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Nordfriesland Tageblatt

20. Oktober 2017 | 15:06 Uhr

Glamouröse Gala zugunsten der Kinder

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Eine Aktion für das „Friedensdorf Oberhausen“: 200 Nordfriesen genießen den Benefiz-Abend mit Musik und Tanz in der Stadthalle

von
erstellt am 05.Jun.2016 | 14:38 Uhr

Es war ein denkwürdiger Abend am Sonnabend in der Stadthalle. Dreieinhalb Stunden Musik vom Feinsten, tänzerische Darbietungen von Weltklasse und 200 Nordfriesen, die mit „Standing Ovations“ schier aus dem Häuschen über das gerieten, was auf der Bühne geboten wurde.

Die Veranstaltung war als Benefiz-Gala angekündigt worden – zugunsten des Friedensdorfes Oberhausen. In der rheinländischen Stadt gibt es einen von Bürgern gegründeten Verein, der sich der Kinder annimmt, die in Krisengebieten erkrankt sind oder verletzt wurden und sie an bundesdeutsche Kliniken vermittelt, die sie ärztlich versorgen. „Vor 20 Jahren erhielten wir einen Anruf aus Oberhausen“, erinnert sich der ehemalige Chefarzt der Niebüller Chirurgie, Dr. Jiri Klima. „Man bat uns, zwei verletzte Kinder aufzunehmen.“ Seither sind dem Klinikum Niebüll bis zu zweimal jährlich sechs- bis zwölfjährige Kinder, darunter auch Mädchen, zugewiesen worden. „Sie waren erkrankt oder hatten Verletzungen, die schwierig zu behandeln waren.“ Oberhausener Bürger gründeten 1967 einen Verein, der es sich zur Aufgabe machte, den Kindern zu helfen und sie an Krankenhäuser zu vermitteln.

Das Klinikum Niebüll machte mit. „Wir haben seither 30 und mehr Kinder auf Station gehabt.“ Es sei keine leichte, aber eine dankbare Aufgabe gewesen, erinnert sich der Niebüller Arzt, der die Behandlung der Kinder heute seinen Kollegen übertragen hat. Die kleinen Afrikaner aus Angola oder Ghana sprachen kein Deutsch, waren aber lernbegierig, hatten das Krankenhaus „schnell im Griff“, wollten am liebsten hier bleiben, mussten aber zurück nach Oberhausen und von dort nach Hause.

Siegfried Puschmann, stellvertretender Kreispräsident, berichtete vom unermesslichen Leid, das seit der Gründung des Friedensdorfes bis heute noch zugenommen hat. Für viele der aufgenommenen Kinder sei die Behandlung in den deutschen Kliniken die einzige Chance gewesen. Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt sprach von einem aktuellen, vielfältigen und bedrückenden Thema. Hier würden Kinder still und liebevoll umsorgt. Draußen in der Welt ereignen sich Dramen, die uns vielfach über die Nachrichten nicht erreichen.Tausende Kinder leiden. Und die Kleinen am meisten.

Unter dem Motto „Ray of Hope“ (Hoffnungsschimmer) hat der Musikpädagoge Peter Grosche im Februar in Flensburg bereits eine Benefiz-Gala veranstaltet, die Spenden von 7000 Euro einbrachte. In Niebüll trat er jetzt an, dieses Ergebnis zu toppen. Ob das gelingen wird? In der Spendenbox sammelten sich am Abend schon mal 2600 Euro. Die Addition daraus (mit Konto und anderen Spenden) ergab vorerst 3380 Euro. In der 100  000-Einwohner-Stadt Flensburg 7000 Euro. In Niebüll mit 10  000 Einwohnern knapp 3400 Euro? Alle Achtung!

Peter Grosche, der vom Studium auf Lehramt zur Musik wechselte, betrieb bereits eine Musikschule in Niebüll bevor er sich in Flensburg niederließ und sich außer dem musikpädagogischen Namen auch einen als Keyboarder, Bandleader, Komponist und Arrangeur machte. Ältere Niebüller erinnern sich an seine Mitwirkung bei Niebülls „Superding“.

Zur Gala in Niebüll bot er die „Besten seiner Besten“ auf: Vanessa Caton und das Tenortalent Dustin Brieger, der allerdings Erzieher werden will. Erstaunt und überrascht waren die Niebüller über Oldie Hans Hermann Markau und seine „black voice“, ähnlich der von Joe Cocker. In der Band von Peter Grosche wirkten Sven Stümer, Drummer Arne Linde (sei 30 Jahren dabei) und Topmusiker Boy Oldigs mit, der das Gitarrespielen bei Grosche gelernt hatte. Aus der Tastenschule hatte Grosche Supertalente wie Malin, Mareike, Jan, Julia, Noah und Julie aufgeboten, die wundervoll Rock, Pop, Soul und Folk querbeet präsentierten – gesungen nicht nur mit Stimme, sondern auch mit Herz und Seele.

Der musikalischen Präsentation setzte Sonja Stümer mit ihrer Truppe noch eine tänzerische drauf. Zuerst präsentierte die Formation ein tänzerisches Medley. Einige Nummer später stürmten die amtierenden Weltmeister „Move It Up“ auf die Bühne und präsentierten ihre neue Choreografie , mit der sie am kommenden Wochenende in Bremen ihren norddeutschen Titel verteidigen und danach in Mannheim erneut die Deutsche Meisterschaft holen wollen. Es wurde spät in die Niebüller Stadthalle – genau 23.30 Uhr – als es wie bei Paul Mc Cartney „Let It Be“ hieß.

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