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Projekt Tansania : Getrommelter und getanzter Lernstoff

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Zum Mitmachen lud ein Workshop zum Thema „Musik und Kultur aus Tansania“ die Schüler der Grundschule Enge-Sande ein

von
erstellt am 06.Jun.2015 | 07:15 Uhr

Die Schüler der Grundschule Enge-Sande erlebten dieser Tage in ihrer Sporthalle einen gleichermaßen unterhaltsamen wie lehrreichen Workshop zum Thema „Musik und Kultur aus Tansania“. Gestaltet wurde er auf Einladung des Freundeskreises der Schule durch Mitglieder des deutsch-tansanischen Chores „Pundamilia Junior“ unter der Leitung von Ingrid Sievers (Stedesand) und Henry Ross Mwaikamabo aus Dar es salaam (Tansania). Träger des Chores, dessen Name – ins Deutsche übersetzt – „Zebra“ lautet, ist der Verein „Klangraum Nordfriesland“, dessen kostenaufwendige Projektarbeit von der Umweltlotterie „Bingo“, dem Auswärtigen Amt und dem Goethe-Institut gesponsert wird. „Wir haben irgendwann festgestellt“, so sagte Ingrid Sievers, „dass Musik das Medium ist, mit dem man – trotz schwieriger historischer Altlasten und großer Unterschiede in vielen Bereichen – wunderbar auf Augenhöhe zusammenkommen kann. Denn auf beiden Seiten ist die Neugier auf die andere Seite groß.“

Der Schwerpunkt des Schulworkshops in Enge-Sande bestand darin, ein traditionelles tansanisches Lied vorzustellen. Dieses wurde gesungen, getrommelt und tänzerisch erarbeitet. Gesprächsweise erfuhren die Kinder darüber hinaus auch einiges über die geographische Lage Tansanias, den Lebensalltag in diesem afrikanischen Land und die Bedeutung einiger auf Kisuaheli gesprochener Worte, beispielsweise „Karibu“ (herzlich willkommen).

Nachdem sich alle Kinder und Erwachsenen in einem großen Sitzkreis zusammengefunden hatten, stellte Ingrid Sievers die Gäste aus Tansania vor. Einige von ihnen waren mit Trommeln oder Percussions ausgestattet, deren unbekanntes Aussehen einige Kinder zu der Frage motivierte: „Habt ihr eure Instrumente selbst gebaut?“ Dies wurde verneint. Nachdem Henry Ross Mwaikambo alle Kinder und Chormitglieder aufgefordert hatte, sich zu erheben, stimmte er solistisch den Beginn eines afrikanischen Liedes an: den Ausruf „Tummogele“ (Lasst uns singen und tanzen!)“. Sofort antworteten alle Versammelten nach Art eines tongetreuen Echos: „Tummogele!“ Bei einem durch die Trommel hervorgehobenen Zähltakt vollzogen alle einen Ausfallschritt, den sie sodann ständig wiederholten und dadurch einen einfachen, aber dennoch temperamentvollen Tanz absolvierten. Von Zeit zu Zeit stimmten sie voller Begeisterung gemeinsam den Jubelruf „Gwe jalile“ an.

Wieder zur Ruhe gekommen, durften einige Kinder per Hand auf der Trommel den Rhythmus anschlagen, was sie aber zunächst einmal lernen mussten. Andere durften Schellenkränze an ihren Fußgelenken befestigen, um bei ihren Ausfallschritten diese zu verklanglichen. „Dass Kinder oder Jugendliche so gut auf unsere musikalischen Angebote anspringen wie hier und heute, erleben wir bei fast allen unseren Schulworkshops“, freute sich Ingrid Sievers in einem Pausengespräch. Es sei auch immer wieder schön zu erleben, wie die afrikanische Musik den ganzen Menschen anspricht und zum Tanzen motiviert, wobei nicht selten Handbewegungen Begriffe nachzeichnen, die im gerade gesungenen Liedertext vorkommen. „Wir sind der Meinung, dass es der Welt gut tut, dass Mädchen und Jungen unterschiedlicher Kulturkreise aufeinander neugierig sind, aufeinander zugehen anstatt sich auf Distanz zu begeben.“

Nachdem alles an diesem Vormittag Gelernte zur Festigung noch einmal wiederholt worden war, durften die Schüler ihren dunkelhäutigen Gästen nach Herzenslust Fragen stellen, auf die sie auch stets kindgerechte Antworten erhielten.

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