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Bauausschuss in Niebüll : Gewerbegebiet Ost soll größer werden

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das Gebiet in Niebüll soll um 40 Hektar erweitert werden. Neben Gewerbegebäuden sollen dort auch Wohnungen entstehen.

Mehr Platz für Gewerbe, aber auch für Wohnungen – auf diese einfache Formel kann die Erweiterung des Niebüller Gewerbegebiets Ost Richtung Norden gebracht werden. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses präsentierte Stadtplaner Guntram Blank aus Kiel der Stadt sein Konzept.

Dieses umfasst rund 40 Hektar zwischen Gather Landstraße, Südergath, Gather Graben und Bundesstraße 5 (B5). „Wir finden hier Anschluss an Überlegungen aus der Mitte der 90er Jahren“, erklärte der Planer. Schon damals habe man an eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe gedacht. Die alten Pläne wurden erst jetzt konkret, da nun Bedarf bestehe, heißt es.

Mittlerweile habe sich im bestehenden Gewerbegebiet eine „seltsame Mixtur“ entwickelt – denn als Betriebsleiter darf man laut Gesetz ein Wohnhaus auf dem eigentlich für Gewerbe bestimmten Gebiet beziehen. Grund dafür sei unter anderem, dass der Quadratmeterpreis hier niedriger sei als anderswo. Diese Auswüchse, bei denen das Gewerbe eher klein, das Wohnhaus hingegen groß ist, möchte Guntram Blank von vornherein vermeiden und dem vorbeugen. Mit gemischten Bauflächen habe er schlechte Erfahrungen gemacht – unter anderem käme hier das Gewerbe zu kurz: „Erst läuft das Gebiet mit Wohnhäusern voll, doch das Gewerbe kommt nicht nach“, sagt er. Das soll in Niebüll demnach nicht passieren. „Ich setze auf eine klare Trennung zwischen Gewerbe und Wohnen“, betonte er. Dem stimmten die Mitglieder des Bauausschusses zu.

So sollen rund sechs Hektar für Wohnhäuser bereit gestellt werden, nämlich als Anschluss an die östlich gelegenen, rückwärtigen Grundstücke der Südergath. Die Einfahrt wird über eine neue Straße von der Gather Landstraße erfolgen. Von einem Kreisel aus geht es dann Richtung Wohnstraße mit einzelnen Sackgassen. Das Wohngebiet wird durch eine 40 Meter breite Grünachse, die in Richtung Südwesten führt, vom Gewerbegebiet getrennt. Durch das 20 Hektar große Gewerbegebiet führen zwei parallel angelegte Straßen, die im unteren Bereich zusammengeführt werden und Anschluss an das „alte“ Gewerbegebiet Ost finden. „Eine Straße reicht meiner Meinung nach als Anschluss“, versicherte der Planer.

Ein Graben, der durch das neue Gewerbegebiet geht, soll nicht trennend wirken. Hier wird der durchlässige Grünstreifen rund zehn Meter breit. Wichtig ist Guntram Blank hingegen die Begrünung eines 20 Meter breiten Streifens zur B5. „Das Gehölz soll als Pufferzone zur Straße dienen“, so sein Statement. Rund neun Hektar sind für Grünanlagen vorgesehen – eine stolze Zahl. Auch für sogenannte Sondernutzungen gibt es noch Platz. So kann sich der Städteplaner am Eingang an der Gather Landstraße zum Beispiel eine Tankstelle vorstellen.

Und auch entlang der heutigen Gather Landstraße ist einiges möglich – von Wohnen bis Gewerbe. Wird die Änderung des Flächennutzungsplans Realität, muss noch einiges an „harten Fakten gecheckt“ werden, heißt es von den Verantwortlichen. Um das Gewerbegebiet uneingeschränkt nutzen zu können, muss die Stadt noch Flächen kaufen, die bisher noch in Privatbesitz sind. Zudem werden Schallgutachter antreten und auch die Naturschützer fordern die Einhaltung bestimmter Regeln: Unter anderem muss geprüft werden, ob in dem Gebiet seltene Tiere leben, oder geschützte Bäume gefällt werden müssen, damit gebaut werden kann. Zuletzt soll dann die Öffentlichkeit beteiligt werden. Doch bis das soweit ist, soll das Entwicklungskonzept erst einmal von der Politik absegnet werden.

Grundsätzlich erklärten sich die Mitglieder des Ausschusses mit der Ausrichtung des Plans einverstanden. In nicht öffentlicher Sitzung stellten die Kommunalpolitiker fest, dass es noch offene Fragen gibt. Diese sollen nun intern beantwortet werden, ehe es weitergeht. Der Rückblick auf das Jahr 1995 zeigt, dass man sich schon damals die richtigen Gedanken gemacht hat – und diese sollen nun in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Wann genau die ersten Bagger rollen, war zunächst unklar.


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