zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

13. Dezember 2017 | 21:36 Uhr

Konzert : Gelungener Auftakt des neuen Quartetts

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Rund 200 Zuhörer lauschten dem Konzert des Ensembles „Meer-Klang“ in der Niebüller Christuskirche.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2015 | 09:15 Uhr

Das erst kürzlich gegründete Ensemble „Meer-Klang“-Saxophonquartett gab am vergangenen Wochenende in der Niebüller Christuskirche sein erstes öffentliches Konzert, dessen Programm sinnvoller Weise mit „Auftakt“ überschrieben war. Als Sprecher der vier Instrumentalisten hieß Lars Brodersen – in Niebüll bestens bekannt als Dirigent des einst von Detlef Eulenberger ins Leben gerufenen Saxophon-Orchesters „Saxophanten“ – die rund 200 erschienenen Zuhörer willkommen und stellte ihnen die am Quartett beteiligten Musiker – zwei Ehepaare – vor: Frauke Johannsen (Sopran- und Tenorsaxophon), Stefanie Brodersen (Alt-Saxophon), Heiko Johannsen (Alt- und Tenorsaxophon) sowie Lars Brodersen (Ventil-Posaune und Bariton-Saxophon). Zur Namensgebung merkte letzterer an, so unterschiedliche Stimmungen, wie man sie am Meer erleben könne, wolle man auch durch die dargebotene Musik beim Publikum aufkommen lassen. Für den Titel „Saxophon-Quartett“ habe man sich „aus demokratischen Gründen“ entschieden, da zur Zeit bei den meisten Titeln drei Saxophone einer Posaune gegenüber stünden. Zudem arbeite er daran, künftig das Bariton-Saxophon als viertes Instrument dieser Familie stärker einsetzen zu können.

Als erste Komposition erklang im hinteren Kirchenschiff in barockem Glanze das feierliche „Trumpet Voluntary“ von Jeremiah Clarke, nach dessen Schlussakkord das Quartett im Altarraum Aufstellung nahm, um zunächst mit einer lustigen Bearbeitung des Kinderliedes „Auf dem Mars gibt’s kein TV“ aufzuwarten und anschließend – zum Gedenken an den vor kurzem verstorbenen Sopran-Saxophonisten des einstigen Niebüller Ensembles „Quint-Essenz“ – den nachdenklich stimmenden, ruhig swingenden „Dallas-Blues“ zu Gehör zu bringen. Für den leicht verschmatzten Schlusston, den das Publikum wohlwollend belächelte, über nahm der Posaunist Lars Brodersen die Verantwortung. Dieser kam bei den eher kammermusikalisch arrangierten Werken durch den schlanken Ton seines Instrumentes und seine sehr präzise Anblastechnik besonders gut zur Geltung, hatte andererseits aber bei den fetzigeren Jazz-Standarts ein wenig Mühe, sich gegen die wuchtigen Saxophonklänge durchzusetzen. Dies machte sich besonders im Bass-Bereich bemerkbar.

An die Gebäude zerstörenden Klänge der Posaunen von Jericho erinnerte der vom Posaunisten raffiniert eingeleitete Gospel „Joshua fit the Battle“, während der Kantatensatz „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann-Sebastian Bach und die feierliche „Hornpipe“ aus der „Wassermusik“ von Georg Friedrich Händel sich eher beschaulich darstellten. Bei der Wiedergabe ihres dritten Programmblocks fühlten sich die Interpreten hörbar besonders wohl, beinhaltete dieser doch Hits aus ihrer Jugendzeit, zum Beispiel „Yesterday“ und „In my Life“ von den Beatles, die spannungsgeladene Filmmusik „Axel F.“ von Harold Faltermeyer und die verträumten, durch die Eurythmics bekannt gewordenen „Sweet Dreams“.

Der letzte Teil des regulären Konzertes forderte dem Publikum besonders aufmerksames Zuhören ab, galt es doch, zwei kunstvoll gesetzte, aber nur noch bedingt tanzbare Tangos in sich aufzunehmen: „Tango Baroquita“ von J.D. Carey und „Libertango“ von Astor Piazolla. Beide gelangen dem Ensemble ganz hervorragend. Mit dem ausgelassen-fröhlich swingenden Jazz-Titel „All of me“ klang das Programm so begeisternd aus, dass Meer-Klang aufgrund des lautstarken und lange anhaltenden Schlussapplauses noch mit zwei Zugaben aufwartete, so auch mit einer temperamentvollen Klezmer-Melodie. Fazit: Das Quartett darf sein Auftaktkonzert als vollen Erfolg verbuchen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen