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Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 11:36 Uhr

Anti-Konzert : „Gewalt tut niemandem gut“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das 8. Anti-Konzert im Leck Huus wurde mit rund 180 Besuchern gut angenommen / Besucherrekord aus 2014 konnte nicht geknackt werden

Gleich vier Ziele bediente das achte „Anti-Konzert“ vom Haus der Jugend: Es bot jungen Musikern eine Plattform, holte junge Menschen von der Straße, brachte Spaß und setzte ein Zeichen gegen Gewalt und Zerstörung. Den über 180 jugendlichen Besuchern im Leck-Huus zollte Gunther Haar, Leiter der gemeindlichen Einrichtung, Anerkennung: „Es lief alles harmonisch und ohne Misstöne über die Bühne.“

Ein großes Kompliment schickte gleich zu Anfang Astrid Damerow an den Veranstalter: „Das Konzert ist gut terminiert und überaus aktuell.“ Gerade in den vergangenen Wochen und Monaten habe es Demonstrationen gegeben, die teilweise von Gewalt geprägt wurden, sagte die CDU-Landtagsabgeordnete. Doch es gelte, eigene Meinungen und Interessen ohne körperliche oder psychische Gewalt durchzudrücken. „Es ist wichtig, ein Signal zu setzen und nicht wegzusehen, sondern Position zu beziehen, andere Meinungen und Menschen – egal welcher Herkunft und Hautfarbe – zu akzeptieren und sich damit auseinanderzusetzen“, forderte Damerow. Sie hatte für den ortsabwesenden Bürgervorsteher Andreas Deidert gern die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernommen.

„Ich halte nichts von Gewalt. Probleme sollte man lieber mit Worten klären“, überlegte beispielsweise Svenja Bartz aus Klixbüll. Wie die 14-Jährige machten sich auch andere Jugendliche Gedanken zum vorgegebenen Thema. „Es ist eine gute Idee, dass man sich öffentlich von Gewalt distanziert“ oder „Gewalt tut niemandem gut“, waren sich Lukas Semler sowie die Brüder Daniel und Maxim Ekkert einig. Für ein umsichtiges, friedliches Miteinander plädierten alle an diesem Abend und zeigten nebenher, dass man fröhlich feiern kann auch ohne Alkohol. Denn der war ebenso Tabu wie Handgreiflichkeiten oder Mobbing.

„Hallo Leute“ hatte Gunther Haar die jugendliche Schar begrüßt, „hallo Günni“ kam es lautstark zurück und erzeugte bei dem Veranstalter eine Gänsehaut. Das Konzert sei eine tolle Nummer im Norden: „Es gibt geile Mucke, tolle Stimmen, tolle Gitarrenriffs. Also beste Voraussetzung für eine tolle Fete.“ Er sollte Recht behalten, auch wenn der Rekordbesuch vom Vorjahr bei weitem nicht geknackt werden konnte.

Musikalisch legte „Maggot“ einen Superstart hin. Im „normalen Leben“ heißt der Singer/Songwriter Marc Nold, kommt aus Leck und hatte bereits vor drei Jahren mit einer Band auf der Leck-Huus-Bühne gerockt. Nun bot er – wie alle anderen Musiker an diesem Abend – deutschsprachige Songs. Rap-Elemente wurden eingebaut, einige Songs gecovert. Seine eigenen Lieder gaben sehr Persönliches preis, handelten von Gedanken und Geschehnissen aus seinem Leben.

Mit ruhigen, deutschen Songs und ehrlichen Texten begeisterte Rasmus Hoffmeister aus Flensburg. „Ich lege viel Wert auf Authentizität! Meine Texte handeln von Dingen, die mir gut tun oder von denen, die sich mir in den Weg stellen – es ist eben Alltagslyrik“, erklärte der studierte Sozialpädagoge. Rasmus Hoffmeister fand schnell Gehör und überzeugte die Zuhörer – ebenso, wie er die Jury bei „The voice of Germany“ 2013 beeindruckt und es bis zu Hälfte der Showstaffel geschafft hatte. Für handgemachte Musik und eigene Kompositionen ist die Band „Land in Sicht“ bekannt. Poul Jacobsen, Fritjhof Vogelsang, Nico Petersen und Henning Bahnsen traten zum vierten Mal bei einem Anti-Konzert auf: „Es gefällt uns gut hier und wir möchten Flagge gegen Gewalt zeigen.“ Die Gruppe hat mit seinem deutschen Rock-Pop bereits einige Preise auf Landes- und Bundesebene eingeheimst. Ihre vierte CD ist gerade im Handel. Auf der Bühne sorgten sie nun für eine kleine Überraschung: Bei Konfettiregen wechselten Schlagzeuger Jan Borowski und Frithjof Vogelsang die Plätze. Ersterer hatte den Weltenbummler Frithjof ein halbes Jahr vertreten. Das Zusammenspiel aller klappte bestens – nicht nur in dieser Band, sondern beim gesamten Live-Erlebnis.

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