Neuer Chorleiter in Achtrup : Frischer Wind bei den Hale-Pop-Singers

Zu Hause in seinem Tonstudio kann Nordmann die Chorproben vorbereiten.
Zu Hause in seinem Tonstudio kann Nordmann die Chorproben vorbereiten.

Der Pianist und Musiklehrer Nick Nordmann aus Flensburg übernimmt die Chorleitung.

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14. September 2017, 03:46 Uhr

Achtrup | Zwanzig Jahre leitete Frank Bernstein-Jensen die Hale-Pop-Singers. Jüngst wurde er von dem Pianisten und Musiklehrer Nick Nordmann abgelöst. Mit neuen Ideen und Arrangements leitet dieser den 30-köpfigen Chor, der jeden Donnerstag um 20 Uhr in der dänischen Schule in Achtrup singt. Aktuell wird ausschließlich für das Weihnachtskonzert geprobt, das am Sonnabend 16. Dezember, in der Christuskirche in Niebüll stattfinden wird.

Der 32-jährige Flensburger bringt einiges an Erfahrung mit. Geboren und aufgewachsen in Hamburg, begann Nordmann schon früh mit dem Klavierspielen. „Ich wurde spielerisch an die Musik herangeführt.“ Im Alter von sieben Jahren nahm er seinen ersten Klavierunterricht, was ihm große Freude machte. Als 13-Jähriger bekam er einen anderen, strengeren Klavierlehrer und Nick verlor die Lust am Unterricht – aber nicht am Klavierspielen. „Ich habe immer weiter gespielt, mir selbst Sachen beigebracht und in ein paar Bands gespielt“, erinnert sich Nordmann. Nach der Schule machte er dann eine Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton beim NDR. Gleichzeitig wurde er bei dem renommierten Landesjugendjazzorchester Hamburg aufgenommen, bei dem er fünf Jahre lang spielte. „Dort habe ich vieles gelernt, besonders von dem damaligen Leiter Nils Gessinger, der selber Pianist ist“, so Nordmann.

Nach der Ausbildung machte der Musiker das erste Mal Station in Nordfriesland. Der passionierte Surfer absolvierte seinen Zivildienst auf Sylt. „Dort habe ich als Handwerker und Gärtner und im Winter als Hausmeister gearbeitet und ich konnte Musik machen und surfen.“

Die nächste und vorerst letzte Station machte der Musiker in Flensburg. Dort studierte Nick Nordmann Musik und Sport auf Lehramt. Sein Studium finanzierte er sich durch ein ganz besonderes Arrangement: er spielte als „Ersatzpianist“ in dem Musical König der Löwen in Hamburg. „2012 habe ich bei dem Musical vorgespielt; im nächsten Sommer war ich dort angestellt und konnte die festen Pianisten vertreten“, erzählt Nordmann. Er spielte zwischen 70 und 100 Shows im Jahr. Auch für das Musical Das Wunder von Bern begann der Pianist zu üben, doch dann kam ihm die Masterarbeit dazwischen. Seinen Masterabschluss in der Tasche, nahm er erstmal eine Auszeit und reiste für vier Monate nach Peru. Zurück in Flensburg wurde Nordmann 2015 vom Flensburger Regisseur und Autor Michael Wempner von der Boschmann und Finke Theatergruppe beauftragt, die Musik für das Musical „Waschbar“ zu schreiben. Ende des Jahres begannen die Proben und im Januar 2016 wurde in der Theaterschule in Flensburg Premiere gefeiert.

Doch wie kam der Pianist nun an die Hale-Pop-Singers? Der Kreis schließt sich mit dem Beginn des Referendariats, das Nordmann in Leck absolvierte. Mittlerweile ist er an der Gemeinschaftsschule an der Lecker Au als Lehrer angestellt. „Dort gibt es einen Wahlpflichtkurs für Musik und eine Schülerin erzählte mir, dass der Chorleiter ihrer Tante aufhöre und sie einen neuen suchten“, berichtet Nordmann.

Ina Christiansen, die selber in dem Chor singt, machte sich schlau und lud den Musiklehrer prompt zu einer Kostprobe ein. „Ich singe ja selber nicht, sondern spiele Klavier, deshalb war ich mir erst unsicher. Aber ich denke, dass es eine Bereicherung für den Chor ist, da ich sie auf dem Klavier begleiten kann“, sagt Nordmann. Die Hale-Pop-Singers verstanden sich auf Anhieb mit ihrem neuen Chorleiter, der viele Einflüsse vom Jazz mitbringt. „Ich fühle mich dort wohl und habe auch bis jetzt nur positive Rückmeldungen bekommen“, so Nordmann. Das merke man auch daran , dass es allen Spaß mache, zusammen zu musizieren. Trotzdem schwitzte er während der ersten Probe noch ordentlich: „Man muss immer alles im Blick behalten, die singen ja fünfstimmig.“ Außerdem sei es doch etwas anderes, mit Erwachsenen zu arbeiten, die schon ihr Leben lang singen, als mit Kindern. Er freue sich auf die Herausforderung. Für das Weihnachtskonzert soll ein rund einstündiges Programm auf die Beine gestellt werden. „Das wird richtig gut. Wir haben Weihnachtslieder von Gospel über Jazz bis Filmmusik im Angebot“, verrät Nordmann. Heute finden die zweiten Proben statt. Interessierte Sänger sind herzlich willkommen, nähere Infos bei Ina Christiansen unter Telefon 04661/2463.

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