 14 Jahre und Erwachsene können ihre gebastelten Kletterhasen ab sofort bis zum 17. April, 15 Uhr, bei Filu im Büro (Rudolf-Diesel-Straße 19 in Leck) abgeben. Eine Jury wird dann am Ostersonntag um 16 Uhr direkt im Klettergarten die besten Hasen in den Alterskategorien bis fünf Jahre, sechs bis  zehn Jahre, elf bis 14 sowie 15plus Jahre küren. Es gibt tolle Preise zu gewinnen. An dem Eröffnungstag werden die fünf besten gebastelten Oster-Kletterhasen prämiert. www.klettern-leck.de
 

 

Standpunkt: Große Ideen brauchen Durchhaltevermögen

von Dorthe Arendt

Entstanden ist der Klettergarten Filu laut  Mit-Initiator Detlef Fischer „aus einer Kaffeelaune heraus“. Das Unternehmen Offtec in Enge-Sande nahm seinen Anfang beim Feuerwehrfest  am Tresen,   berichtete Marten Jensen beim Richtfest des neuen Maritimen Trainings-Centrums.  Das sind gleich zwei lokale Beispiele dafür, dass Ideen für neue, erfolgreiche Projekte  nicht unbedingt auf Kongressen, in Brainstorming-Marathons oder Arbeitskreisen entstehen. Herausragende Ideen bei Kaffee oder Bier haben wohl viele schon gehabt. Entscheidend ist aber nicht der gute Gedanke allein, sondern die Umsetzung. Sowohl beim Filu als auch bei Offtec hat es Jahre gedauert, bis aus Ideen   Vorzeigeprojekte geworden sind, die überregional erfolgreich sind. Wer aus seiner Kaffee- oder Bier-Idee etwas machen möchte, muss investieren: Mut, Zeit, Geld, Kraft – aber vor allem Durchhaltevermögen.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen