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Nordfriesland Tageblatt

20. Oktober 2017 | 13:11 Uhr

Gnadenfrist für die Schule?

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Heute vertagt die Gemeinde vermutlich das Aus für die Grundschule Risum / Eltern und auch Gemeindevertreter fordern mehr Zeit für Alternativen

von
erstellt am 10.Feb.2016 | 18:22 Uhr

Um es vorweg zu nehmen: Eine Entscheidung über die Schließung der Grundschule im Ortsteil Risum zum 31. Juli 2017 und deren Zusammenlegung mit der Grundschule Lindholm zum 1. August 2017 (wir berichteten) werden die Gemeindevertreter während ihrer heutigen Sitzung, 19.30 Uhr (Nordfriesischer Gasthof), unter Tagesordnungspunkt 7 voraussichtlich nicht treffen. Bürgermeister Hauke Christiansen versprach während einer Infoveranstaltung, zu der der Elternbeirat der GS Risum eingeladen hatten, den Gemeindevertretern vorzuschlagen, das Thema zur intensiven Beratung in die Ausschüsse zu verweisen. Zu vieles sei ungeklärt, zu viele Fragen unbeantwortet. Das machten im Laufe des Abends der Elternbeirat Risum, die Eltern und Bürger, aber auch Gemeindevertreter wie Vize-Bürgermeister Hans Bruhn deutlich. Sie fühlten sich gar nicht oder zu kurzfristig (13 Tage vor der geplanten Abstimmung) informiert. Auch sollten die Kosten der Schulverlegung und des Schulerhalts gegenübergestellt werden. Geklärt werden müsse beispielsweise die Frage des Transportes (hier stellte Christiansen den Kauf eines Schulbusses durch die Gemeinde in Aussicht). Auf der anderen Seite dränge die Zeit, so der Hinweis von Britta Odemann aus Dagebüll, Zuhörerin und betroffene Mutter. Bis zum Mai müssen sich die Eltern der Schulanfänger entschieden haben, wo sie ihre Kinder für die nächsten vier Jahre einschulen wollen. Und da hätten die meisten von ihnen, die die Grundschule Risum auf Grund ihres alternativen Konzeptes favorisieren, schon gerne jetzt eine verbindliche Aussage über die Zukunft der Einrichtung – und eine Antwort darauf, ob sie ihre Kinder gleich in Lindholm anmelden sollen.

Zwei Stunden lang argumentierten und diskutierten die Teilnehmer. Arngard Janiesch, Schulleiterin der GS Risum, sprach – autorisiert – für das Kollegium der GS Risum und erklärte: „Klar ist: 2017 wird die Schulleitung der Grundschule ’Risum-Lindholm’ in meinen Händen liegen. “ Dem Schulamt sei es egal, ob nun in einer gemeinsamen Schule in Lindholm oder mit der Außenstelle Risum. „Es gibt dann zwei Schulen, die mit zwei Konzepten nebeneinander in Zukunft laufen könnten, oder es wird eine Schule geben, in der gute Bausteine beider Schulen zusammengeführt werden.“ Das Schuljahr 2017/2018 werde ein Übergangsjahr, da es erst dann eine Schulleitung, ein Kollegium, eine Eltervertretung geben werde – an einem oder zwei Orten. „Seien Sie versichert, dass wir all unsere Kraft in die Aufgabe stecken, Ihre Kinder bestmöglich zu unterrichten. Die Entscheidung über den oder die Schulstandorte liegt allein bei der Gemeindevertretung.“

Sylvie Rösch, Vorsitzende des Elternbeirats der GS Risum, warb für die Risumer Einrichtung, die durch das neue Baugebiet noch belebt werden würde, ihre Infrastruktur mit beheiztem Schwimmbad, Stadion, Schulwald und Kindergarten und das Konzept des Jahrgang übergreifenden Unterrichts. Letzterer würde bei einer Zusammenlegung an dem Standort Lindholm verloren gehen, befürchtete Sebastian Rösch, Mitglied des Elternbeirates: „In jedem Fall ist der Termin August 2017 unserer Meinung nach zu früh, es reicht nicht aus, den Übergang erfolgreich zu gestalten, weder für die Eltern noch für die Kinder.“

Hauke Christiansen verteidigte eine Zusammenlegung beider Grundschulen zum 1. August 2017 zu einer „Superschule“. Er erklärte, es habe nie eine Aussage seitens der Gemeindevertretung gegeben, auf Dauer eine Außenstelle Risum hier zu erhalten. Die Gemeinde habe viel Geld in das Gebäude investiert – immer in dem Wissen, es später einer anderen Verwendung zuzuführen, beispielsweise einer Kita und einer Krippe. Auch wenn es während der Gemeindevertretersitzung am 11. Februar keinen Beschluss gebe: „Ich halte es für wichtig, dass der Schulleiter Gerd Vahder und die künftige Schulleiterin gemeinsam ein Konzept für die künftige Schule erarbeiten.“ Und zwar bis nach den Ferien 2017. Seine Meinung stehe fest: „Eine Außenstelle in Risum wird immer nur eine halbe Lösung sein.“ Jörg Fay aus der Runde der Zuhörer hielt dagegen: „Wir haben, im Gegensatz zu anderen Gemeinden, die Chance, zwei Schulen mit zwei verschiedenen Konzepten zu führen. Versucht sie bitte zu nutzen.“

Der Kompromiss-Vorschlag der Elternvertretung am Ende: Gemeinsam sollten sich Lindholms Schulleiter Gerd Vahder (er geht 2017 in den Ruhestand), Risums Schulleiterin Arngard Janiesch, die Lehrer und Elternvertreter beider Schulen sowie die Gemeindevertreter zeitig zusammensetzen und gemeinsam ein Konzept für die Zukunft beider Einrichtungen erarbeiten.

Hilfestellung soll das Ergebnis einer schriftlichen, anonymen Umfrage unter den Versammlungsteilnehmern geben, wie sie zu dem Erhalt einer Grundschule Risum– auch als Außenstelle zu Lindholm – stehen. „Wir brauchen mehr Zeit und Informationen“, sagte Sylvie Rösch. Am Ende zähle der Elternwille, unterstrich Hauke Christiansen. Und Zuhörerin Henny Sönnichsen bat, wenn denn eine Schließung der Risumer Schule nicht abzuwenden sei, solle sie doch überlegt und kindgerecht erfolgen.

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