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Jahreshauptversammlung : Friesenverein arbeitet am Museum

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ein finanzielles Polster ermöglicht voraussichtlich die notwendigen Instandsetzungen. Die Stadt Niebüll bezuschusst die Dacherneuerung.

Der „Frasche Feriin for Naibel-Deesbel än trinambai“ von 1879 blickt auf ein zufriedenstellendes Jahr zurück. Das ging aus dem Jahresbericht hervor, den Vereinsvorsitzender Albert Panten der Jahreshauptversammlung im Vereinsheim des TSV Rotweiß erstattete. Zum Auftakt des Abends widmete die Versammlung verdienten Vereinsmitgliedern ein kurzes Gedenken. Ehrenvorsitzender Günther Jappsen, seine Frau Margot und der langjährige Schatzmeister Max Petersen waren erst vor kurzem verstorben.

2015 verlief für die Niebüll-Deezbüller Friesen in ruhigen Bahnen. Begonnen hatte es wie immer mit dem Biikebrennen „auf der Burg“, das mithilfe der Traditionsgemeinschaft FF Deezbüll ausgerichtet wird. Panten dankte für das Einsammeln der Tannenbäume, die zur Biik’ auf dem Dorfplatz aufgeschichtet werden und in Flammen aufgehen.

Der „Frasch Scheew“ besteht nach wie vor, trifft sich jetzt aber in privatem Rahmen mit 15 bis 20 Teilnehmern. Der Friesische Tisch hatte mehrere Auftritte in örtlichen Seniorenheimen und bei privaten Anlässen. Großen Anklang hatte das alljährliche Kinderfest am Museum, das durch die vielen kleinen Neubürger zum einem internationalen Kinderfest geworden ist. Es nahmen 110 Kinder und 250 Erwachsene teil. Verbunden war das Fest wieder mit einem „Tag der offenen Tür“ im Museum, in dem Museumswart Kalli Teske und sein Kollege Hans Thomsen im vergangenen Jahr 1200 Besucher zählten – 200 mehr als 2014.

Im Museum setzte eine Hamburger Restauratorin ihre Arbeit an verschiedenen Einrichtungsgegenständen fort. Die Stadt half dem Verein dabei finanziell. Es wurde eine Einbruchs- und Brandmeldeanlage eingebaut. Außerdem wurde der Archivraum neugestaltet. Den Frühjahrsputz besorgten Mitglieder des „Frasch Scheew“ und des Vorstands.

Nach aktuellem Stand zählt der Friesenverein 161 Mitglieder, darunter zehn Neuzugänge. Schatzmeister Heinz Hansen erstattete den Kassenbericht, nach dem den Einnahmen von 36  628 Euro Ausgaben von 32  441 Euro gegenüber standen. Die Stadt unterstützte den Verein mit Zuschüssen von 9638 Euro. Weitere 9566 Euro flossen aus der Verpachtung des Jannsen-Erbes in die Vereinskasse. Größter Ausgabeposten in Höhe von 11  170 Euro waren die Kosten für Restaurierung und Instandsetzungen.

Auf der hohen Kante verfügt der Verein über ein Polster in Höhe von 51  000 Euro, die auch nötig sind, weil in absehbarer Zeit eine Dacherneuerung am Museum ansteht. Für die Instandsetzungsrücklage erfreut sich der Verein jetzt einer Erhöhung des städtischen Zuschusses auf 6000 Euro jährlich. Bürgermeister Wilfried Bockholt nahm dafür einen Dank entgehen.

Für dieses Jahr bewegt sich der Vereinshaushalt in etwa im bisherigen Rahmen. Allerdings soll der Förderung der friesischen Sprache (Wunsch von Kurt Jannsen) mehr Gewicht gegeben werden. Bereits fest stehen die Termine für das Kinderfest und den Tag der offenen Tür am Museum (9. Juli) und die Adventfeier. Am 6. Juni ist ein Vortrag zum 450. Bestehen des Gotteskooges vorgesehen.

Bürgermeister Wilfried Bockholt sieht in der Pflege und Erhaltung des Friesischen Museums „eine große Aufgabe“ des Vereins, im Erbe des engagierten Friesen Kurt Jannsen, der dem Verein 26 Hektar Land vermachte, einen Glücksfall und mit Blick auf die vielen Nationalitäten in Niebüll ein gastliches Gemeinwesen. „Wir Niebüller sind nicht nur friesisch. Wir sind auch international.“

Den Frasche Een beendete Panten mit einer Reminiszenz an den Sylter Lehrer und Chronisten Christian Peter Hansen, bekannt als „C.P.Hansen“ (1803-1879). Panten zeigte Aquarelle und Zeichnungen aus der Feder Hansens mit Motiven der Insel, die er seit seiner Jugend erforschte und zu seinen Lebzeiten kannte wie kein anderer. Als der Sylter Chronist starb, schlug die Geburtsstunde des Niebüll-Deezbüller Friesenvereins.

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