Seltene Pflanze : Gesucht und gefunden

Die Farnpflanze „Mondraute“ ist bundesweit nur noch sehr selten zu finden. In Leck aber gedeiht sie

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05. Juni 2014, 05:15 Uhr

In der Dienstagsausgabe des Nordfriesland Tageblatt wurde im Seitenblick über den Hamburger Professor Peter Struck berichtet, der auf die Mithilfe der Schleswig-Holsteiner hofft. Er sucht, was mittlerweile nur noch äußerst selten im Land zu finden ist: und zwar „Botrychium lunaria“. Hinter dem lateinischen Namen verbirgt sich die „Mondraute“, welche ihren Namen aufgrund ihrer mondförmigen Blattfiedern erhielt, die nach mittelalterlichem Glauben bei Mondschein leuchten. Auch der Lecker Hartmut Pietsch las den Artikel und griff zum Hörer, denn der Pflanzenkenner kümmert sich seit nun schon 45 Jahren um das Gebiet Leckfeld-Nord und weiß, dass dort wächst, was andernorts bereits ausgestorben ist.

Der Kontakt zu dem Professor ist hergestellt, der Hamburger will sich die Vorkommnisse demnächst anschauen. „Wir haben das Glück, ein artenreiches und vielfältigstes Biotop unweit des ehemaligen Flugplatzes vorzufinden“, sagt Pietsch. Die Fläche ist FFH-Gebiet (Schutzgebiet im Natur- und Landschaftsschutz). Die Mondraute gedeiht dort gehäuft auf einem lediglich rund 50 Quadratmeter großem Areal. Pietsch: „Aufgrund des nassen Frühjahres ist der Bestand in diesem Jahr besonders hoch.“ Der Lecker rechnet mit insgesamt 300 Exemplaren der sehr seltenen Pflanze.

Die Mondraute ist es aber nicht allein, die das Gebiet, für dessen Erhalt sich Naturschützer seit Jahren schon immer wieder stark einsetzen, so wertvoll macht. Auch Pflanzen wie die Natternzunge, das Gefleckte Knabenkraut, Lungenenzian sowie das Violette Fettkraut sind dort beheimatet.

Nur für Laien sieht das Areal unscheinbar aus. Lediglich Heide, Gräser, vereinzelnd Buschwerk und Bäume mag ein Ortsunkundiger wahrnehmen. Erst wer den Blick senkt, kann die Besonderheiten des Biotops entdecken. Denn die vom Aussterben bedrohten Arten sind meist nur wenige Zentimeter hoch. Die Pflanzen können sich kaum gegen Konkurrenz behaupten, weshalb regelmäßig Pflegemaßnahmen notwendig sind. Beispielsweise muss in Etappen Buschwerk entfernt, Boden abgetragen und gemäht werden. Pietsch kümmert sich mit anderen Biologen und Helfern vom Unabhängigen Kuratorium Landschaftsschutz Schleswig-Holstein darum.

Das Trockenrasen- und Heide-Biotop, in dem die Mondraute wächst, zählt nicht zu den Flächen, für die in der Gemeinde derzeit eine passende Nachnutzung ermöglicht werden soll. Hartmut Pietsch ist daher erleichtert: „Nach jedem Eingriff sehen wir erste Erfolge. Mit den richtigen Maßnahmen wird hier immer viel geschaffen.“

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