Einweihung : Glockenklang im dualen System

Pastor Dieter Prieß begutachtet die neue Läuteanlage.
Pastor Dieter Prieß begutachtet die neue Läuteanlage.

Im sanierten Holzturm der St. Dionysius-Kirche zu Rodenäs läutet es wieder. Die Glocken-Anlage kann auch aus der Ferne per Handy bedient werden.

shz.de von
08. Juli 2015, 08:00 Uhr

Nach mehr als sechs Monaten Pause läuten die Glocken der St. Dionysius-Kirche zu Rodenäs wieder – und jetzt sogar im dualen System. Grund für die Unterbrechung war eine umfangreiche Sanierung des hölzernen Glockenturms. Da sich diese zu Beginn der Arbeiten als doch sehr viel umfangreicher herausstellte, als ursprünglich geplant, wurde fast ein kompletter Turmneubau erforderlich. Doch nun strahlt dieser wieder in vollem Glanz, wie der Vorgänger ausschließlich in heller Holzbauweise.

Ein Streichen oder Lasieren des Holzes ist nicht mehr erforderlich, da es mit der Zeit eine Patina ansetzen und von selbst dunkler wird, wie es heißt. Auch der durch einen Sturm vor acht Jahren abgebrochene Wetterhahn ziert wieder die Turmspitze. Eine weitere Neuerung ist jetzt der künftig duale Glockenklang. Denn neben der bisherigen, 1965 in der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe gegossenen, Glocke mit dem Schlagton „a“ ist auch wieder die kleinere Glocke mit dem Schlagton „d“ eingebaut worden. Diese war 1926 in der Glockengießerei Stoermer in Erfurt gegossen worden und hatte schon von 1952 bis 1964 in Rodenäs geläutet. Danach blieb sie zunächst achtlos im unteren Teil des alten Glockenturmes stehen, bevor sie in den vergangenen 15 Jahren ihren Platz unter der Kanzel in der Rodenäser Kirche hatte.

Für die beiden Glocken wurde jetzt auch die Läuteanlage auf den technisch neusten Stand gebracht und die Läutemaschinen so eingestellt, dass die Glocken schonender geläutet werden können. Sie ist mit einer Schaltuhr programmierbar und kann auch aus der Ferne per Handy bedient werden. Während die Kosten für die Läuteanlage alleine von der Kirchengemeinde Rodenäs getragen wurden, sind die Turmsanierungsarbeiten überwiegend aus dem Baufonds des Kirchenkreises finanziert worden, so Christoph Marschner als Vorsitzender des Rodenäser Gremiums. Der Kirchengemeinderat Rodenäs hat eine neue Läuteordnung beschlossen, wonach neben den kirchlichen Anlässen täglich morgens, mittags und abends geläutet wird. Zur Geschichte der Kirche, des Glockenturmes und der Glocken hat der Organist Jochen Seeger zusammen mit Christoph Marschner eine kleine Festschrift herausgegeben.

Die Weihe des neuen Glockenturmes erfolgte in einem Festgottesdienst, den der Propst des Kirchenkreises Nordfriesland Nord, Dr. Kay-Ulrich Bronk, und Pastor Dieter Prieß gestalteten. Sie sprachen von den Glocken, die das Gefühl der Geborgenheit vermitteln und zur Gemeinschaft aufrufen. Zum Gottesdienstende erfreute der spontan gebildete Glockenchor mit Kirsten Heydecke-Friedel, Brigitte Möller, Hartmut Friedel und Jochen Seeger passend mit dem Lied „Wenn die Glocken hell erklingen“. Der Rodenäser Bürgermeister Jörg Nissen dankte besonders seiner Kirchengemeinde und meinte scherzhaft: „Kirchturmdenken kann auch mal positiv sein.“ Weiterer Dank galt der Bauleitung der Kirchenkreisverwaltung mit dem Architekten Pieter-Martijn Dubbeldam und dem Bautechniker Torsten Domnick sowie den beteiligten Firmen.

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