Kommentar : Gift für Südtondern

shz.de von
10. November 2015, 05:00 Uhr

Die Diskussion über Sparmaßnahmen in der Klinik Niebüll löst ein beklemmendes Déjà vu aus: Nach Wyk auf Föhr und Westerland auf Sylt könnte jetzt auch im Herzen Südtonderns eine Geburtenstation geschlossen werden. Auch wenn es sich noch um Gedankenspiele handelt – die Entscheidung stünde in krassem Gegensatz zu Niebülls Selbstverständnis als regionalem Zentrum. Denn während der demografische Wandel viele Gemeinden langsam aber sicher trockenlegt, wächst die Stadt stetig. Auch die Nähe zu Leck spielt künftig eine noch größere Rolle. 2000 Asylsuchende müssen versorgt werden und sind noch weniger mobil als der Normalbürger. Wenn es jedoch nach den Plänen des Kreises geht, dann wird das medizinische Angebot dramatisch schrumpfen und die Behandlungszeiten sollen zusammengeschmolzen werden. Für Schwangere wäre das ein echtes Übel, für den Standort Niebüll wäre es Gift.

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