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Nordfriesland Tageblatt

23. Oktober 2017 | 12:54 Uhr

Ganz schön dumm?

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 14:18 Uhr

Ganz schön dumm, so könnte man meinen, ist, wer so handelt, wie Jesus es seinen Freundinnen und Freunden anempfiehlt: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ und „Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar“. Oder: „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen“. Die Wirklichkeit ist anders. Und auf den ersten Blick könnte man heraushören: Schweigend sollst du dich dem Unrecht beugen, unmenschlicher Macht gehorchen, der Verachtung freie Bahn lassen.
In einem Gespräch über diese Sätze sagte jemand: „Solch ein Handeln macht das Böse sprachlos.“ Was da in der Bergpredigt in Kapitel 25 des Matthäus-Evangeliums zu lesen ist, ist keinesfalls lebensfremd. Es ermutigt, Macht, Verachtung, Hass und Misstrauen sprachlos zu machen, so dass sie ihre Stimme unter uns Menschen verlieren.
Jesus redet nicht einfach davon, einfach das Alles mit dem Mäntelchen der Liebe zuzudecken, sondern davon, Möglichkeiten und Wege zu finden, nicht ihrer Vernichtungskraft auf den Leim zu gehen. Wer nämlich Feindbild mit Feindbild beantwortet, wer hasst, weil der andere hasst, wer schlägt, nimmt, verachtet, weil der andere das auch tut, durchbricht nicht die Spirale der Gewalt, sondern schraubt sie weiter empor.
Die Worte Jesu sind eine Vision, ein Ziel, eine Zukunft, wie Menschen menschlich miteinander leben können, wenn sie nicht immer wieder mit Unrecht auf Unrecht reagieren. Das ist eine Vision, wie Unrecht sprachlos werden kann.

Versuchen wir doch mal, menschliche Schritte zu gehen an der Seite Verachteter und auch an der Seite Verachtender. Versuchen wir doch mal, nicht auf Hass mit Hass zu reagieren.
Beginnen wir doch mal damit, die Würde und das Lebensrecht anderer zu respektieren, auch wenn sie anders denken, handeln und leben als wir.
Nennen wir doch mal Unrecht, Machtmissbrauch und Missachtung von Würde oder Leben beim Namen. Lassen wir doch mal nichts unversucht, was dem Leben dient.

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