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Nordfriesland Tageblatt

18. August 2017 | 12:53 Uhr

Mühlen-giganten : Für den Transport bereit

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In mehreren Etappen werden in den nächsten Tagen Teile von vier großen Windkraftanlagen durch Südtondern transportiert. Eine Aktion, die bereits viele Umbaumaßnahmen erforderte. Gestern, gegen 8.30 Uhr, trafen in Dagebüll die ersten Turmelemente ein.

Aufmerksame Verkehrsteilnehmer haben in den vergangenen Tagen beobachten können, dass entlang der Bundesstraße 5 sowie Landesstraße 5 Maßnahmen für einen Schwertransport anstanden. Straßeninseln wurden begradigt, Verkehrsanlagen abgebaut. Denn im Fährhafen Dagebüll zeichnet sich für die nächsten Tage und Wochen ein nicht alltägliches Schauspiel ab. Dort legen von Schleppern gezogene Pontons an, auf denen Teile größerer Windkraftanlagen befördert werden. Dabei handelt es sich um Turmelemente und Getriebehäuser für je zwei Windräder in zwei verschiedenen Windparks in Handewitt und Wanderup.

Wie der Dagebüller Hafenmeister Timo Kiekow berichtete, kommen die Turmelemente aus Cuxhaven und die Getriebehäuser aus Bremerhaven. Gestern Morgen um kurz vor 8 Uhr legte der erste Ponton mit zwei Turmteilen in Dagebüll an – gezogen von „Hans“ mit Bugsierhilfe von „Helmut“, zwei 22 und 17 Tonnen große Schlepper.

Heute sollen die beiden Elemente mithilfe eines 1000-Tonnen-Krans entladen und auf Tieflader übergeholt werden. Auf dem Landweg geht es dann via Risum-Lindholm, Bundesstraße 5, Enge-Sande, Landesstraße 5, Klintum-Leck zur B 199 und von dort weiter zum jeweiligen Zielort mit seinem Windpark.

Die Fahrwege sind in der Zwischenzeit für den Transport vorbereitet – und alle Hindernisse weitgehend beseitigt. Seit ein paar Tagen schon sind beispielsweise bei den Verkehrsinseln aus Kopfsteinpflaster beim Lecker Ortseingang Richtung Klintum und Stadum die sogenannten Flachbordsteine entfernt und die Fläche geteert worden. Verkehrszeichen wurden so hergerichtet, dass sie schnell ab- und wieder aufzubauen sind. „Eine Vielzahl an Maßnahmen stand an, die alle lange im Voraus geplant wurden“, erklärt Karl-Heinz Roos, Leiter der Niederlassung Flensburg vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH). „Was das alles gekostet hat, ist uns relativ egal, denn zahlen muss das der Transporteur und nicht der Steuerzahler.“

Aller Voraussicht nach werden die Transporte während der Nachtstunden stattfinden, um den Verkehr möglichst nicht zu behindern. Roos: „Wann genau das sein wird, ist auch uns nicht bekannt. Es kommt immer wieder vor, dass Bürger nach den genauen Zeiten nachfragen, um das Spektakel beobachten zu können, aber eine Auskunft können wir denen leider auch nicht geben.“

Wie verlautet, sollen die 59 Meter langen Rotorblätter ausschließlich auf dem Landweg befördert werden. Dieser Mühlentransport erinnert an den spektakulären Transport der drei 6M-Repower-Testanlagen für den deutsch-dänischen Windpark Vindtved in Westre/Ellhöft im Spätherbst 2009. Während Turm, Kanzel und Getriebehaus weniger Probleme bereiteten, wurde der Transport der Rotorblätter zu Zentimeter-Kunststücken: das eine in der scharfen Kurve auf der B 199 zwischen der A 7 und Handewitt, das andere in der Lecker Ortsdurchfahrt am Deutschen Haus.

Die vier Anlagen für Wanderup und Handewitt kommen vom Windenergieanlagenhersteller „Senvion“ (ehemals Repower). Wie der Wanderuper Projektleiter Matthias Vogel auf Anfrage mitteilte, handelt es sich bei den Mühlen um Anlagen des Typs „6.2M 126“ – mit einer Leistung von 6,2 Megawatt, einem Rotordurchmesser von 126 Metern, einer Nabenhöhe von 117 und einer Gesamthöhe von 180 Metern. Betreiber sind zwei verschiedene Windparks, die in den letzten Juni- und ersten Juliwochen „an den Wind“ gehen werden.

Für das Ladegeschäft in Dagebüll sind gute Organsation und zügiges Prozedere angesagt. Denn: Den Transportfachleuten stehen „tidemäßig“ zwischen 6,30 Metern mTH und 3,20 Metern mTN nur knapp sechs Arbeitsstunden zur Verfügung. Heute in den frühen Vormittagsstunden sollen die beiden ersten Turmelemente „am Haken“ sein. Danach geht es „sutje“ weiter mit dem, was Cuxhaven und Bremerhaven auf dem Wasserweg heranschippern.

Auch eine andere Zahl ist eindrucksvoll: Insgesamt 48 Transporte würden von Mai bis Juni durch die Gemeinde Leck geleitet, sagt Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn. „Die Zahl der Schwertransporte nimmt mit der neusten Generation an Windkraftanlagen deutlich zu“, bilanziert Karl-Heinz Roos.

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erstellt am 07.Mai.2014 | 06:45 Uhr

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