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Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 22:35 Uhr

Fürs Hospiz: Weg mit den Krawatten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Niebüller Bank motiviert Kunden und Mitarbeiter zur Abgabe ihrer Binder – Krawatten-Kette flattert nun über der Hauptstraße

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2017 | 15:42 Uhr

Ein Staatsmann ist ma n in Niebüll mitnichten. Zur Oper geht man hier auch nicht. Ein festliches Diner wird hierzulande kaum aufgetischt. Und die letzte Ehre bekommt man nur am Ende des Daseins erwiesen. Und einen Binder trägt man vielleicht erstmals dann, wenn man bei einer Bewerbung eine gute Figur machen will. Und wie ist es in einer Bank – etwa in der VR-Bank Niebüll? In der Chefetage und den leitenden Funktionen ist man heutzutage nicht mehr der Bankier, sondern eher der „Banker“ und ein Mensch wie du und ich. Und VR-Bankvorstand Klaus Sievers erläutert auf Anfrage unserer Zeitung: „Ich trage keine Krawatte mehr.“ Die VR Bank eG Niebüll wollte es aber ganz genau wissen und ließ Kunden, Mitglieder und Mitarbeitet über „oben mit oder oben ohne“ abstimmen. Das Ergebnis: Die Mehrheit befand „weg mit der Krawatte.“

Dieses Ergebnis hatte freilich die Frage zu Folge: Wohin mit den Krawatten? Und da hatte Banker Christian Sell die gute Idee mit der Spende. Danach sollten die Binder den Kleiderschränken entnommen und Gegenstand einer Verkaufsaktion werden – für einen Euro das Stück, und der Erlös sollte für einen guten Zweck bestimmt sein. Das kam auf Facebook gut an. Und es wurde auch gleich umgesetzt. Statt wie zur Vorweihnacht eine Lichterkette wurde am Gründonnerstag eine Leine zwischen den beiden Bankgebäuden über die Hauptstraße gespannt. Und an dieser Leine wurden die von der männlichen Bankbelegschaft gespendeten Krawatten aufgehängt. Aus dieser Krawattenaktion werden zwei weitere Aktionen. Erstens werden die Krawatten für einen Euro das Stück verkauft und der Erlös dem Wilhelminen-Hospiz in Niebüll zugedacht.

Zweitens sollen die Besucher des Hauptstraßenvergnügens 2017 erraten, wie viele Krawatten an der Leine hängen. Wer die Zahl errät oder ihr am nächsten kommt, kann Golddukaten für den Einkauf gewinnen.

Schöner Nebeneffekt: Viele tapfere Schlipsträger fühlen sich eines zwar eleganten, jedoch zuweilen lästigen Accessoire entledigt und können befreit aufatmen. Wer Kummer mit dem Windsor-Knoten hat, darf sich dennoch weiterquälen – muss aber nicht. Ob dies das Ende der Krawatte ist, die man auch Schlips oder Binder nennt? Abwarten. Denn auch für die Mode gilt, dass alles mal ein Ende hat, vielleicht aber auch auch mal wieder zum Trend wird.

 

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