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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 14:53 Uhr

Konzert : „Gelobet seist du, Jesus Christ“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Anspruchsvoll: Das Konzert der Kantorei St. Willehad zusammen mit drei Solisten sowie dem Göttinger Barockorchester erntet viel Lob.

„Freue dich!“ so lautete das Thema des Adventskonzerts, das die Evangelische Kirchengemeinde Leck am Spätnachmittag des vierten Adventssonnabends in ihrer sehr gut besuchten Kirche veranstaltete. Ausführende waren die Kantorei St. Willehad, die Vokalsolisten Susanne Böhm (Sopran), Angie Henschen (Alt) und Gheorghe Vlad (Tenor) sowie das Göttinger Barockorchester. Die musikalische Gesamtleitung lag in den Händen des Kantors Thomas Hansen, der seine Aufgaben ruhig und souverän makellos meisterte. Das renommierte Orchester war vielen Zuhörern noch vom vorjährigen Konzert in Leck bekannt, als die auf stilgetreues Musizieren auf Instrumenten barocker Bauweise spezialisierten Musiker das Weihnachtsoratorium von Bach mitgestaltet hatten.

Den Leitfaden des anspruchsvollen Programms hatte Thomas Hansen dem Publikum schriftlich an die Hand gegeben: Es gehe darum, ein „Konzert der Sinne“ darzubieten, das – gerichtet an Hand, Herz, Seele und Geist – „das Weihnachtswunder lebendig werden“ lasse. Dieses Ziel wurde – um es vorab zu sagen – dank intensiven und konzentrierten Einsatzes aller Mitwirkenden vollauf erreicht.

Bevor der erste Ton erklang, hieß Pastor Stefan Möbius alle Versammelten im Namen des Kirchengemeinderates willkommen. „Wir möchten in diesem Konzert gerne etwas davon erfahren, dass die Welt von Gott besucht wird und nicht verlassen ist,“ so sagte er. Eingeleitet durch ein sanftes Instrumentalvorspiel, sang sodann Gheorghe Vlad in anrührender Weise voller Andacht eine Arie von Franz Tunder: „Ein kleines Kindelein ist uns heut’ geboren.“ Anschließend musizierten das Barockorchester und sein – eine ventillose Naturtrompete verwendender – Solo-Trompeter je einen nachdenklich stimmenden und einen pure Weihnachtsfreude ausstrahlenden Satz aus dem „Trompetenkonzert in D“ von Guiseppe Torelli. Es folgten fünf kunstvoll gefertigte Advents- und Weihnachtschoräle von Christoph Graupner, von denen der mit ausgewogenem Klang und klarer Aussprache agierenden Kantorei und ihrem einwandfrei intonierenden Begleitorchester die Sätze „Gelobet seist du, Jesus Christ“ und das temperamentvoll vorgetragene Lied „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ besonders gut gelangen.

Ein Sonderlob verdiente sich die Abteilung des Basso continuo, die per Truhenorgel und Cello allen Vokalisten und Instrumentalisten rhythmischen und harmonischen Halt bot. Als ein weiterer Höhepunkt des Abends erwies sich die weihnachtliche, Herz und Seele ansprechende Kantate „Uns ist ein Kind geboren“ von Georg Phillip Telemann. Bei diesem klangvollen Werk, in dem Sätze des vom Orchester begleiteten Chores, Recitative und Arien einander ständig abwechseln, nutzten die Gesangssolisten die Gelegenheiten, ihr Können und den Wohlklang ihrer – gut zueinander passenden – Stimmen überzeugend unter Beweis zu stellen.

Ihren Hauptbeitrag sparten sich die Mitwirkenden bis zum Ende der Programmfolge auf: das zwölf Titel umfassende „Gloria in D“ von Antonio Vivaldi. Bei dessen Aufführung zahlte sich der seit Monaten praktizierte Übungsfleiß, den der Kantor seinem sich leidenschaftlich ins Zeug legenden Chor abverlangt hatte, überzeugend aus. Dass die Choristen und Solisten gegen das bekannte Handicap der knochentrockenen Raumakustik anzukämpfen hatten, ist ihnen nicht anzulasten. Als besonders eindringlich gelungen hervorzuheben sind der triumphale Eingangs- und Schlusschor, der extrem ruhige, Trost spendende Satz „Et in terra pax“, das innig zelebrierte Duett „Laudamus te“ für Sopran und Alt und die von der Barock-Oboe geblasenen Melodien.

Für den lautstark gespendeten Schlussapplaus und das ihnen – in Form von Blumen – überreichte „Triumph-Gemüse“ bedankten sich die Mitwirkenden noch mit einer mitreißenden Zugabe.

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