zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 04:09 Uhr

Friesisch bleibt auf dem Stundenplan

vom

Geplant sind zwei Stunden pro Woche

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Niebüll | Die Friedrich-Paulsen- und die Regionalschule Niebüll wollen zum Beginn des neuen Schuljahres im Rahmen einer schulübergreifenden Kooperation das Fach Friesisch als Arbeitsgemeinschaft anbieten. Das teilte Rektor Gerd Vahder (Risum-Lindholm) in seiner Eigenschaft "Landesfachberater Friesisch" mit.

Die personellen Voraussetzungen für den auf wöchentlich zwei Stunden angesetzten Unterricht sind gegeben. Jetzt fehlen nur noch die Schüler, die dieses Angebot annehmen wollen. Als Lehrkräfte für den Friesischunterricht stehen die Leiterin der Fachschaft Dänisch, Oberstudienrätin Sinje Stein, und die angehende Regionalschullehrerin Birte Elke Petersen (zurzeit noch Studentin an der Uni Flensburg) zur Verfügung. Der Unterricht soll an einem Wochentag nachmittags erteilt werden. Die Teilnahme ist freiwillig und wird im Zeugnis nicht benotet. Oberstudiendirektor Manfred Wissel (FPS) und Rektor Hans Ferdinand Sönnichsen (RgS) werden auf das Friesisch-Angebot bei der Einschulung der Fünftklässler aufmerksam machen.

Ein wenig Friesisch in den Risum-Lindholmer Kindergärten und danach in den Grundschulen Lindholm, Risum und Niebüll: Und dann ist nichts mehr. Man war sich zwar im Klaren darüber, dass die Sprache in die weiterführenden Schulen gehört. Aber es fehlten die Lehrer. Jetzt stehen sie zur Verfügung. Der Überzeugung steht nun auch der politische Wille zur Seite: durch die Minderheitenbeauftragte des Landes Renate Schnack und Staatssekretär Dirk Lossack im Kultusministerium. Abgesichert (und gefordert) ist der Erhalt der bedrohten Minderheitensprachen durch die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen vom 5. November 1992 und den Erlass des Kieler Bildungsministeriums vom 2. Oktober 2008.

Sowohl Charta als auch Erlass verpflichten die Schulen in Nordfriesland und auf Helgoland, die Eltern darüber zu informieren, dass sie eine Teilnahme ihrer Kinder am Friesischunterricht beantragen können. Im Erlass heißt es allerdings auch weiter, "dass der Unterricht angeboten werde, wenn die personellen Voraussetzungen vorhanden sind und eine Lerngruppe mit mindestens zwölf Schülern einreichtet werden kann."

Beide Schulleiter sind zuversichtlich, eine solche Lerngruppe bilden zu können, zumal zum Schuljahresbeginn an den beiden Niebüller Schulen zusammen etwa 250 Fünftklässler eingeschult werden. Für Schüler, die in der Grundschule Friesisch hatten oder aus einer Friesisch sprechenden Familie kommen, bedeutet das Unterrichtsangebot eine Fortführung der Sprachpraxis.

Das Unterrichtsangebot soll jedoch auch Quereinsteigern, die eine neue Sprache, erlernen wollen, offen stehen. Manfred Wissel sieht an der FPS keine Hindernisse für das zusätzliche Angebot, das freilich in einem "G 8-Status" kaum möglich wäre. Für Hans Ferdinand Sönnichsen tut sich gleichfalls keine Barriere auf.

Jetzt fehlen nur noch die Schüler, um das Fach Friesisch auch an einer weiterführenden Schule beheimaten zu können. Es könne einfach nicht sein, "dass nach Kindergarten und Grundschule nichts mehr ist", sagt Vahder. Die Schulleiter sind sich einig, dass es mit der Erhaltung der Muttersprache um ein Stück kultureller Identität geht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen