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Gast-Streicher mit beeindruckender Virtuosität

vom

Die Württembergischen Streicher-Solisten begeisterten ihr Publikum mit einem harmonischen Zusammenspiel und musikalischem Einfühlungsvermögen

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

NIEBÜLL | Am vergangenen Wochenende gastierten die "Württembergischen Streicher-Solisten" in der Christuskirche. Das sauber intonierende Quintett, dem Musiker aus verschiedenen, in Baden-Württemberg beheimateten Orchestern angehören, setzte sich zusammen aus Walter Schreiber und Nico Kovatchev (Violinen), Tom Morrison (Viola), Joanna Sachryn (Violoncello) und dem Kontrabassisten Paul F. Deppe, der zugleich die Musik durch nachdenklich stimmende Texte ergänzte und als Moderator durch das Programm führte. Dieses wies nur wenig sommerliche Züge auf, befasste es sich doch überwiegend mit gedankenschweren Themen.

Zum Auftakt erklangen zwei romantische Liebeslieder von Fritz Kreisler. Von beiden Kompositionen erwies sich die mit "Liebesleid" überschriebene, unmittelbar ins Ohr gehende Komposition als die ansprechendere. Es folgte die gefühlvolle, auf einem Volkslied beruhende Canzone "Andante cantabile", eine Adaption des zweiten Satzes aus dem Streichquartett Nr. 1 in D-Dur (op. 11) von Peter Tschaikowsky.

Hastige Melodien


Die Cellistin Joanna Sachryn übernahm die Führungsstimme und ließ dabei ihr Instrument "singen", dass es eine Freude war. Nicht weniger überzeugend nutzte sie die Gelegenheit, ihre beeindruckende Virtuosität und ihr hochsensibles musikalisches Einfühlungsvermögen als versierte Solistin zu demonstrieren, als sie ein "Dulcissimo" anstimmte, das der 1946 geborene lettische Komponist Petr Vaksk in sehr modernem Stil verfasste. Über einem fast durchgehenden, tiefen Orgelton entfalteten sich zarte, wenngleich hastige Melodien, Pizzicati und Glissandi, zeitweise sogar im Zusammenklang mit der hohen Stimme der Joanna Sachryn.

Hauptbeitrag des anspruchsvollen Konzertes war das "Requiem" von Wolfgang Amadeus Mozart in einer für Streichquintett eingerichteten Fassung, gestaltet von Peter Lichtenthal, einem Preßburger Arzt, der seinen Freunden die Musik Mozarts nahebringen wollte. Die Bearbeitung Totengesangs forderte allen Streichern ein Höchstmaß an technischem Können und Sensibilität ab. Das Ensemble wusste zu überzeugen. Es endete zunächst abrupt bei der Note des Chorsatzes "Laccrimosa", die Mozart vor seinem Ableben als letzte zu Papier brachte. Anschließend wurde der Satz noch einmal in der von Schülern des Komponisten vollendeten Version dargeboten.

Aufgrund des langen Beifalls warteten die Streicher-Solisten noch mit einer Zugabe auf: dem "Adagio" aus dem Klavierkonzert Nr. 21 von Mozart. Die Hauptlast, das fehlende Piano zu ersetzen, hatten der 1. Violonist Walter Schreiber und der Bratschist Tom Morrison zu tragen, die ihren Aufgaben vollauf gerecht wurden.

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