Größere Wohnungen gewünscht

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Der erste, fertiggestellte Bereich der Tierauffangstation in Klixbüll wird am 9. August während eines Tages der offenen Tür vorgestellt

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24. Juni 2014, 16:31 Uhr

Neue Wohnungen für Sylter auf der Osterwiese mitten in Wenningstedt: So langsam nimmt das Projekt Form an. Wie hoch die Mieten sein werden und wie viele Wohnungen tatsächlich entstehen werden, steht allerdings noch nicht fest.

„Wir hoffen, dass wir demnächst Klarheit haben, was die Finanzierung angeht“, erklärt Wenningstedts Tourismusdirektor Henning Sieverts. Noch laufen die Verhandlungen mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein. Ein Erstbezug wäre, wenn denn jetzt alles zügig vorangeht, ab 2016 möglich, schätzt Sieverts, dessen Tourismus-Betrieb die Koordination des Projekts in der Hand hat.

Der Satzungsbeschluss, der Baurecht schafft, soll ebenfalls in Kürze erfolgen, ergänzt Bürgermeisterin Katrin Fifeik. Viel Zeit gekostet habe die Gemeinde bei ihrer Wohnungsbauplanung zahlreiche Einsprüche gegen den Bebauungsplan. Auf die nicht verstummen wollenden Bedenken was die Architektur angeht, erwidert sie, dass noch überhaupt nicht feststehe, wie die Häuser einmal aussehen werden. Die im städtebaulichen Entwurf eingezeichneten Baukörper sollen lediglich auf den geplanten Wohnungsbau hinweisen. Wo welche Häuser in welcher Größe stehen, sei noch nicht festgelegt.

Einigkeit bestehe lediglich darin, dass fünf Doppelhäuser auf 3500 Quadratmetern entstehen werden und die Mehrfamilienhäuser auf den verbleibenden 10 644 Quadratmetern geplant sind.

Was aus den bisherigen initiativ eingereichten Wohnungsbewerbungen an die Gemeinde hervorgeht, ist, dass der Bedarf an größeren Wohnungen, sprich ab Drei-Zimmern aufwärts, deutlich höher ist, als an kleinen Ein- bis Zwei-Zimmern. Da schließt sich gleich die Frage nach bezahlbaren Mieten an, die Karin Siebeck vom Innenministerium beantwortet: „Das Innenministerium begrüßt die Initiative der Gemeinde Wenningstedt-Braderup (...) und stellt die neue Inselförderung mit drei Förderstufen mit bezahlbaren Mieten für unterschiedliche Einkommensgruppen in Aussicht. Das Vorgehen mit dem Konzept zur Schaffung gemeindlichen Dauerwohnens in einer vom Tourismus geprägten Region ist für andere Kommunen in ähnlicher Situation beispielgebend.“

Wie will die Gemeinde sicherstellen, dass dort tatsächlich nur Sylter wohnen werden? Mit dieser Problematik habe man sich ausführlich beschäftigt, so Fifeik. Deshalb sei die Gemeinde auch abgekommen von der ursprünglichen Idee, auch Grundstücke auf Erbpachtbasis abzugeben. Es werde eine enge Zusammenarbeit mit dem Einwohnermeldeamt geben und es werde vom Mieter eine Art Selbsterklärung verlangt, was den Lebensmittelpunkt angehe, kündigte der Tourismusdirektor an. Die Verträge seien noch nicht ausgearbeitet, aber die Gemeinde sei sich des Problems der Zweitwohnraumnutzung voll bewusst und man prüfe derzeit alle rechtlichen Möglichkeiten, Missbrauch vorzubeugen.

„Wir wollen kein Ghetto schaffen“, kommt die Bürgermeisterin zum nächsten Punkt. Auf die Osterwiese sollen sowohl Senioren als auch Familien ein Zuhause finden. Eine Matrix, wer sich bewerben kann und welche Nachweise einzureichen sind, ist in Bearbeitung. Dass der dort geschaffene Wohnraum nicht ausreicht, um den tatsächlichen Bedarf zu decken, ist der Gemeinde klar. „Es ist ein erster wichtiger Schritt. Wir haben im Gegensatz zu anderen Inselorten noch mehr Potenzialflächen, auf denen Dauerwohnraum entstehen kann“, so Katrin Fifeik. Jetzt habe aber die Osterweise erstmal Priorität.

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