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Gesundheitstage : Gesundes Mittelmaß als Richtlinie

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Wie lebt es sich länger? Dr. Dirk Hartwigsen rät im Rahmen der Niebüller Gesundheitstage zur bewussten Lebensweise/ Programm endet Sonntag

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2015 | 05:00 Uhr

„Schön, dass Sie gekommen sind!“ Mit diesen Worten dankte Niebülls Bürgervorsteher Uwe Christiansen 100 Bürgern für ihr Interesse an den Niebüller Gesundheitstagen. Deren elfte Auflage wurde in der Mensa der FPS mit einem Vortrag von Dr. Dirk Hartwigsen eröffnet. Der Chefarzt der „Inneren“ am Klinikum Niebüll sprach zum Thema „Gesünder länger leben?!“ und stellte sein Motto gleichsam als Wunschziel und Frage in den Raum.

Prävention, das Motto der Niebüller Gesundheitstage, umfasst nach den Worten des Mediziners alles zur Abwendung von unerwünschten Ereignissen wie Krankheit und Leiden, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintreten können, wenn man nichts dagegen tut. Zur Vorbeugung – Prophylaxe – und zum Ziel, ein möglichst langes Leben ohne Einschränkungen führen zu können, gab der Arzt Informationen und Anregungen, schränkte jedoch ein, dass es weder Regeln noch Garantien gebe. Die Lebenserwartung sei seit 1900 bis heute gestiegen. Frauen würden 82,5, Männer 77,3 Jahre alt. „Wer heute über 70 ist, hat 70 gefährliche Jahre geschafft.“ Häufigste Todesursachen seien zu etwa gleichen Teilen Herz-Kreis-Lauf-Probleme und Krebs auf der einen und falsche Ernährung, Alkohol und Rauchen auf der andern Seite. Um den Tod aufzuschieben, müsse man etwas dafür tun. Dazu zählen, wie der Arzt auflistete, etwa Obst, Gemüse, Verzicht aufs Rauchen und körperliche Aktivität. Schädlich sei auch zu langes Sitzen, das man auch „das neue Rauchen“ nenne – und die Arbeiter am Schreibtisch und Leute vor dem Fernseher „ein Volk der Sitzenbleiber.“

Ein Lebenselixier einzunehmen, wäre schön. „Doch das gibt es nicht.“ Und konsequente Dinge zu tun, falle schwer. Eine Art Zaubermittel sei das Mittelmaß. Jeder sollte seinen eigenen Weg finden und bewusst leben, um sich körperlich, seelisch und geistig wohl zu fühlen – und ohne einen Verlust an Lebensfreude. „Was zu mir passt? Dafür geben die Gesundheitstage passable Anregungen“, sagte Dr. Hartwigsen. Viel Wert legt er auf Vorsorgemaßnahmen, denn für Krankheiten gelte: früh erkannt – Behandlung erfolgreich. Auch sei den Impfempfehlungen zu folgen.

Zudem sei die Politik gefordert. Mit dem im Juni dieses Jahres verabschiedeten „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (PrävG)“ hat sich der Bundestag der Gesundheitsförderung in Kindergärten, Schulen, Pflegeheimen und am Arbeitsplatz angenommen und will dazu beitragen, die Prävention in den verschiedenen Lebenswelten zu fördern und weiter zu entwickeln. Der Niebüller Arzt erinnerte auch daran, an die Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht zu denken und sich überhaupt frühzeitig mit dem Sterben auseinander zu setzen – und den einen oder anderen Gedanken von diesem Abend mit nach Hause zu nehmen.

Das gesamte Programm zu den elften Niebüller Gesundheitstagen ist auf der Homepage der Stadt (www.niebuell.de) nachzulesen. Unter anderem findet heute in der Mensa der Friedrich-Paulsen-Schule von 10 bis 14 Uhr eine Ausstellermesse mit Informationen und Vorträgen zum Thema „Prävention“ statt.

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