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Weltmilchtag 2017 : Frische Milch für Südtondern

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Anlässlich des heutigen internationalen Milchtages haben wir uns umgehört, welche Rolle das Lebensmittel hier spielt.

„Super lecker“, sagt die fünfjährige Frida und fährt sich mit der Zunge über die Lippen, um sich den Milchbart abzuschlecken. Für sie und ihren Bruder Paul (8) aus Stadum ist Milch nicht vom Frühstückstisch wegzudenken. Dass die weiße Flüssigkeit Eiweiß, Kalzium und Phosphor sowie die Vitamine A, B und D enthält, ist den beiden Kindern dabei egal, nicht aber ihrer Mutter Julia Nahnsen: „Milch enthält viele Nährstoffe und ist gut für die Zähne und Knochen“, sagt sie. Regelmäßig gibt es in der Familie Milch zum Müsli, als Kakao oder als kleine Zwischenmahlzeit zum Trinken.

Auch in vielen Grundschulen und Kindergärten Südtonderns wird Milch gerne als Getränk gereicht. „Am beliebtesten ist natürlich der Kakao, aber unsere Kinder schlürfen gerne auch ein Gläschen Milch“, berichtet beispielsweise Edeltraud Dahmani von der Grundschule Klixbüll. Ausschließlich Biomilch kommt dabei für die aktuell 105 Schulkinder auf den Tisch.

Für Frauke Christiansen vom Evangelischen Kindergarten in Risum ist Milch ebenfalls ein wichtiges Grundnahrungsmittel, das den Kindern täglich zur Verfügung gestellt wird – die Kosten werden dabei vom Kindergarten getragen. „Wir kaufen die Milch hier in der Region, da es uns ganz wichtig ist, die Landwirtschaft vor Ort zu unterstützen“, berichtet die Kindergartenleiterin. Dies sei zwar nicht günstig, mache sich aber im Geschmack deutlich bemerkbar. „Die Kinder trinken die frische Milch richtig gerne.“ Für die derzeit 41 Kindergartenkinder werden pro Woche 18 Liter frische Milch bei einem Betrieb in Klintum bestellt. Neben dem Aspekt der gesunden Ernährung sollen die Kinder aber auch sehen können, wo die Milch her kommt. Deshalb besucht der Kindergarten regelmäßig den Erzeuger, der die Milch liefert. „Kinder müssen einfach wissen, wo die Milch aus dem Tetrapack im Supermarkt herkommt“, sagt Frauke Christiansen. Das sieht auch Klaus Schmidt von der Klintumer Frische so: „Auch für Kinder hier in der Region sind die Abläufe in der Landwirtschaft nicht so selbstverständlich, wie man vielleicht annehmen sollte“, berichtet der Seniorchef. Bei Führungen auf dem Hof können die Kinder nicht nur sehen, wo die Milch herkommt, sondern auch, wie daraus beispielsweise Joghurt hergestellt wird. Ähnliches wird auch auf der jährlich stattfindenden Aktion „Schulklassen auf dem Bauernhof“ gezeigt, das ehrenamtlich von Wolfgang Ziriakus, Lehrer im Ruhestand, unterstützt wird.

Dass es frische Milch aus der Region gibt, ist noch selbstverständlich. Dies könnte sich aber ändern, wenn der Milchpreis weiter fällt. Denn ein Leben als Milchlandwirt ist ein knallhartes Geschäft geworden. Alleine während der Milchkrise 2015/2016 haben etwa zehn Prozent der Milchbauern hier in Südtondern aufgegeben, sagt Wolfgang Stapelfeldt vom Kreisbauernverband Südtondern. Die aktuelle Zahl der Betriebe hier in der Region schätzt er auf etwa 200, davon sind unter fünf Prozent Biohöfe. „Wir haben hier in der Region allerdings den Vorteil, dass wir sehr gutes Grünland mit hervorragendem Wachstum haben“, so Stapelfeldt. Das saftige Grün vermischt mit frischen Kräutern ist genau das, was den guten Geschmack der regionalen Milch ausmacht, da ist sich Sabine Mohr vom Hof Christiansen aus Klockries sicher. „Unsere Kühe sind seit Anfang Mai auf der Wiese und kommen nur zum Melken in den Stall. Das kann man wirklich schmecken.“ Der Betrieb hat seit September letzten Jahres auf eine Direktvermarktung der Milchbei umgestellt und eine Milchtankstelle eröffnet. „Das, was man im Supermarkt bekommt, hat oft nichts mehr mit dem Ursprungsprodukt zu tun und verursacht oftmals gesundheitliche Beschwerden wie Laktoseintoleranz“, sagt sie. Neben den geringen Preisen, die ein Landwirt für seine Milch bekommt, sei der Hauptgrund für die Direktvermarktung gewesen, dass er ein „unverfälschtes, hochwertiges Lebensmittel“ verkaufen wollte.

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