Rummelpott : „Fru, maak de Dör op“

Fantasievoll verkleidete Gestalten waren in Sprakebüll unterwegs.
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Fantasievoll verkleidete Gestalten waren in Sprakebüll unterwegs.

Das Silvesterwetter meinte es gut mit Südtonderns Rummelpottläufern: Just zur frühen Abendzeit verzog sich der Regen.

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01. Januar 2018, 19:55 Uhr

Südtondern | Wie in Leck und Sprakebüll zogen in ganz Südtondern etliche Rummelpottläufer am Silvestertag durch die Straßen, sangen traditionelle Lieder wie „Fru, maak de Dör op“ und baten um süße Gaben. Sie hatten Glück, denn just zur frühen Abendzeit verzog sich der Regen, so dass sich die verkleideten Gestalten trockenen Fußes bei angenehmen acht Grad Außentemperatur auf den Weg machen konnten.

Rummelpott hat eine lange Tradition im Norden Schleswig-Holsteins und im Süden Dänemarks. Der Begriff stammt aus dem Niederdeutschen (rummeln = poltern) und bezeichnete einst einen Topf, der mit einer Schweinsblase überzogen war und mit dem man mittels eines Schilfrohrs Krach machte. In den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Neujahr sollten damit die Wintergeister vertrieben werden, denn im Volksglauben stand in diesen Nächten die Welt der Geister offen.

Heute denken die Kinder wohl eher an die Beute, die Tradition des Rummelpottlaufens geht jedoch wahrscheinlich auf das 17. Jahrhundert zurück und auch Erwachsene laufen heute noch Rummelpott, diese erhalten statt Süßem jedoch in der Regel ein Gläschen Schnaps.

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