Jakobskreuzkraut : Gelbes Wildkraut wird zum Problem

In Süderlügum drohte das giftige Jakobskreuzkraut in ein Naturschutzgebiet zu wuchern

Jesumann.JPG von
31. Juli 2014, 05:00 Uhr

Mit seinen gelben Blüten und Blättern sieht das Jakobskreuzkraut harmlos aus – fast wie Löwenzahn. Doch die Pflanze ist giftig: Für Pferde, Schafe und Rinder können die Inhaltsstoffe des Wildkrautes tödlich sein. Und auch für Menschen birgt die Pflanze beim Verzehr gesundheitliche Risiken wie zum Beispiel Nierenschädigungen.

Auch in Südtondern wird das gelbe Gewächs in vielen Gemeinden regelmäßig zum Politikum. Der Grund: Jedes Jahr ab Ende Juni geht das Kraut auf Eroberungsfeldzug und breitet sich auch dort aus, wo es Landwirte und Anwohner lieber nicht sehen würden. Auch in Süderlügum ist dies gerade der Fall. Hier ist der Posberg betroffen, eine rund acht Hektar große und zentral gelegene Grünfläche, die von vielen Einwohnern und Gästen als Naherholungsgebiet genutzt wird. „Momentan wuchert das Jakobskreuzkraut von Außen in die Fläche ein“, berichtet Bürgermeister Christian Magnus Petersen (WGS). „In diesem Jahr merkt man es besonders.“ Der Landwirt kennt das „invasive“ Gewächs gut und weiß, dass die Pflanze regelmäßig zum Problem wird. „Wenn man nichts gegen den Bewuchs unternehmen würde, dann wäre die Vielfalt in diesem Naturerlebnisraum gefährdet. Und genau diese versuchen wir zu erhalten.“ Nachdem das Jakobskreuzkraut bereits Thema in der jüngsten Gemeindevertretersitzung war, ist man dem ungewollten Wildkraut jetzt zu Leibe gerückt. Dort, wo die gelben Pflanzen bisher sprossen, hat die Gemeinde ihnen mit Rasenmähern den Garaus gemacht.

Bisher sind Bürgermeister Petersen keine größeren Tier-Vergiftungen, die durch das Jakobskreuzkraut verursacht wurden, bekannt. Die Chance, dass die Pflanze Nutztieren schade, sei seiner Erfahrung nach eher gering: „Normalerweise gehen die Tiere da nicht ran – es sei denn, das Jakobskreuzkraut wird einseliert – dann kann es gefährlich werden.“ Zwischen Trockenrasen und Sandheide auf dem Posberg gilt es stattdessen eine ganz andere Art zu schützen: Mitten in Süderlügum hat sich der „Warzenbeißer“ niedergelassen. Die nur rund vier Zentimeter große Heuschrecke ist stark gefährdet soll nach dem Willen der Süderlügumer Gemeindevertretung geschützt werden. Das Jakobskreuzkraut soll den Lebensraum des kleinen Hüpfers nicht einengen.

In der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein bestätigt derweil Pressesprecherin Daniela Rixen, dass es auch aus anderen Landesteilen Anfragen zum Jakobskreuzkraut gibt: „Es kommen eher weniger Anfragen von Landwirten oder Tierbesitzern. Es sind häufig eher Hobbytierzüchter, die durch Medienberichte über das Jakobskreuzkraut verunsichert sind.“

Süderlügums Bürgermeister Christian Magnus Petersen mahnt ebenfalls zur Gelassenheit: „Wenn man sich nicht gerade einen Tee aus dem Kraut kocht oder es in großen Mengen ohne Handschuhe pflückt, dann ist es auch keine Gefahr für den Menschen.“

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