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Entwicklungshilfe : Galmsbüllerin zieht es nach Südafrika

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Für ein Jahr geht die 19-jährige Sünneke Marie Magnussen im Rahmen eines Weltfreiwilligendienstes nach Soweto

von
erstellt am 05.Aug.2015 | 10:44 Uhr

Sünneke Marie Magnussen zieht nach Südafrika. Für ein Jahr. Am 10. September geht es los, dann macht sich die 19-Jährige aus Galmsbüll im Rahmen von Weltwärts, dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst, auf den Weg in die Provinz Gauteng, ganz genau nach Soweto. Gefördert wird das dortige Projekt „Copessa“ vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. 75 Prozent der entstehenden Kosten für den einjährigen Aufenthalt übernimmt der Bund, den Rest – 2400 Euro – muss Sünneke Marie Magnussen irgendwie selber aufbringen, denn sie gehört nicht zu den Glücklichen, die ein Stipendium erhalten. Damit es im September losgehen kann, wirbt sie für ihr Projekt, sucht nach Förderern, um die 2400 Euro zusammenzubekommen. „Das Geld geht an die Organisation, die davon den Flug, die Unterkunft, Versicherung und auch ein monatliches Gehalt für mich in Höhe von 100 Euro zahlt.“

24 Freiwillige entsendet die als gemeinnützig anerkannte Organisation SAGE Net (South African German Network) in diesem Jahr nach Südafrika. „Ziel ist ein Basis-Dialog und ein interkultureller Austausch zwischen beiden Ländern“, sagt Sünneke Marie Magnussen. Bevorzugte Bereiche sind Bildung, Ökologie und Gesundheit. „Wir können gegenseitig voneinander lernen.“ Sünneke Marie Magnussen hat am Beruflichen Gymnasium ihre Abschlüsse in Agrarwirtschaft sowie Agrar-Biologie und -Technik gemacht, und da kommt ihr das Einsatzgebiet gerade recht, denn sie wird mit Einheimischen in Kleingärten arbeiten. „Dort werden beispielsweise Kohl, Zwiebeln und Spinat angebaut. Sie sind für den Verkauf in den Supermärkten bestimmt.“

Das alle Altersgruppen umfassende Projekt, in dem die Galmsbüllerin mitarbeitet, heißt Copessa, setzt sich für Kinder und Frauen mit Gewalterfahrung ein und hat drei Schwerpunkte: Familien eine einkommensbasierende Arbeit zu ermöglichen, die klinische Versorgung – darunter medizinische Hilfe für Kinder, Opfer von Misshandlungen, Therapien für Betroffene und Angehörige (HIV, Alkoholismus und ähnlichem) –, den Aufbau eines sicheren Umfeldes und geschützten Raumes durch Errichtung von Gemüsegärten, Lesen und Hausaufgabenhilfe für Kinder sowie Schaffung von sicheren Parks und Spielplätzen. Das Ganze dient auch der Vorbeugung von Gewalt und Missbrauch.

Die 19-Jährige wird mit Einheimischen die Gärten pflegen, aber auch im Büro unterstützen. Der Nachmittag gehört der Kinder- und Jugendbetreuung. Für Sünneke Marie Magnussen ist das keine neue Welt, denn sie bringt einen großen Erfahrungsschatz mit. Die Galmsbüllerin arbeitet seit Jahren ehrenamtlich für das evangelische Kinder- und Jugendbüro, war mit der Organisation viel auf Reisen. So nahm sie 2014 an einer Jugendbegegnung in Tansania teil. Sünneke Marie Magnussen liebt das Basketballspielen, und da kommt ihr ein Projekt am Einsatzort sehr entgegen. Sie übernimmt die Betreuung des Teams, das dort von ihren Vorgängern aufgebaut wurde.

Wie ist sie an ihren Freiwilligen-Platz gekommen? „Ich habe im Netz die Homepage von ,Sage Net’ gefunden. Mich hat insbesondere der ökologische Bezug der Arbeit interessiert.“ Es folgte ein Auswahlverfahren mit einem Workshop sowie zwei Gesprächen in Berlin. In Team- und Einzelvorstellungen wollte die Entsende-Organisation feststellen, ob die Bewerber geeignet sind. Vor Ort ist sie keineswegs auf sich alleine gestellt. Sie hat Mentoren, die ihr helfen, sich einzuleben. Und: Sünneke Marie Magnussen möchte die Landessprache isiZulu lernen.

„Afrika hat mich schon immer fasziniert“, sagt sie. Und Südafrika im speziellen. „Die Geschichte, der Wandel des Landes unter der Präsidentschaft von Nelson Mandela.“ Betroffen macht sie, dass die Apartheid in dem Land „immer noch zu sehen ist“. Dennoch reizt es sie, die Reise anzutreten. „Ich möchte neue Erfahrungen sammeln, neue Menschen kennenlernen, neue Kulturen entdecken. Vielleicht werde ich später einmal in einem Bereich arbeiten, in dem ich meine Kenntnisse anwenden kann.“

 

 

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