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Zehn Jahre BAW Südtondern : Geduldig, innovativ und flexibel

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Zum zehnten Geburtstag der Bildungs- und Arbeitswerkstatt Südtondern kamen zahlreiche Gäste / Viel Lob für den Bildungsträger

„Zehn Jahre auf Kurs“: Unter diesem Motto feierte die Bildungs- und Arbeitswerkstatt Südtondern gGmbH (BAW) in ihrem Haus am Peersweg ihren ersten „runden“ Geburtstag. Am Vormittag stand die Einrichtung allen Interessierten zur Besichtigung offen. Die BAW hält Angebote für junge Menschen vor, um sie auf den Berufsalltag vorzubereiten, ihnen ausbildungsbegleitende Hilfe anzubieten oder ihnen beim Reifeprozess zur Erlangung der Ausbildungsreife praktisch beizustehen. Auch die Betreuung und sprachliche Schulung jugendlicher Flüchtlinge aus den Krisengebieten zählt zu den von ihr übernommenen Aufgaben.

Am Nachmittag gab es einen Empfang für 130 Gäste aus den Bereichen des Bildungs-Ministeriums, der Agentur für Arbeit Flensburg, der Politik des Landes Schleswig-Holstein, des Kreises Nordfriesland und dessen Kommunen sowie aus dem großen Kreis der Kooperationspartner – einschließlich der Banken – und der Mitarbeiter des Jubilars. Den Auftakt der Grußworte übernahm der Bürgermeister der Stadt Niebüll, Wilfried Bockholt. Er erinnerte daran, dass das Oberlandesgericht Düsseldorf 2003 entschieden hatte, das Jugendaufbauwerk (JAW) als öffentlich gestützte und finanzierte Bildungseinrichtung genüge nicht mehr dem aufkommenden Wettbewerb durch Ausschreibung von Bildungsmaßnahmen, denn es trage zu wenig Risiko. Deshalb sei das JAW Niebüll am 6. Februar 2006 in eine privatrechtliche Trägerstruktur überführt worden und firmiere seitdem als „BAW Südtondern gGmbH“. Für viele Mitarbeiter sei der Schritt in die Privatwirtschaft mit spürbaren finanziellen Einbußen persönlicher Art verbunden gewesen. Wer sich durch diese nicht von der Fortsetzung seiner Arbeit habe abhalten lassen, dem gebühre Dank und Respekt. „Hurra, wir leben noch!“, zitierte Bockholt abschließend den Schlagerstar Milva.

Dr. Doris Stenke vom Ministerium für Schule und Berufsbildung übermittelte Grüße und gute Wünsche der Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein, Britta Ernst, bevor sie auf die Vorgeschichte der Einrichtung einging. Stenke lobte das Jugendaufbauwerk-Gesetz von 1949, dank dessen es unter schwierigsten Bedingungen gelungen sei, nach dem Zweiten Weltkrieg jungen Flüchtlingen in ihrer neuen Heimat Bildungs- und Lebensperspektiven anzubieten. „Wenn Sie heute – eingebettet in die fast 40-jährige JAW-Geschichte in Nordfriesland – Ihr Jubiläum feiern, unterstreichen Sie einmal mehr, wie innovativ und anschlussfähig Sie sich als Bildungsträger gezeigt haben. Denn die Zeiten ändern sich, und wir alle müssen uns ihnen anpassen.“ Die BAW sei glücklicherweise flexibel aufgestellt.

Letzteres bestätigte auch der Geschäftsführer Hauke Brückner, der darauf hinwies, im Vergleich zu 2006 sei die Zahl der Maßnahmen von zwei (Berufsvorbereitung und Wohnheim) auf 16 angestiegen. Die Zahl der Mitarbeiter habe sich im selben Zeitraum von 21 auf 42 verdoppelt. Der Jahresumsatz habe sich von 1,2 Millionen auf 2,2 Millionen Euro gesteigert. An den Schulstandorten begleite man zur Zeit 235 Schüler. „Unsere starke Verankerung in der Region und die große Zahl unserer Netzwerkpartner bewirken unser Know-how“, so Brückner.

Hans Martin Rump von der Arbeitsagentur Flensburg dankte den BAW-Mitarbeitern ihnen für ihre verantwortungsbewusst geleistete Arbeit: „Sie führen jugendliche Menschen, die bestimmte ,Päckchen‘ mit sich herumtragen, geduldig an Ausbildung oder Berufe heran.“ Nordfrieslands Kreispräsident Heinz Maurus attestierte der BAW, seit Jahren „einen soliden Kurs gesteuert sowie manche Untiefen und Stürme erfolgreich gemeistert zu haben“. Gemeinsam bemühe man sich, jungen Menschen „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten. Darüber hinaus habe der Kreis der BAW eine Gruppe minderjähriger Flüchtlinge anvertraut: „So sieht gelebte Integration aus.“ Im Namen der Handwerkerschaft Nordfriesland-Nord sprach Kreishandwerksmeister Ingwer Christophersen deren Glückwünsche zum Jubiläum aus: „Was hier aufgebaut wurde und geleistet wird, ist wirklich aller Ehren wert.“ Zudem lobte er die gute Zusammenarbeit mit allen Kooperationspartnern. Als Sprecher aller Mitarbeiter der BAW Niebüll trat Tade Ketelsen in Erscheinung, der allen Personen, die an der Vorbereitung des Tages der offenen Tür und des Empfangs mitgewirkt hatten, seinen Dank aussprach. Ein Extradank galt in diesem Zusammenhang dem Geschäftsführer Hauke Brückner als „Kapitän“ der gastgebenden Einrichtung.

Anschließend stand der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner am Rednerpult. Er hat 2010 seinen Dienst in den Fußballarenen aufgegeben, um sein Wissen als Trainer von Schiedsrichtern wie auch von Führungskräften in der freien Wirtschaft tätig ist. Er sprach über das Thema: „Entscheidungen in Stresssituationen.“ Ganz ohne Stress klang die ganztägige Jubiläumsveranstaltung mit einem Spargelessen aus.

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erstellt am 15.Jun.2016 | 05:45 Uhr

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