Großer Bahnhof zum Jubiläum

Stadums Wehrführer Dirk Sönksen mit der neuen Ehrengabe in Silber im Festzelt.
Stadums Wehrführer Dirk Sönksen mit der neuen Ehrengabe in Silber im Festzelt.

Freiwillige Feuerwehr Stadum feierte zwei Tage lang ihr 125jähriges Bestehen / Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold für Jürgen Sönksen

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04. Mai 2015, 10:34 Uhr

Mit einem rauschenden Festball, Festakt, Maibaumaufstellen und Spielen feierte die Freiwillige Feuerwehr Stadum an zwei Tagen ihr 125jähriges Bestehen. „Es ist ein gutes Gefühl für alle Einwohner, dass Sie zu Hilfe eilen, wenn Not am Mann ist“, würdigte die 2. stellvertretende Kreispräsidentin, Margarethe Ehler, den Einsatz. Aber die Feuerwehr sei gleichfalls ein unverzichtbarer Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens in der Dorfgemeinschaft.

Am 4. Mai 1890 wurde die Freiwillige Feuerwehr in Stadum ins Leben gerufen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten unter anderem Bäckermeister Hans Friedrichsen, Bauer Moritz Mommensen, Schmied Daniel Carstensen, Bauer Lorenz Petersen und Gastwirt Hans Nommensen. Mit Löscheimern und Feuerpatschen, mit Leitern und Äxten waren die Männer zu jener Zeit dem Feuer zu Leibe gerückt. Die Geschichte der Wehr ist facettenreich, erinnerte Wehrführer Dirk Sönksen beim Festakt vor 95 Gästen. Neben den beiden Weltkriegen, der Weltwirtschaftskrise dazwischen, dem Wiederaufbau und großen Aufschwung in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts haben auch der technische Fortschritt und der grundsätzliche Wandel der Zeit seine Spuren in der Wehr hinterlassen. „Nicht das Feuer, sondern die technischen Hilfeleistungen sind vermehrt in der Einsatzstatistik zu finden“, sagte Sönksen. Nur eines habe sich nicht verändert: „Unser Motto ist: Einer für alle und alle für einen. Denn nur zusammen sind wir stark, effektiv und meistern erfolgreich unsere Arbeit“. Die Wehr zählt heute 35 Aktive, zwölf Ehrenmitglieder und sechs Mitglieder in der Jugendabteilung.

Die Reihe der Redner war lang, der Tisch füllte sich mit Geschenken. Allen voran überreichte Margarethe Ehler die Ehrenurkunde des Landes Schleswig-Holstein sowie die Ehrengabe, die Glocke in Silber. Gemeinsam mit Bürgermeister Werner Klingebiel übernahm sie eine hohe Auszeichnung: Ehrenwehrführer Jürgen Sönksen wurde für 40-jährige treue Pflichterfüllung das Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold am Bande verliehen.

Anerkennung und Dank sprach Werner Klingebiel aus. Auch er verglich die Aufgaben der Feuerwehr von früher mit denen von heute. „Gerade in der heutigen Zeit, die zunehmend vom materialistischen und kapitalistischen Gedankengut und Streben geprägt ist, ist die Erfüllung des Auftrages schwieriger geworden“, überlegte er. Deshalb wünsche er, dass sich jederzeit genügend Freiwillige zur Verfügung stellen und dass sich der Geist der Gründungsväter auf die kommenden Generationen übertrage. Glückwünsche der 132 nordfriesischen Feuerwehren, der 54 Jugendwehren sowie der 21 Musikzüge überbrachte Christian Albertsen. Der Kreiswehrführer zog seinen Hut vor Achtung und Respekt für die geleistete Arbeit: „Darauf dürft ihr ruhig ein bisschen Stolz sein.“ Zur Erfolgsgeschichte der Wehr gratulierte Pastor Peter Janke. Der Leitspruch „Gott zur Ehr’ dem Nächsten zur Wehr“ sei keineswegs überholt oder veraltet. Die Feuerwehr sei eine Gemeinschaft, die genau dies tue. Ohne viel zu reden werde oft genug ganz praktisch und konkret zugelangt: „Wenn sich die Feuerwehr in Stadum um etwas kümmert, Menschen in Not hilft oder sich auf gesellschaftlichem Parkett engagiert, dann weiß man: Das klappt!“

Die „gewaltige Leistung“ der Wehr würdigte der Kommandeur des Bataillons Elektronische Kampfführung 911, Fregattenkapitän Karsten Sinner. Sein Geschenk kam überaus gut an: Der Feuerwehr wird eine Übung auf dem Kasernengelände in einem alten, leerstehenden Gebäude vor dem Abriss ermöglicht.

Stellvertretend für alle Vereine brachte der Vorsitzende des Ortskulturringes, Manfred Hopf, die Meinung aller Redner noch einmal auf den Punkt: „Die soziale und kulturelle Bedeutung der Feuerwehr ist nicht hoch genug zu bewerten. Ohne deren Einsatz veröden unsere Dörfer.“

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