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Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 13:55 Uhr

Hundesteuer : Gezahlt wird vor Ort

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Hundesteuersätze in Südtondern unterscheiden sich teilweise erheblich / Für gefährliche Rassen fallen ab 2016 höhere Steuern an

shz.de von
erstellt am 05.Jan.2016 | 16:46 Uhr

Der Hund ist des Deutschen liebstes Tier. Der Beweis: Heute leben etwa zehn Millionen Deutsche mit einem Hund im Haushalt. Besonders in ländlichen Regionen wie Südtondern ist der Vierbeiner ein festes Familienmitglied. Derzeit sind im Amt Südtondern insgesamt 3293 Hunde angemeldet. Doch die Liebe zum Hund kostet auch Geld, denn die Kommunen besteuern das Halten der Tiere.

Wie viel die Gemeinde den Haltern jährlich in Rechnung stellt, ist dabei sehr unterschiedlich und liegt im Ermessen der Kommunalpolitik. So müssen Hundebesitzer in Niebüll, wo mit 488 Tieren die meisten Hunde im Amt Südtondern gemeldet sind, vergleichsweise moderat zahlen. Der Steuersatz innerhalb der Stadtgrenze liegt bei 75 Euro pro Jahr. Klar unterboten wird Niebüll bei der Hundesteuer vom Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog. Hier sind 33 Hunde gemeldet. Der 1. und 2. Hund werden nicht besteuert. Die Hundesteuer greift erst ab dem 3. Hund. Der verursacht dann Kosten von 200 Euro für alle drei Tiere. Für jeden weiteren Hund muss der Tierfreund im Lübke-Koog dann jeweils weitere 100 Euro zahlen.

Ebenfalls günstig für Hundefreunde ist die Gemeinde Süderlügum. Hier leben 224 gemeldete Hunde. Es gilt der Steuersatz von 40 Euro pro Tier. Auch in Dagebüll und Enge-Sande müssen Halter nicht sehr tief in die Tasche greifen. 30 Euro pro Jahr werfen die rund 200 Hunde der zwei Gemeinden jeweils an Steuern ab. Teurer wird es da in Leck: Mit 445 gemeldeten Hunden kassiert die Gemeinde einen Steuersatz in Höhe von 120 Euro pro Tier und Jahr. Leck folgt damit dem für Bedarfsgemeinden geforderten Mindestsatz. Nur die Hälfte dieses Betrages (60 Euro) müssen Hundehalter in Risum-Lindholm für die 301 Tiere berappen. Der Steuersatz liegt hier bei 60 Euro. In Ladelund leben mit 136 Tieren weniger Hunde als in Risum-Lindholm. Der Steuersatz liegt bei 100 Euro, für den zweiten Hund wurde die Gebühr von 110 Euro auf 130 Euro angehoben, für den dritten und jeden weiteren Hund von 130 Euro auf 150 Euro.

Kurz vor dem Jahreswechsel fand sich die Hundesteuer auf nahezu allen Tagesordnungen der Gemeindevertretungen im Amt Südtondern. Der Grund: Die kommunalen Hundesteuersatzungen, die auf das Gefahrenhundegesetz Bezug nahmen, das zum Jahresende 2015 außer Kraft trat, mussten angepasst werden. Neu ist, dass für Hunde, die auffällig geworden sind und deshalb von der Ordnungsbehörde als gefährlich eingestuft werden, im Vergleich zu normalen Hunden ab 2016 die siebenfachen Steuergebühr zu entrichten ist. Diese Anpassung betrifft vergleichsweise wenige Hundehalter und ihre Tiere. Im Amtsgebiet sind derzeit lediglich fünf Hunde als „Gefahrenhunde“ eingestuft.

Aber nicht alle Hunde sind voll steuerpflichtig, denn nicht jeder Hund leistet auch einen Beitrag für die Gemeinschaft. Neben einer erhöhten Steuergebühr gibt es deswegen auch noch eine verminderte Steuergebühr zum Beispiel für Wachhunde oder für Diensthunde der Bundeswehr oder der Polizei. Blindenhunde sind gänzlich von der Steuer befreit.

Während die Hundesteuer in Südtondern und auch dem Rest Deutschlands stetig sprudelt, haben sich andere europäische Länder von der Abgabe verabschiedet. Der direkte Nachbar Dänemark etwa fordert seit 1972 keine Hundesteuer mehr. Auch in Frankreich und England, wo es deutlich mehr Hunde als in Deutschland gibt, verzichtet man auf die Einnahmequelle.  

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