Spendenaktion : Gemeinsam das Ziel erreicht

Die siebenjährige Jule Marie Matthiesen und ihre Mutter Tanja.
Die siebenjährige Jule Marie Matthiesen und ihre Mutter Tanja.

Dank einer Welle an Hilfsaktionen und Spenden konnte für die siebenjährige Jule Marie aus Leck das Blutgas-Analysegerät angeschafft werden

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09. Juli 2015, 05:00 Uhr

„Das Ziel ist erreicht, das Geld beisammen.“ Tanja und Dieter Matthiesen sowie Tochter Mayra und – allen voran die siebenjährige Tochter Jule Marie – sind begeistert über die Welle der Hilfsbereitschaft so vieler Menschen, die ihnen die Erfüllung eines Herzenswunsches ermöglicht hat. Im März schilderten sie ihre Not bei Facebook, berichteten im Nordfriesland Tageblatt vom 31. März über ihre Sorgen: Jule-Marie ist nach einer Hirnhautentzündung seit ihrem dritten Lebensmonat körperlich und geistig behindert. Ihr Sprachzentrum ist geschädigt, der Temperaturhaushalt gestört, es fehlt das Stress- und Schilddrüsenhormon. Jule-Marie benötigt zwei Mal wöchentlich ein Blutgas-Analysegerät. Dafür musste die Familie bisher lange Fahrten nach Niebüll und Flensburg in Kauf nehmen, Zeit, die ihnen fehlte.

Das ist nun vorbei. Von dem gespendeten Geld wurde das dringend benötigte, mobile Blutgas-Analysegerät (Anschaffungskosten: insgesamt 10  300 Euro) gekauft, und es ist bereits für Jule-Marie im Einsatz und beschert den Matthiesens ein Stück Unabhängigkeit wie auch Lebensqualität. „Es gibt uns viel Freiheit“, sagt Mutter Tanja Matthiesen und ist immer noch überwältigt von der Mitmenschlichkeit, die sie erfahren hat.

Spendenaktionen, Benefizkonzerte, Flohmärkte, hinzu kamen kleine und große Beträge aus der Bevölkerung – überall wurde für Jule-Marie gesammelt. Unter anderem beteiligte sich auch das Friesencenter, warb während eines Flohmarktes um Unterstützung für Jule-Marie. „Von der benachbarten Unitol-Tankstelle hörte der Besitzer Ralf Momsen von der Aktion und spendete spontan“, nennt Geschäftsführer Holger Schensar ein Beispiel.

Die jüngste Aktion kam von Christina und Friedrich Becht aus Niebüll. Sie hatten ein von dem Holzkünstler aus „White Wood“, einem kanadischen Holz, selbst geschnitztes Pferd im Friesencenter zur Versteigerung angeboten. Zwei Wochen lang konnte die Kunden ihre Gebote abgeben. „Ich habe es gepflegt, gefüttert und saubergemacht“, sagt Friedrich Becht lachend. Mehrere Gebote gingen ein, den Zuschlag erhielten nach Ablauf der Frist schließlich Jules Nachsorge-Hebamme Stefanie Hansen und ihr Mann Jens Momme aus dem Gotteskoog. „Wir haben den Artikel über die Versteigerung des Pferdes zugunsten von Jule gelesen. Wir haben darüber gesprochen und waren uns einig: Wir wollen etwas machen“, berichten die Besitzer. „Jeder von uns hat sich einen Betrag ausgedacht und dann haben wir eine Zahl daraus gemacht.“ Die Versteigerungssumme möchte sie nicht nennen. Das Ausgangsgebot lag bei 500 Euro. „Es gab auch nach Ablauf der Aktion noch Gebote“, verrät Friedrich Becht. „Aber die Versteigerung war nun einmal beendet.“ Einzig allein zählt, dass es für einen guten Zweck war. „Das Geld ist nicht die Hauptsache“, sagt Stefanie Hansen. „Wichtig ist die Hilfe für Jule und die Entlastung der Eltern.“

Tanja Matthiesen ist begeistert. „Stephanie war immer für uns da“, berichtet sie. „Während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt. Daraus ist eine Freundschaft geworden.“ Zu dem Pferd gehört übrigens auch eine DVD. Sie enthält eine einstündige Reportage über ausgefallene Handwerksberufe, 1995 gedreht von einer Hamburger Firma für das japanische Fernsehen. Zu sehen ist auch der Niebüller Holzschnitzer Friedrich Becht.

Tanja Matthiesen: „Wir sagen allen Menschen, die uns geholfen haben, ein riesiges Dankeschön.“ Das Spendenkonto bei der VR Bank Niebüll, zweckgebunden für Jule Marie Matthiesen, bleibt erhalten. „Es werden immer noch Dinge für Jule Marie benötigt, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden.“ Dazu gehört beispielsweise ein Rollstuhl-Kombinationsfahrrad. Die Nummer lautet: DE 3421 7635 42000 77 15 978.

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