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Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 07:08 Uhr

Grenzenlos musikalisch

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Anne Petersen aus Aventoft leitet das dänische Feuerwehr-Orchester: Im Interview spricht sie über grenzenlose Musik-Liebe und reizvolle Reisen.

Das dänische „Hoyer Frivillige Brandvaerns Orkester“ feiert am Sonnabend, 24. Mai, sein 90-jähriges Bestehen. Von 11 bis 13 Uhr ist auch die Öffentlichkeit im dortigen Feuerwehrhaus eingeladen. Das Besondere an diesem Musikzug ist aber, dass dort nicht nur Musiker aus der dänischen Heimat, sondern unter anderem auch aus Enge-Sande, Rodenäs, Emmelsbüll-Horsbüll und sogar Westerland spielen.

Und seit genau zehn Jahren hat das dänische Feuerwehr-Orchester zu dem auch eine musikalische Leiterin aus Deutschland, nämlich Anne Petersen aus Aventoft. 28 Frauen und Männer aus der gesamten Region bis hinauf nach Skaerbek und sogar Hadersleben treffen sich einmal wöchentlich zum Üben, um für die zahlreichen Auftritte in Dänemark und Deutschland gerüstet zu sein.


Frau Petersen, seit wann sind Sie der Musik verbunden und welche Instrumente spielen Sie selbst ?
Anne Petersen: Als Achtjährige habe ich 1972 im Posaunenchor in Enge bei Pastor Stümke das Spiel eines Baritons erlernt. Um die Grundkenntnisse und Notenlehre einigermaßen zu beherrschen, dauerte es etwa zwei Jahre. Als Jugendliche nahm ich zwei Mal an 14-tägigen Posaunenlehrgängen auf dem Koppelsberg teil. 1978 trat ich in den zwei Jahre zuvor gegründeten Feuerwehrmusikzug Enge-Soholm ein und erlernte auch noch das Spielen des Flügelhorns. Dort übernahm ich 2003 die musikalische Leitung.

Warum sind Sie als Deutsche Leiterin des Brandvaerns Orkester im dänischen Hoyer geworden ?
Zum 25. Jubiläum des Feuerwehrmusikzuges Enge-Soholm im September 2001 wurde das Brandvaerns Orkester aus Hoyer eingeladen, und dort haben wir auch einige Stücke gemeinsam gespielt. So war der erste Kontakt geknüpft. Danach waren wir immer wieder sporadisch zu Probenabenden in Enge oder Hoyer. Da sich Enge-Soholm aber mangels aktiver Musiker bald danach aufgelöst und Hoyer sich von seinem Dirigenten verabschiedet hatte, wurde ich vor zehn Jahren gefragt, ob ich den Posten übernehmen konnte. Trotz einiger Zweifel habe ich den Sprung gewagt und es bis heute nicht bereut.

Gibt es Unterschiede bei der Handhabung oder Mentalität zwischen deutschen und dänischen Musikern und Orchestern?
Ich lernte die dänische „hyggelige“ Art und Einfachheit kennen. Vieles wird dort nicht so durchorganisiert, wie wir es bei uns kennen. Das dänische Smørrebrød, die Herzlichkeit und Dankbarkeit der Menschen tragen zum positiven Gelingen bei. Wir sind ein gut gemischtes Orchester aus deutschen und dänischen Musikern. Unser Repertoire ist breit gefächert vom Swing, Marsch, Blues, Walzer, Tango bis zum Cha Cha Cha. Nationale und internationale Musik kennt eben keine Grenzen.

Was gefällt Ihnen besonders an der Musik, und was war bisher Ihr schönstes musikalisches Erlebnis?
Es ist für mich faszinierend, wie die Musik begeisternd auf die Menschen wirken kann, egal ob Jung oder Alt. Die Freude in deren Gesichtern oder wenn die Kinder vorne im Kreis tanzen. Wir haben schon viele schöne Erlebnisse gehabt bei Konzerten mit nicht endenden Zugaben oder auch schon mal Tränen der Rührung, beim Tanz mit einem Behinderten im Rollstuhl. Oder Orchester-Reisen wie nach Rügen. Oder Langeness, die für mich einen besonderen Reiz hatten. Die Instrumente wurden in Dagebüll auf die Loren verladen, und wir zockelten dann, ausgerüstet mit Aquavit, über den Damm mit einem Zwischenstopp auf Oland zu einem dreistündigen Konzert im Zelt auf Langeness.

Wie steht Ihre Familie zur Musik, und haben Sie noch weitere Hobbys?
Meine Familie hat mich immer unterstützt. Andere Hobbys sind Walken, Aquajogging und Fahrrad fahren. Aber ich kann mir die Musik aus meinem Leben nicht mehr wegdenken. Deshalb helfe ich bei Bedarf auch gerne bei den Musikzügen in Langenhorn oder im dänischen Padborg aus und spiele dort Bariton oder Flügelhorn. Das ist dann für mich noch entspannender, als vor dem Orchester als musikalische Leiterin zu stehen.



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erstellt am 12.Mai.2014 | 11:49 Uhr

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