Gewagte Perspektiven und aussagekräftige Farben

Gerhard Domke – ein Kenner der nordfriesischen Landschaft.
Gerhard Domke – ein Kenner der nordfriesischen Landschaft.

shz.de von
20. Juni 2014, 12:29 Uhr

Das Nordfriesische Innovations-Centrum in der Schmiedestraße 11 entwickelt sich immer mehr zum lokalen Kunstzentrum. Jüngst präsentierte die vierköpfige Malgruppe um Herbert Andersen ihre Werke. Zahlreiche Kunstinteressierte, darunter Bürgermeister Wilfried Bockholt, zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt. So besticht Gerhard Domke (Jahrgang 1928) durch intime Kenntnis und detailgetreue Genauigkeit in der Wiedergabe der nordfriesischen Heimat. Er gilt als der Farb-Experte der Gruppe. Passend zur Weltmeisterschaft zeigt er Fußballspieler in Aktion.

Christel Hein aus Ladelund beweist mit Porträts, Stillleben und viel Natur ihr Ideenreichtum in der Gestaltung. Auf Reisen und Spaziergängen – oftmals in Dänemark – hat sie ihre Motive gefunden.

Holle Schauder setzt einen eigenen Schwerpunkt mit Studien von jungen Frauen, so beispielsweise ein „blauer Rückenakt“. Herbert Andersen widmet sich dem Realismus, zeigt die Schönheit der Blumenwelt und der Umgebung, aber auch die Faszination eines Sperrmüllhaufens reizt den Niebüller Künstler.

Inger-Yvonne Henriksen aus Tondern wurde als Gast dazugeladen; sie hat bereits 2011 ihre Kunstwerke im NIC ausgestellt. Die Dänin zeigt farbintensive Bilder wie „Blaues Pferd“, „Weißer Vogel“ oder „Eros“.

Holle Schauder berichtete in ihrer Rede, dass die Malgruppe aus einem Volkshochschulkurs entstand, dort bei Hans Maurer viel lernte und nunmehr bereits seit 30 Jahren besteht. Man trifft sich regelmäßig im Atelier von Herbert Andersen. „Wir probieren alles aus“, sagte sie, „arbeiten dabei aber erkennbar unterschiedlich.“ Abgebildete Fundstücke wie Flaschen oder Schnecken, eine kunstvolle Radierung auf Metall, gewagte Perspektiven und ungewöhnliche Porträts – alles wird riskiert. „Die Ideen entstehen im Kopf“, so die ehemalige Kunstpädagogin, „doch bereits der erste Strich setzt den Prozess in Gang.“ Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Juli zu sehen, das NIC montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

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