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Nordfriesland Tageblatt

24. November 2017 | 19:39 Uhr

Gemeinde votiert für das Windkraft-Konzept

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Laut Bürgermeister Ingwersen geht es um die Bestandserhaltung der bestehenden Mühlen

von
erstellt am 25.Mai.2016 | 15:44 Uhr

Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts vom 20. Januar 2015, das den bisherigen Regionalplan zu Fall brachte, löste eine Welle von Aktivitäten in den Gemeinden aus. Die Landesplanung forderte von den Gemeinden informelle Planungskonzepte an, die die Grundlage des neuen Regionalplans bilden sollen. Nach Art eines Wunschzettels sollen Flächen ausgewiesen werden, auf denen künftig Windkraftanlagen errichtet werden könnten oder bestehende Anlagen fortbestehen sollen. Unterschieden wird bei der Bewertung der Flächen zwischen harten und weichen Kriterien. Bei harten Kriterien, etwa wo geschützte Tierarten leben oder brüten, sei eine Nutzung der Windkraft ausgeschlossen, bei weichen hingegen möglich.

In Dagebüll kämen zwei Flächen infrage. Die eine am Osterdeich in der Nachbarschaft zu Risum-Lindholm, die andere im Juliane-Marien-Koog, in dem erst jüngst ein Bürgerwindpark mit fünf Anlagen in Betrieb ging. In beiden Flächen, ausgeguckt von der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung Kiel (GFN) und in der Sitzung erläutert von Landschaftsplanerin Uta Hennig, geht es primär um eine Bestandserhaltung der dortigen Mühlen, wie Bürgermeister Hans-Jürgen Ingwersen mehrfach betonte. Die Gemeinde hege keinerlei Absicht, die dort bestehenden Bürgerwindparks zu erweitern. Der Aussage der Kieler Landschaftsplaner sei allenfalls theoretische Bedeutung beizumessen und lediglich so zu verstehen, „dass dort weitere Anlagen möglich wären“. Von einer Erweiterung sei nicht die Rede, es sein denn, die bestehenden Windparks und die Bürger wollen es. Das sehen etwa 20 Bürger anders. Einer von ihnen ist Gemeindevertreter Broder Brodersen, der erneut vergeblich forderte, den Beschluss von der Tagesordnung abzusetzen. Er hielt der Gemeinde unter anderem vor, von der Nutzung der Windkraft würden nur wenige profitieren. Hingegen würden 800 Dagebüller eher darunter leiden. Die Nutznießer seien nicht einmal Dagebüller, Anlieger würden mundtot gemacht, die Gemeinde sei auf die Gewerbesteuer aus den Windparks nicht angewiesen, und der Gemeinde drohten fünf weiterte 180 Meter hohe Windkraftanlagen. Der Bürgermeister, unterstützt von Gemeindevertreter Klaus Schmidt, wies die Behauptungen und Anschuldigungen zurück. „Hier werden Vermutungen und Prognosen als Fakten dargestellt“, erwiderte der Bürgermeister. Zahlen, die Broder Brodersen nannte, seien falsch verstanden und interpretiert. Die Gemeindevertretung stimmte ihrem informellen Konzept bei einer Gegenstimme zu.

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