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Nordfriesland Tageblatt

14. Dezember 2017 | 16:48 Uhr

Friesen-Musical kommt auf die Bühne

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Auf dem traditionellen Winterfest der Friisk Foriining sang die Band Frasch Musical-Floose erste Lieder des weltweit ersten Friesenmusicals

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2014 | 12:47 Uhr

Die Friisk Foriining, gerade erst 90 Lenze alt geworden, jedoch quicklebendig und jung geblieben, hatte auf ihrem traditionellen Wunterfäst (Winterfest) im Risumer Fraschlönj abermals jede Menge Neuigkeiten zu bieten. Doch es gab auch viel Althergebrachtes, auf das die Friesen nicht verzichten mochten. Dazu zählte vor allem das „Gräinküüljääsen“, das jeder Friese einmal im Jahr über sich ergehen lassen muss.

Doch der Reihe nach. Bahne Bahnsen, seit letztem März Vorsitzender der Foriining und Nachfolger des verdienstvollen Jörgen Jensen Hahn, hatte in der gewohnt vollen Hütte eine Reihe besonderer Gäste auf dem Zettel: die stellvertretende Kreispräsidentin Margarethe Ehler, Bürgermeister Hauke Christiansen, Sydslesvigsk Forening-Chef Jon Hardon (Westerland) und erstmals bei diesen Festen den Vorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen (Tingleff). Aus Australien war Maike Kruse gekommen, aus Norwegen Ingwer Nommensen, ferner Vorsitzende der benachbarten Friesenvereine und des Instituts sowie Oldie Alastair Walker, von dem ein Film gezeigt wurde.

Kein Fest ohne Programm, weil die muntere friesische Familie auch unterhalten sein wollte. Dafür sorgt seit Jahr und Tag Gary Funk, Kultur- und Jugendkonsulent der Foriining. Er arbeitet zurzeit am (wirklich) ersten friesischen Musical, das am 6. April (17 Uhr Stadthalle Niebüll) uraufgeführt wird. Es heißt „Di Widergunger“ und handelt von einer uralten Spukgestalt, die durch die Gegenwart geistert. Libretto und Musik kommen aus der Feder von Gary Funk, der auch Regie führt und auf dem Winterfest mit seiner Musical-Floose drei Lieder daraus präsentierte: „Et Lönj“ (Das Land), „Am Nåchtem“ (Nachts) und „E waile Wüset“ (Die Wehlenfrau). Man darf gespannt sein. Christiane Bodenhagen, Lehrerin in Bredstedt, ließ ihre Schülerinnen zwei Lieder vortragen – mit Bandbegleitung.

Neuigkeiten gab es auch aus der Politik. Inken Völpel-Krohn, die Vorsitzende des Nordfriisk Instituut, meldete in ihrem Grußwort, dass der Jahresetat des Instituts mit dem Abschluss eines Ziel- und Leistungsvertrages, seit 17 Jahren gefordert, bis zum Jahr 2017 gesichert ist. „Jetzt können wir mithilfe der AktivRegion auch unser Medienhaus realisieren“, erklärte sie und setzte noch einen drauf mit der Nachricht, dass die Uni Flensburg eine grenzüberschreitende Professur für Minderheitenfragen mit dem Schwerpunkt Friesisch ausgeschrieben hat. Sie dankte der Minderheitenbeauftragten Renate Schnack und fügte hinzu: „Vieles, was besser geworden ist, ist hier gewachsen.

Für den Neuen an der Spitze der Friisk Foriining war das erste Jahr seiner Amtszeit ebenso ereignis- wie erfolgreich. Für Bahne Bahnsen war das Vereinsjubiläum im Juni schon mal ein besonderes Erlebnis. Erfreut äußerte er sich darüber, dass das neue Schulgesetz Schülern in Nordfriesland das Recht zugesteht, Friesischunterricht zu erhalten und nordfriesische Geschichte zu erfahren. „Was seit dem 20. Januar 2014 in Tüten und Papier ist, muss jetzt nur noch in die Landesverfassung“, fügte Vereinsgeschäftsführer Manfred Nissen hinzu. Gemütlich, wie der Friesenabend begonnen hatte, klang er auch aus. Nur: Die vielen jungen Leute, die zum Winterfest gekommen waren, hatten es nicht eilig, so früh nach Hause zu kommen und ließen es noch fröhlich angehen.




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