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Einsatz in Niebüll : Groß-Kontrolle zur Punschzeit

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Alkoholkontrolle am Mittwochabend in Niebüll: Das Ergebnis ist positiv, aber es gab auch Überraschungen. Die gute Nachricht: Einige wenige Autofahrer hatten zwar getrunken, blieben aber unter der 0,5-Promille-Grenze.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2013 | 18:50 Uhr

„Guten Tag. Alkoholkontrolle. Bitte Ihren Führerschein.“ Die Antwort auf die höfliche aber bestimmt klingende Frage eines Polizeibeamten der Polizei Husum: „Sorry, meinen Führerschein haben Sie.“ Damit war klar, dass der Polizei gleich ein „dicker Fisch“ ins Netz gegangen war: Der 44-jährige Fahrer einer Nobelkarosse, der sich nun wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, strafbar nach § 21 des Straßenverkehrsgesetzes, verantworten muss. Am Mittwoch zwischen Dämmerung und Dunkelheit führte ein zehnköpfiges Aufgebot des polizeilichen Fachdienstes Husum und der Bundespolizei eine Alkoholkontrolle durch. Bezogen auf die vorweihnachtliche Zeit trägt eine solche Aktion den Namen „Punsch-Kontrolle“.

Als Standort wurde der an der Ausfallstraße Peter-Schmidts-Weg gelegene geräumige Hof der Feuerwache gewählt, wo mehrere nebeneinander aufgereihte Streifenwagen Gassen bildeten, in denen Zweierteams die Kontrollen durchführten. Federführend war das Polizeirevier Niebüll. Organisiert wurde das „Unternehmen Punsch-Kontrolle“ von Polizeioberkommissar Philip Pfeiffer.

 

Als Hauptanliegen dieser Kontrolle nannte der Niebüller Polizeibeamte, Zeichen dafür zu setzen, sich nur alkoholfrei hinters Steuer zu setzen. In Nordfriesland ereigneten sich seit Jahresbeginn bis heute 70 Alkoholunfälle mit Verletzten, davon die Hälfte mit Schwerverletzten, berichtete Oberkommissar Matthias Glamann, Pressesprecher der Polizei Flensburg.

Über den eigentlichen Zweck hinaus gab es zwischen den Beamten sowie den Verkehrsteilnehmern auch nette Gespräche. „Huuch, bin ich etwa zu schnell gefahren?“, wollte Birgit Jürgensen aus Niebüll wissen, die als Allererste zur Kontrolle hereingewinkt wurde. „Nein, sind Sie nicht“, wurde sie beruhigt. Udo Jacobsen aus Klixbüll wurde sogar für die vorbildlich auf seinem Anhänger gesicherte Ladung Kaminholz gelobt. Einige wenige Autofahrer hatten zwar Punsch getrunken jedoch nur bis unterhalb der „verfolgungs-irrelevanten“ Grenze von 0,5 Promille. Teilweise waren es auch Handwerker, die nach getaner Arbeit einen „winzig Kleinen“ genommen hatten. Das Auge des Gesetzes hatte zudem kleine Mängel entdeckt wie etwa die an der Beleuchtung oder winzige Kleinigkeiten. Auch fehlten die Fahrzeugpapiere. „Unterm Strich kann man das Ergebnis als positiv bezeichnen“, erklärte Oberkommissar Glamann.

5 Fragen an...Matthias Glamann

Auf den Weihnachtsmärkten haben die Punsch-Stände Hochkonjunktur. Viele Autofahrer unterschätzen aber  die Wirkung der heißen Getränke an kühlen Tagen, warnt Matthias Glamann von der Pressestelle  der Polizeidirektion Flensburg.  Bei den Kontrollen, die in diesen Wochen verstärkt angesetzt werden, geht es vor allem darum, die Gefahr von Alkohol, Drogen und Medikamenten im Straßenverkehr bewusst zu machen.

Warum werden solche Aktionen überraschend durchgeführt? Hätte man die Autofahrer nicht vorwarnen können?

Matthias Glamann: So etwas anzukündigen, gehört nicht zum polizeitaktischen Standard. Wir erhöhen vielmehr das Entdeckungsrisiko, geben aber zugleich bekannt, dass die Kontrollmaßnahmen in den nächsten Wochen verstärkt werden. Wir kontrollieren vor allem die Fahrtüchtigkeit der Autofahrer – zum Beispiel ob Alkohol, Drogen oder beeinträchtigende Medikamente den „Organismus am Steuer“ beeinträchtigen.

Ist denn der Dezember tatsächlich der Monat mit der besten Trefferquote in punkto Alkoholkontrolle?

Auf den Weihnachtsmärkten wird vermehrt Alkohol getrunken – zu jeder Tageszeit. Das gehört zu unserer Kultur. Und leider unterschätzen viele Autofahrer dann die Wirkung der heißen Getränke an den kühlen Tagen. Was zum Beispiel ebenfalls oft nicht berücksichtigt wird: Ein zierlicher Mensch verträgt weniger als ein Mensch mit massiver Statur.

Was droht den Betroffenen?

Ohne dass es zu einem Unfall oder besonderen Ausfallerscheinungen kam, gilt bundesweit : Ab 0,5 Promille wird ein bußgeldbewehrtes Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, ab 1,1 Promille ein Ermittlungsverfahren wegen einer Straftat.

Wie reagieren die Fahrer, wenn sie erwischt werden?

Sehr unterschiedlich, je nach Persönlichkeit. Unter Alkoholeinwirkung wird manch einer leider aber auch recht aggressiv. Das gilt für alle polizeilichen Einsätze.

Sollen die Kontrollen den Bürgern eine Lehre sein?

Wir wollen dazu animieren, sich der Gefahr von Alkoholkonsum im Straßenverkehr bewusst zu sein – besonders in der Weihnachtszeit. Ich rate dringend ab, nach dem Genuss von Alkohol Kraftfahrzeuge zu führen – egal ob nach einer Tasse oder drei Tassen Punsch. Wer sich hingibt und auf dem Weihnachtsmarkt etwas getrunken hat, sollte sich nach Hause fahren lassen oder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, um Leid und Schaden zu vermeiden. Und das ist im Sinne aller.


 

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