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Neuer Schulverband für Südtondern : „Geisterschule“ wirft Fragen auf

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Während der Sitzung des Schulverbandes Südtondern wurde über die Neuorganisation des Förderzentrums diskutiert

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Eine Schule ohne Schüler? Es falle schwer, sich das Neue vorzustellen, erklärte Bürgermeister Wilfried Bockholt, der Vorsitzendes des Schulverbandes Förderzentrum (FÖZ) Südtondern, in dessen dritter Sitzung. Das „Neue“ ist eben dieser Schulverband, zu dem die beiden Förderschulen, die „Drei-Harden-Schule“ Niebüll und die „Frieda-Erichsen-Schule“ Leck vereint wurden. Zur neuen Organisationsform gehört, dass Schüler mit Förderbedarf jetzt am Unterricht der Regelschulen teilnehmen und dort von Sonderschullehrkräften unterrichtet und von Schulsozialarbeitern betreut werden. Rolf Dieter Oster, neues Verbandsmitglied für Ralph Hoyer, sprach von einer „Geisterschule“, bei der sich die Frage auftut, was denn nun aus den beiden Schulen wird, wie sie unterhalten und deren leer stehende Räume genutzt werden, „weil keine Kinder mehr da sind.“

Vorsitzender Bockholt und FÖZ-Leiterin Daniela Holtemöller wussten Antworten. Zunächst wurde festgehalten, dass die Nutzung der beiden Schulen Problem der Hausbesitzer (Stadt Niebüll/Gemeinde Leck) sei. In Niebüll habe bereits die Alwin-Lensch-Schule, größte Grundschule in Nordfriesland, räumlichen Nutzen gezogen, desgleichen deren OGS und der Verein „Komet“. Das gelte auch für die Turnhalle. Im Obergeschoss würden weiterhin das FÖZ-Büro und das Lehrerzimmer für Treffen des Kollegiums benutzt. Daniela Holtemöller: „Es steht nicht mehr viel leer. Die Nutzung der Räume nimmt zu.“ In Leck würden Räume vom Haus der Jugend, der OGS, für Trainingszwecke und als Büro beider örtlicher Schulen genutzt. „Wir streben an, dass so wenig wie möglich leersteht.“

FÖZ-Leiterin Holtemöller berichtete: In Leck und Niebüll werden zurzeit noch 17 Schüler im bisherigen Klassenverband unterrichtet. Fünf scheiden nach Ende des Schuljahres aus, die übrigen 12 aus den 6. bis 8. Klassen wechseln in die Regelschulen, sodass das FÖZ ab Schuljahr 2015/16 dann tatsächlich eine Schule ohne Schüler ist.

Das FÖZ sieht sich in der Verantwortung für 2900 Schüler an zwei Gemeinschaftsschulen (GemS), einer GemS mit Grundschule (GS) sowie an acht GS an zehn Standorten. Insgesamt zählt das FÖZ 187 Integrationsschüler, für die 21 Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Außerdem laufen zwischen 250 und 300 Präventionsmaßnahmen in 20 Kindergärten und in den 1. und 2. Klassen der Grundschulen, zu denen Daniela Holtemöller anmerkte, dass die Grundschulen dabei „gut vorarbeiten“.

Sie teilte mit, dass der Förderverein zum Ablauf Juli 2015 aufgelöst wird, dass das FÖZ Ende Mai eine Hamburgfahrt plant – und dass ein Flyer angedacht ist, aus dem hervorgehen soll, was das Förderzentrum leistet.

Die Verbandsversammlung nickte die Eröffnungsbilanz (Aktiva & Passiva = je 14 462 Euro), Haushaltsüberschreitungen und über-/außerplanmäßige Ausgaben von 1500 beziehungsweise 9000 Euro aus 2012 und den Jahresabschluss 2012 ab und nahm von Mittelanmeldungen der Schulleitung für das nächste Jahr Kenntnis.


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