Friesentreffen mit Tradition

Die Wiedingharder Trachtengruppe erfreute die Besucher mit traditionellen Tänzen.
Die Wiedingharder Trachtengruppe erfreute die Besucher mit traditionellen Tänzen.

Zum 57. Mal waren „De Fryslannen“ aus den Niederlanden zu Gast in Neukirchen: Auch diesmal wurde getanzt, gesungen und viel gelacht

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11. Mai 2015, 17:30 Uhr

Es ist schon eine gute Tradition, denn bereits zum 57. Mal seit 1958 ist eine 45 Personen starke Gruppe aus dem niederländischen Westfriesland (West-Lauwers) zu Gast beim Friesenverein der Wiedingharde. Dabei wohnen die Gäste in den vergangenen Jahren stets in einem Hotel in Süderlügum. Und schon bei der Ankunft dort gibt es ein festes Ritual. Denn zur Begrüßung erscheint dort die stellvertretende Vorsitzende der Wiedingharder Friesen Antje Neumann, die zuvor schon die Friesenfahne Gölj-Rüüdj-Ween (Gold-Rot-Blau) gehisst hatte. Noch bevor die niederländische Gruppe ins Hotel hinein geht, wird zunächst deren Westfriesen-Fahne daneben gehisst und zusammen das Friesenlied, eine friesische Hymne, gesungen.

Einer der Höhepunkte des Aufenthaltes in der Region war der gemeinsame Friesenabend im Landgasthof Fegetasch in Neukirchen. Hier wurden die Menschen aus den beiden friesischen Volksgruppen vom Vorsitzenden des Friesenvereins der Wiedingharde Peter Ewaldsen begrüßt. Sie ließen sich zunächst den Weißkohl-Pudding, ein original friesisches Gericht, schmecken. Der Vorsitzende des Vereins „De Fryslannen“ in den Niederlanden, Sikke Fokke Klaver, freute sich wieder hier zu sein und überreichte „Käs-Köppe“, wie er schmunzelnd anmerkte, an seine Gastgeber.

Diese hatten auch wieder ein buntes Programm für den Abend zusammengestellt, wo Tradition auf Moderne traf. Denn zunächst trat die Tanzgruppe „Move it up“ aus Niebüll auf, immerhin amtierender Weltmeister im Video-Clip-Dance auf. „Haltet eure Männer gut fest“, warnte Peter Ewaldsen zuvor scherzhaft, bevor die flotten jungen Damen in einer hervorragenden Choreographie ihre Show-Tänze gekonnt darboten. Besinnlicher, aber nicht weniger flott, ging es anschließend bei der Wiedingharder Trachtengruppe zu, in der auch zahlreiche Jugendliche mitwirken. Sie zeigten sehr zur Freude der Besucher einen bunten Querschnitt ihres reichhaltigen Tanz-Repertoires. „Wir sind stolz auf euch“, rief dann auch Peter Ewaldsen unter Beifall der Gäste aus.

Nach dem Motto „Musik kennt keine Grenzen“ animierte der dieses Mal personell arg dezimierte vereinseigene Friesische Singkreis der Wiedingharde alle tüchtig zum Mitsingen. Dazu war auch das westfriesische Liederbuch „Lieteboek fan de Fryslannen“ verteilt worden. Für eine gemeinsame nord- und westfriesische Akkordeonbegleitung sorgten Käthe Jürgensen und Fokje Dekinga Calsbeek. So wurden bekannten Melodien gemeinsam in zwei verschiedenen friesischen Dialekten gesungen.

Die jährliche Busfahrt der Fryslannen wird immer von einem vierköpfigen Team im Herbst zuvor vor Ort vorbereitet. Der stets gut gelaunte Busfahrer (sjauffeur) Doede Lanting, schon zum 26. Mal dabei, hatte wie immer eine Reisebroschüre (Reisboekje) mit Beschreibung und Fotos aller Stationen der Fahrt vom 9. bis zum 15. Mai verfasst. So starteten die Westfriesen auf der Anreise beim Heimatmuseum im ostfriesischen Leer. Weitere Stationen sind das Nolde-Museum, Eckernförde, Flensburg, das südliche Dänemark und Helgoland. Hierbei gehört stets ein gemeinsames tägliches Kaffeetrinken zum festen Programmablauf der Ausflugstrips.





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