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Nordfriesland Tageblatt

19. Oktober 2017 | 04:00 Uhr

Fröhliches Bechern ohne Reue

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zum alkoholfreien Punsch oder lässt das Auto stehen: Die Polizei verstärkt derzeit ihre Verkehrskontrollen

von
erstellt am 09.Dez.2016 | 11:46 Uhr

Den Friesen wird gern nachgesagt, dass sie recht trinkfest sind. Und Gelegenheit zum Alkoholgenuss gibt es derzeit reichlich. Ob an den vielen Punschbuden in den Ortszentren oder auf den feucht-fröhlichen Weihnachtsfeiern, die die Vereine und Firmen aktuell ausrichten: Alkohol fließt. Und das weiß auch die Polizei, die deshalb in diesen Tagen in Südtondern verstärkt Kontrollen durchführt.

„Im Grunde darf jeder so viel trinken, wie er will“, sagt zwar Alfred Bahnsen, leitender Beamter des Niebüller Polizeireviers, um dann aber deutlich zu werden: „Nur sollte sich dann niemand mehr ans Steuer setzen.“ Dennoch sei die Wahrscheinlichkeit, dass Autofahrer Alkohol im Blut haben, in der Vorweihnachtszeit höher als sonst. Und so steigt wiederum auch die Aussicht, in eine Verkehrskontrolle zu geraten.

Die Polizei führt vermehrt Verkehrskontrollen an festen Standorten durch – bevorzugt innerorts, um Haltemöglichkeiten für die Fahrzeuge sowie gute Lichtverhältnisse ab den Nachmittagsstunden zu haben. In Niebüll stehen die Beamten beispielsweise gern in der Bahnhofstraße, im Peter-Schmidts-Weg oder in der Marktstraße.

Weit häufiger wird jedoch im Rahmen der üblichen Streifenfahrten auf Auffälligkeiten der Verkehrsteilnehmer geachtet. Kurvt ein Autofahrer in Schlangenlinie über den Asphalt, wird geprüft, ob es am Handy oder doch eher Hefeweizen lag. „Dafür reicht eine gute Nase“, erklärt Alfred Bahnsen. Das Pusten in ein Atemalkohol-Testgerät sei dann zwar freiwillig. „Damit kann aber unverzüglich geklärt werden, ob jemand tatsächlich getrunken hat oder nicht.“ Verweigert ein Fahrer das Pusten und haben die Beamten jedoch weiterhin einen Alkoholverdacht, kann eine Blutabnahme auf der Polizeistation oder im Niebüller Krankenhaus richterlicherseits angeordnet werden.

Wird ein Alkoholgehalt von 0,5 bis 1,09 Promille im Blut festgestellt, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Ein späteres Fahrverbot und eine Geldstrafe gibt es als Quittung dafür. Ab 1,1 Promille wird der Führerschein noch an Ort und Stelle entzogen. Wenn sich Ausfallerscheinungen zeigen oder ein Unfall passiert war, können jedoch auch bereits 0,3 Promille Alkoholgehalt im Blut Folgen haben.

Dass die Beamten aber als weitere Kontrolltaktik unbemerkt direkt an den Punschbuden der Weihnachtsmärkte stehen, dort die Trinker beobachten, warten, bis sie sich ans Steuer setzen, um sie dann anhalten zu können, sei falsch, versichert der Polizeibeamte Oliver Schultz von der Polizeistation Leck. „Das ist rechtlich gar nicht zulässig.“ Zwar würden auch in der Gemeinde Leck Kontrollen an den Straßen rund um den Weihnachtsmarkt bevorzugt, „man kann uns aber überall antreffen und sollte auch überall mit uns rechnen.“

Beide Beamte resümieren, dass sich die Südtonderaner in den letzten Jahren in der Vorweihnachtszeit trotz einiger Vorfälle eher besonnen verhalten haben. „Sie nutzen die Taxis oder organisieren Fahrgemeinschaften“, so Bahnsen. Er könne sich an keinen Fall erinnern, an dem der Alkoholgenuss eines Fahrers durch eine Weihnachtsfeier oder einen Punschabend besonders drastisch gewesen sei.

Für die Autofahrer, wie Glühweinverkäuferin Jutta Lützen-Junge auf dem Lecker Weihnachtsdorf versichert, stehe in fast allen Buden sowieso immer auch ein warmes, alkoholfreies Getränk bereit. „Wichtelpunsch heißt er bei uns und kostet nur 1 Euro“, so Lützen-Junge. „Den können die Autofahrer theoretisch literweise trinken.“

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