Gelungene Sommer-Serenade

Bei hochsommerlichen Temperaturen bot der Posaunenchor Süderlügum unter Leitung von Jörg Eggers seinem Publikum eine abendliche „Sommerserenade“.
1 von 2
Bei hochsommerlichen Temperaturen bot der Posaunenchor Süderlügum unter Leitung von Jörg Eggers seinem Publikum eine abendliche „Sommerserenade“.

Im Garten des Pastorates fand der abendliche Auftritt des Posaunenchors Süderlügum beim Publikum großen Anklang

von
06. Juli 2015, 11:06 Uhr

Der Posaunenchor Süderlügum, einer der ältesten christlichen Bläserchöre in Schleswig-Holstein, wartete im Garten des Pastorates seines Heimatortes bei hochsommerlichen Temperaturen mit einer abendlichen „Sommer-Serenade“ auf. Es fanden sich so viele Zuhörer ein, dass noch zusätzliche Stühle und Bänke herbeigeschafft werden mussten. Der Veranstalter kam damit seiner posaunenmissionarischen Aufgabe nach, die Menschen seines Umfeldes musikalisch anzusprechen und sie dabei an christliches Lied- und Gedankengut zu erinnern.

Während das Publikum im Schatten der Bäume Schutz gegen die ungewöhnlich intensive Sonneneinstrahlung suchte, galt es für die hohen und mittleren Stimmen der Blechbläser, in der prallen Sonne zu musizieren, während die tiefen Stimmen den Vorteil genossen, durch das Gebäude beschattet zu werden. Chorleiter Jörg Eggers hieß alle Gäste und Mitwirkenden willkommen und dankte der örtlichen Kirchenleitung für deren Bereitschaft, den – der Marienkirche gegenüber gelegenen – Garten für das Konzert zur Verfügung zu stellen. Dieser war so hergerichtet, als würden Posaunen auf den Bäumen „wachsen“ und uralte Flügelhörner auf dem Rasen an vergangene Zeiten erinnern. Von einer Patinaschicht bedeckte Tiefbässe („Tuben“) mussten stilvoll als Blumenkübel, Notenpult oder Sammelgefäß für Spenden herhalten. Dem Publikum wurde mitgeteilt, dass in der Halbzeitpause Bratwürste und kühlende Getränke zu erwerben seien.

Bis dahin aber galt es für die Bläser, den ersten Teil eines umfangreiches Programms zu absolvieren. Dieses bestand aus insgesamt 26 Liedern und Instrumentalstücken zuzüglich mehrerer, von den Landesposaunenwarten Schleswig-Holsteins und der Stadt Berlin verfasster Vorspiele modernerer Art. Die Mehrzahl der Darbietungen waren im Stile der Romantik komponierte Werke, die unmittelbar ins Ohr gingen und niemanden durch viele dissonante Akkorde oder komplizierte Tonfolgen vor musikalische Probleme stellten. Alle Beiträge wurden von wechselnden Chormitgliedern einleitend vorgestellt und ausführlich erläutert, was dem Publikum das mitdenkende Zuhören erleichterte und den Hobbymusikern willkommene Verschnaufpausen verschaffte.

Die in der Sonne schwitzenden Trompeter entwickelten ein erfreulich schlankes Klangbild. Der Chor insgesamt überzeugte durch eine erfreulich saubere Intonation, deren Qualität nur kurz von der Pause ein wenig nachließ, nachdem die Bläser ein langes und entsprechend anstrengendes Volkslieder-Potpourri hatten erklingen lassen, das vermutlich ihren „Ansatz“ ein wenig überstrapaziert hatte. Besonderen Anklang fanden beim Publikum die Lieder, die es – ausgerüstet mit Textzetteln – selbst mit singen durfte, zum Beispiel „Geh aus, mein Herz, und suche Freud’“, „Abend wird es wieder“ und „Kein schöner Land in dieser Zeit“. Heiterkeit kam auf, als der – häufig selbst mitblasende – Dirigent Jörg Eggers zur Wasserflasche griff, um seinen Bläsern einen erfrischenden Trunk zu gönnen.

Zu den Instrumentalstücken, die dem Posaunenchor besonders gut gelangen, zählten ein fanfarenähnliches „Turmstück“, die „Pommern-Hymne“ und ein als Bühnenmusik zu Shakespeares „Sommernachtstraum“ geschaffenes „Notturno“. Auch der an Chromatik reiche Satz „I skovens dybe stille ro“ („In der Stille des Waldes“) wusste zu gefallen. Mit dem sanft geblasenen Gebet „Schaffe in mir, Gott ein reines Herz“ klang das Konzert besinnlich aus. Fazit: Der Posaunenchor Süderlügum darf seine Abend-Serenade als vollen Erfolg verbuchen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen