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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 17:25 Uhr

Grenzdorf bietet Flüchtlingen Schutz

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Amt Südtondern weitet Unterbringung von Flüchtlingen auf ländliche Gemeinden aus / Asylsuchende beziehen Mehrfamilienhaus in Rosenkranz

von
erstellt am 23.Okt.2015 | 11:50 Uhr

Zu einer Information über die Betreuung von Flüchtlingen hatte der Kultur- und Sozialausschuss der Gemeinde Aventoft in den Gemeinderaum eingeladen. Dieses Thema ist auch im Grenzdorf ganz aktuell, da die ersten Asylsuchenden vor kurzem in ein vom Amt Südtondern angemieteten Mehrfamilienhaus im Ortsteil Rosenkranz eingezogen sind. Wie die vom Amt beauftragten Betreuer Hilke Lehmann und Nils Philipp mitteilten, können dort bis zu 28 Personen in verschiedenen kleinen Einzelwohnungen untergebracht werden. Wegen der großen Anzahl von Flüchtlingen, die das Amt aufnehmen muss, ist eine Verteilung nur auf die Zentralorte nicht mehr möglich, sondern man ist gezwungen, trotz der mangelnden Infrastruktur auch auf die kleineren Dörfer zurück zugreifen, so die Betreuer. Die Flüchtlinge werden bei ihrer Ankunft in Südtondern zunächst mit dem Nötigsten ausgestattet und erhalten eine Info-Mappe. Es gibt zahlreichen Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Mülltrennung und Brandschutz. Die Kleiderkammer ist gut bestückt, und für die Aventofter Flüchtlinge stehen bereits ausreichend Fahrräder zur Verfügung. Zudem will man versuchen, die Bushaltestelle in die Nähe der Unterkunft in Rosenkranz zu verlegen, wie die Ausschussvorsitzende Margot Thomsen erwähnte.

Aber gerade in den ländlichen Gebieten sind die Asylsuchenden auf sehr viel Hilfe im alltäglichen Leben seitens der Bevölkerung angewiesen, wie die Verantwortlichen betonten. Dies gelte für Fahrten zur Tafel und Kleiderkammer ebenso wie bei der Einbindung in das Dorfleben und Vereinen oder Feuerwehren. Deshalb werden dringend Paten für die Flüchtlinge gesucht, die sie in Empfang nehmen und weiter begleiten. „Wir brauchen die Unterstützung der Bevölkerung, denn wir müssen die Flüchtlinge willkommen heißen“, appellierte Hilke Lehmann. Ein Jeder kann aber auch spontan helfen oder mal eine Fahrt übernehmen, ohne gleich Pate zu sein. „Es ist auch eine Bereicherung für uns, denn so lernen wir mal andere Kulturen kennen“, meinte Hilke Lehmann.

Über positive Erfahrungen mit den Asylsuchenden berichteten Regina Stein und Kari Schönfelder aus Emmelsbüll-Horsbüll. Dort gibt es keine spezielle Paten, sondern alle Generationen kümmern sich um die ankommenden Leute. „Wenn man erfährt, welche Odysseè die jungen Flüchtlinge hinter sich haben, die meine Söhne sein könnten, dann muss man einfach helfen“, so Regina Stein überzeugend, „denn wir sehen den Menschen.“ Eine Möglichkeit auf Unterbringung von Flüchtlingen gleicher Nationalitäten und Religionen in den einzelnen Dörfern, wie Aventoft, ist aus organisatorischen Gründen nicht möglich, wie Hilke Lehmann auf Nachfragen bestätigte. Die Betreuer sind aber zwei Mal wöchentlich vor Ort und bringen bei Konflikten auch Dolmetscher mit. Jeden Mittwoch von 13 bis 16 Uhr gibt es Treffen mit den Paten und Flüchtlingen in der Arche am Bachstelzenring in Niebüll. Wie Margot Thomsen mitteilte, soll für die Aventofter Flüchtlinge und deren Betreuer in Rosenkranz demnächst ein gemeinsames Begrüßungs-Café stattfinden. Über die möglichen Aufgaben ehrenamtlicher Helfer und Paten in der Flüchtlingsarbeit wird bei einem Infoabend am Montag, 2. November, 19 Uhr, im Gemeindehaus, Friesische Straße 5 in Niebüll informiert.

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