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Toiletten-Förderung : Frische Klos für Schüler in Südtondern

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Während einige Kommunen in Schleswig-Holstein leer ausgingen, freuen sich Schulen in Südtondern über Geld vom Land zur Toiletten-Sanierung.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Niebüll | Südtondern Im Windhundrennen um die Mittel zur Sanierung ekeliger Schulklos sind in diesem Jahr viele Kommunen in Schleswig Holstein leer ausgegangen (wir berichteten). In Südtondern sieht das anders aus: Beide Schulen – in Leck und in Ladelund – , die sich um Unterstützung beworben hatten, bekamen auch einen Zuschlag. Das geht aus einer kleinen Anfrage der Abgeordneten Beate Raudies (SPD) hervor, die das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur vor rund zwei Wochen beantwortet hatte. Die zwei Einrichtungen werden demnach mit insgesamt rund 82  600 Euro aus dem Landesprogramm zur Sanierung sanitärer Räume in öffentlichen Schulen versorgt.

Rund 7610 Euro Zuschuss und damit eine 75-prozentige Förderung erhält die Grundschule Ladelund. Dabei kam das Förderprogramm für die Verantwortlichen eher überraschend. „Wir hatten sowieso vor, die Schultoiletten zu sanieren – der Zustand der Anlagen war nicht mehr besonders gut“, berichtet Ladelunds Schulverbandsvorsteher Hans-Heinrich Petersen. Es sei alles vorbereitet, sogar schon Aufträge erteilt worden: „Dann wurde das Förderprogramm kurz vor Ostern aufgelegt.“ Warten oder starten, sei dann die Frage gewesen. Die Antwort vom Land nach gezielter Nachfrage mit Unterstützung des Amtes Südtondern: Starten, die Förderung wurde dann sozusagen nachgereicht. Die Schulklos wurden in den Osterferien saniert und sind jetzt wieder tipptopp, insgesamt hat die Maßnahme rund 10  150 Euro gekostet.

In der Gemeinde Leck ist die Sanierung der WC- und Duschanlage in der Süderholzhalle zu 35,38 Prozent als förderungswürdig erachtet worden, weil die Gemeinschaftsschule an der Lecker Au diese Halle für ihren Sportunterricht nutzt. Das heißt: 212    004 Euro zuwendungsfähige Gesamtausgaben bedeuten eine Förderung von 75  000 Euro. Geld, das gut angelegt ist, obwohl Lecks Bürgermeister Andreas Deidert insgesamt eine Lanze für den Zustand der Schultoiletten in seiner Gemeinde bricht: „Die Grundschule zum Beispiel haben wir erst gründlich durchsaniert, auch die Toiletten.“ In der Gemeinschaftsschule an der Lecker Au sei im vorderen Teil ebenfalls renoviert worden – und auch im übrigen Bereich oder in der Süderholzhalle sei der Zustand der Toiletten keinesfalls so schlimm, wie es auf manchen Bildern von „Ekel-Schulklos“ andernorts aussehe. „Die sanierungswürdigen Einrichtungen sind eher in die Jahre gekommen.“

Toiletten, Waschbecken und Spiegel in den anderen Schulen im Amtsgebiet sind so gut in Schuss, dass sie die finanzielle Hilfe aus Kiel zunächst nicht angefordert hatten. „In der Friedrich-Paulsen-Schule in Niebüll sind 2008 und 2009 alle Toiletten komplett neu gemacht worden – beworben haben wir uns für das Programm daher nicht“, sagt Udo Petersen, Bauleiter vom Amt Südtondern, der damals für die Bauarbeiten verantwortlich war. Alles sei damals komplett ausgetauscht worden – inklusive der Fliesen und der Decke. Finanziert wurde das Projekt im Gymnasium vom Amt Südtondern, das damals Träger der Institution war – inzwischen ist der Schulverband Südtondern zuständig.

Das bestätigt auch Ingo Böhm, Vorsteher des Schulverbands Südtondern, der auch Bürgermeister der Gemeinde Bosbüll ist. Der Ort hat keine eigene Schule, sondern ist der Grundschule in der Nachbargemeinde Klixbüll zugeordnet. Diese Einrichtung sei „gut aufgestellt“, sagt Böhm. „Wir haben keinen Sanierungsstau – da hier immer sehr viel Geld in die Hand genommen worden ist.“

Ähnlich sieht es auch im Norden des Amtsgebietes, in Neukirchen und Süderlügum aus: „Unsere Schulen haben wir gut in Schuss – wir sorgen dafür, dass Dinge, die kaputt gehen, sofort repariert werden“, sagt Friedhelm Bahnsen, Schulverbandsvorsteher des Schulverbandes Südtondern-Nord, der für die beiden Einrichtungen verantwortlich ist. In der Emil-Nolde-Schule in Neukirchen, die Grund- und Gemeinschaftsschule ist, seien alle Wasch-und Toilettenräume neu. In der Süderlügumer Grundschule sind Bahnsen zufolge die Außentoiletten ebenfalls ganz neu – und auch jene im Inneren des Gebäudes seien „nicht so alt, dass da was gemacht werden muss“, sagt Bahnsen. Das Geld für solche Maßnahmen wird aus der Schulverbandsumlage bereitgestellt, an der in diesem Fall 13 Gemeinden beteiligt sind.

Im März 2017 wurden mit dem ersten Nachtragshaushalt zehn Millionen Euro für ein Programm zur Sanierung von Sanitärräumen an öffentlichen Schulen zur Verfügung gestellt. Auch im Haushalt 2018 will Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) Geld für neue stille Örtchen bereitstellen. Sogar im Koalitionsvertrag sei festgelegt, den Schulbau samt Instandsetzung der Sanitäranlagen zu stärken, sagt die ausgebildete Erzieherin, die sich seit Jahren mit Akribie um Schleswig-Holsteins Finanzen kümmert. Die Mittel sollen durch Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet werden.

 

 

 

 

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