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Gesprächskonzert: Klassische Musik neu erleben

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Am vergangenen Montag endeten die 43. Lecker Musiktage, das älteste Format an Seminaren, die bislang alljährlich in der Nordsee Akademie durchgeführt wurden. Zum Abschluss-Musizieren im Festsaal der gastgebenden Einrichtung begrüßte deren Direktor, Oke Sibbersen, die Mitglieder des 32 Mitglieder umfassenden Senioren-Orchesters sowie dessen Dirigenten Andreas Klaue. Sibbersen kündigte an, der Abend werde in Form eines „Gesprächskonzertes“ gestaltet werden. Dies bedeute, dass die ausgewählten Kompositionen nicht einfach nur vorgespielt, sondern zuvor jeweils ausführlich erläutert würden. „Dadurch soll versucht werden, die durch starre Formen der klassischen Musik bedingte Wand zwischen den Musikern und deren Zuhörern ein wenig aufzubrechen.“ Dies, indem man letzteren in lockerer Weise wichtige Hörperspektiven aufzeige.

„Ich habe gesehen und gehört, wie Sie gearbeitet haben“, so wandte der Akademie-Leiter sich an die Seminarteilnehmer, „aber auch mitbekommen, dass sie nicht nur musiziert, sondern auch gesungen, getanzt, gegessen, gelacht und miteinander gefeiert haben.“ Somit sei das Seminar als ein moderner Workshop zu bewerten, an dessen Ende ein Produkt – nämlich das Abschlussmusizieren – gestanden habe.

Die Aufgabe, über die einstudierten Werke und deren Komponisten zu sprechen, übernahm Andreas Klaue, der sich seiner Aufgabe in lockerer, aber sehr informativer Weise entledigte. Zum Anfang spielten die Holz- und Blechbläser des Orchesters die „Grand Partita“ (Serenade in B) von Wolfgang Amadeus Mozart. Dem glücklichen Umstand, dass dem Laienorchester vier Hornisten angehörten, verlieh dem Klangbild einen ganz besonderen Reiz, von dem auch die nachfolgenden Werke profitierten. Andreas Klaue dirigierte mit vollem Körpereinsatz und zeigte den Instrumentalisten alle wichtigen Einsätze deutlich an. Dies trug maßgeblich dazu bei, dass die Interpretation der abendlichen Serenade erstaunlich gut gelang.

Als musikalischer Höhepunkt des Konzertes erwies sich die „Romanze für Violine und Orchester, F-Dur (op. 50)“ von Ludwig van Beethoven. Zu verdanken war dies dem meisterlichen Spiel der Solistin Annette Oehmen. Sie, die in früheren Jahren dem Nordmark-Sinfonieorchester Schleswig-Holstein angehörte und während des Seminars die Streicher betreut hatte, ließ ihre Geige gefühlvoll „singen“, dass es eine Freude war. Letzteres verlieh dem Werk – sehr zum Gefallen des Publikums – besonders romantische Züge. Zum Abschluss kam das gesamte Orchester noch einmal mit den Sätzen „Adagio“ und „Allegro agitato“ von Charles Gounod zu gemeinsamem Einsatz. Trotz gelegentlicher Schwankungen im Rhythmus und kleiner Unsauberkeiten bei der Intonation, hinterließ das innerhalb nur einer Woche einstudierte Werk einen sehr positiven Eindruck und wurde es vom Publikum zu Recht mit lautstarkem Beifall quittiert.

Nachdem der letzte Ton verklungen war, ergriff Arnd Schumann als Sprecher der Seminaristen das Wort, um allen Dank zu sagen, die zum guten Gelingen des Projektes beigetragen hatten, allen voran dem musikalischen Chef Andreas Klaue und der Annette Oehmen als Solistin und Leiterin der Registerproben für Streicher. Aber auch der Verwaltung des Hauses und dem Küchenpersonal spendete er ein dickes Lob für vorzügliche Arbeit, leckeres Essen und jederzeit freundliche Betreuung. „Jeder von uns wird bemüht sein, beim nächsten Laienorchester-Seminar in Leck wieder dabei sein, sofern seine Gesundheit es ihm erlaubt“, versprach er dem Leitungsteam.

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erstellt am 05.Aug.2015 | 10:45 Uhr

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