Museums Kunst der Westküste : Ganz viel wilde Natur

Meeresbilder von Emil Nolde werden im Herbst auf Föhr gezeigt.
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Meeresbilder von Emil Nolde werden im Herbst auf Föhr gezeigt.

Norwegen, Kap Hoorn und Nolde: Das Jahresprogramm des Museums Kunst der Westküste. Saison beginnt am 4. März.

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07. Februar 2018, 04:49 Uhr

Alkersum | Norwegen, das Land der Berge und Fjorde, das Land der Mitternachtssonne und der Polarlichter, hat mit seiner spektakulären Natur schon immer Künstler angezogen. Diese norwegische Kunst bildet einen Schwerpunkt im Ausstellungsjahr 2018 des Museums Kunst der Westküste (MKDW) – und dafür konnten Museumsdirektorin Ulrike Wolff-Thomsen und ihr Team aus dem Vollen schöpfen. Denn norwegische Landschaftsmalerei findet sich in großer Zahl in den Beständen des Alkersumer Museums. „Alle, die in der Kunst Norwegens eine Rolle gespielt haben, sind in der Sammlung vertreten“, berichtet Wolff-Thomsen.

Diese Werke sollen jetzt erstmals zusammen in einer Ausstellung gezeigt werden: Mit „Faszination Norwegen – Landschaftsmalerei von der Romantik bis zur Moderne“ wird die Saison am 4. März eröffnet. „Dieses Jahr fängt bei uns geballt mit Norwegen an“, kündigt Wolff-Thomsen an. Denn Kunst aus dem skandinavischen Land wird bis in den Herbst hinein die Ausstellungen im MKDW dominieren.

Neben Arbeiten von Johan Christian Dahl (1788 bis 1857 ), der als Vater der modernen norwegischen Landschaftsmalerei gilt, werden Werke weiterer Norweger wie Peder Balke, Hans Gude oder Edvard Munch, aber auch Norwegen-Bilder von deutschen, dänischen und niederländischen Künstlern gezeigt. Rund 60 Gemälde und Grafiken sind in dieser Schau zu sehen, der in der Ausstellung „Norway Contemporary“ Arbeiten von sieben zeitgenössischen Künstlern gegenübergestellt werden, die sich in Fotografie, Installation und Videokunst mit dem Thema „Landschaft in Norwegen“ befassen.

Erstmals in einem deutschen Museum gezeigt werden außerdem Bilder des norwegischen Fotografen und Journalisten Kåre Kivijärvi (1938-1991) – Schwarzweiß-Aufnahmen, die Einblicke in das Leben der Menschen in der eisigen Landschaft Nordnorwegens geben.

Die Landschaftsmalerei-Ausstellung dauert bis zum 2. September, die beiden anderen Eröffnungs-Schauen werden bis zum 24. Juni gezeigt. Abgelöst werden sie ab 1. Juli von einem Projekt der 1955 in Wuppertal geborenen Künstlerin Susanne Kessler, die im Jahr 2016 als „Artist in Residence“ in Alkersum war und dort im Föhr-Lexikon auf die Odyssee des Dreimasters „Susanna“ bei der Umsegelung von Kap Hoorn stieß. Dieses Segelschiff geriet im Winter 1905 unter der Führung des Föhrer Kapitäns Christian Jürgens vor Kap Hoorn in lang anhaltende Stürme, die Umrundung der Südspitze Amerikas dauerte deshalb 100 Tage und gilt als die längste und härteste Kap-Hoorn-Umsegelung der Seefahrtsgeschichte. Susanne Kessler arbeitet an einer großen Installation zu diesem Thema, die zusammen mit Aquarellen und Skizzen bis zum 6. Januar gezeigt werden soll.

Ebenfalls bis zum 6. Januar gibt es ab 9. September dann noch eine Ausstellung, auf die Ulrike Wolff-Thomsen schon lange hingearbeitet hat: Das Föhrer Kunstmuseum zeigt – in Zusammenarbeit mit der Nolde-Stiftung Seebüll – „Emil Nolde und das Meer“.

Über 70 Ölgemälde und Aquarelle, in denen sich der Maler in einem Zeitraum von fast fünf Jahrzehnten mit der Nord- und Ostsee auseinandergesetzt hat, werden im MKDW präsentiert. „Wir konnten eine ganz exzellente Auswahl treffen“, freut sich die Föhrer Museums-Chefin auf diese Ausstellung, die, so berichtet sie stolz, die erste Nolde-Schau sei, die sich ausschließlich diesem Thema widme.


Museum Kunst der Westküste, Hauptstraße 1, 25938 Alkersum, ✆ 04681/747400, www.mkdw.de

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