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Friesen feiern bei einem gelungenen Winterfest ihre Sprache und Kultur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2017 | 13:49 Uhr

„Ich fühle mich wohl bei den Friesen.“ Diese Kompliment machte Renate Schnack, Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten, der Friisk Foriining auf deren „wunterfäst ma grainküüljääsen än doons“ im Risumer Fraschlönj. Gemeinsam mit Prof. Thomas Steensen vom Nordfriesland-Institut und Bürgermeister Hauke Christiansen war sie Gast des Kulturverbandes der friesischen Volksgruppe in Nordfriesland, die mit ihren Mitgliedern und Freunden eine fröhliche Winterfete feierte, in deren Fokus das Grünkohlessen steht.

Auf dem Winterfest wird kulturell immer etwas Besonderes geboten – und stets in bunter Palette. Vor dem Abendprogramm verrieten aber zunächst Vereinsvorsitzender Bahne Bahnsen und die Sektionschefin des Friesenrats Ilse Johanna Christiansen, was sie im vergangenen Jahr besonders bewegte und was in Zukunft anliegt. Besonderes Highlight war im November das 6. Europäische Minderheiten-Film-Festival in Husum unter dem Motto „Große Filme kleiner Völker“. Auf der Leinwand des Husumer Kino-Centers flimmerten Spielfilme in der Sprache der Völker mit übersetzten Untertiteln. SSF und Friesenrat unterstützten das von der Foriining organisierte Kinoevent. Die friesische Sprachpflege, angereichert mit viel Kreativität, war erneut Anliegen der Herbsthochschule in Jarplund.

In diesem Jahr macht Gary Funk mit seinem neuen Theaterstück eine Verbeugung vor dem Alter. Es heißt „Die Alten – die Guten“ und hat am 4. April Premiere in der Nordsee-Akademie Leck. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für das Fahrrad-Projekt „Tuhuupe luupe“. Es handelt sich um eine 537 Kilometer lange Radtour von Bredstedt über Büsum, Helgoland und Ostfriesland zum westfriesischen Leeuwarden, das 2018 europäische Kulturhauptstadt ist. Friesenrat und Foriining rechnen mit großer Beteiligung. Geplant ist ferner eine Wattwanderung, deren Start und Ziel noch bekannt gegeben werden.

Kultureller Höhepunkt des Winterfests waren die gesanglichen Darbietungen des ehemaligen Musicalstars Mahara Jacobsen, am Klavier begleitet von Constanze Vogel. Die Künstlerin sang querbeet durch eine Serie bekannter Musicals. Für „Don’t cry for me, Argentina“ wurde sie enthusiastisch mit Standing Ovations belohnt. Die Besucher trugen mit friesischen Liedern zur Gitarre von Thora Kahl zum Abendprogramm bei. Dr. Karin Haug stellte die Besucher mit kniffligen Fragen auf die Probe und generierte nach dem Motto „Wer weiß denn sowas?“ einiges Stirnrunzeln, als sie nach der Anzahl der Windkraftanlagen, Schafe und Jugendfeuerwehren in Nordfriesland fragte. Und auch wissen wollte, welcher Familienname im Kreis am häufigsten vertreten ist. Es war ein alles in allem lustiger Abend im Gasthof Fraschlönj, auf dem viel gesungen, Beifall geklatscht, gerätselt, nachgedacht und vor allem viel friesisch gesprochen wurde.

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