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Nordfriesland Tageblatt

14. Dezember 2017 | 18:49 Uhr

Geduldige Pferde und fliegende Stiefel

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Seit mehr als vier Jahrzehnten gibt es das Heidefest / Vorführungen und Wettkämpfe lockten die Zuschauer auf den Reitplatz

von
erstellt am 01.Aug.2014 | 12:05 Uhr

Alljährlich lockt es Hunderte von Besuchern an: Gegenüber des ehemaligen Reitplatzes des einstigen Westrer Reitvereins – am Rande des Süderlügumer Forstes – fand das Westrer „Heidefest“ statt. Ins Leben gerufen wurde es vor mehr als 40 Jahren von Nicolai Nielsen sowie Johannes und Gerda Edlefsen. Organisator ist mittlerweile der Ringreiterverein Westre. Nach ganz bescheidenen Anfängen entwickelte sich die Feier zu einem Event, bei dem sich Besucher nicht nur an sportlichen und spielerischen Darbietungen des Reiternachwuchses erfreuen wollen, sondern auch die Gelegenheit zu lustigen Wettspielen und zwanglosem Klönschnack mit Freunden, Nachbarn und Bekannten nutzen möchten. Wegen des stets erheblichen Verzehrs an Grillwürsten und kühlenden Getränken, spricht man im Volksmund auch vom „Wurstfest“.

Auf dem einem Hünengrab ähnlichen „Feldherrenhügel“ hing eine Schleswig-Holstein-Fahne schlaff am Mast, als der Vorsitzende des gastgebenden Vereins, Siegfried Petersen, die Festgemeinde willkommen hieß und sie in das Programm der Feier einführte. Auf dem gut abgesicherten Reitplatz, an dessen Grenzen viele Zuschauer – von Kindern bis zu Urgroßeltern – auf Bänken, Klappstühlen oder Strohballen Platz genommen hatten, zeigten zunächst Wiebke Nissen und Johanna Pörksen eine reiterliche Choreographie als „Pas de deux“. Abgelöst wurden sie von den Longenkindern, die unter der Leitung von Anja Hansen und Wiebke Nissen mit Kunststücken aufwarteten, für die das Publikum lautstark Beifall spendete. „Mama, hast du mich gesehen?“, ließ sich ein kleines Mädchen vom Platz aus vernehmen, nachdem es dem Publikum – auf dem geduldigen Pferde stehend – fröhlich zugewunken hatte. Zum Abschluss ihrer Darbietungen zeigten die Kinder in märchenhafter Verkleidung ihr Spiel „Hänsel und Gretel“, eine eigenwillige Variante des Märchens der Brüder Grimm. Der die Spielerinnen und Spieler leitende Text ertönte per Lautsprecher über den Platz.

Als die Kinder mit Dankesworten und Schokolade verabschiedet worden waren, begann ein Radringstechen, getrennt für Jugendliche und Erwachsene. Erstere hatten 15, Letztere zwölf Durchgänge zu absolvieren und dabei jeweils zwei Galgen zu durchfahren. Es folgte ein leidenschaftlich ausgetragener Wettkampf im Gummistiefel-Zielwurf, bei dem es galt, von einem vorgegebenen Punkt aus fünf Stiefel unterschiedlicher Größe in den Mantel eines Autoreifens zu bugsieren. Viele Kinder hatten einen Riesenspaß daran, sich vom Fahnenhügel hinunterzurollen. Ihnen dürfte zu Hause die Badewanne oder Dusche nicht erspart worden sein.

Während des gesamten Abends herrschte am Würstchengrill Hochbetrieb. Wegen der Sommerhitze der vorangegangenen Wochen und der dadurch gesteigerten Flächenbrandgefahr verzichteten die Gastgeber darauf, ein Lagerfeuer zu entzünden, was die Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr Westre, die Brandwache wahrzunehmen, erleichterte.

Vor der Bekanntgabe und Ehrung der erfolgreichsten Radringstecher und Gummistiefelwerfer wurde die Festtombola abgewickelt. Die Gewinnlose hatte zuvor Bürgermeister Peter Max Hansen gezogen, so dass diese nur noch ausgerufen zu werden brauchten. Wie sich sodann herausstellte, hatte auf Seiten der Jugendlichen Jana Petersen das Radringstechen mit 28 von 30 möglichen Treffern gewonnen, gefolgt von Milen Steensen (26 Ringe) und Kathrin Dittelbach (25 Ringe).

In der Gruppe der Erwachsenen hatte Reinhard Hansen mit 20 von 24 möglichen gestochenen Ringen den 1. Platz der Tabelle errungen. Mit gleicher Trefferzahl belegte – nach einem „Umstechen“ – Maike Petersen den zweiten Platz. Über den dritten Platz durfte sich Mayleen Steensen freuen, für die 18 Treffer protokolliert waren. Das Gummistiefelzielwerfen gewann bei den Jugendlichen Lilli Paulsen vor Mathis Steensen und Louis Paulsen. Auf Seiten der Erwachsenen hatte Christian Nissen gesiegt, gefolgt von Wolfgang Pörksen und Peter Steffens.

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