Neue Partner für Leck : Freundschaft und Herzenswärme

Fenna Jülich wirbt für Begegnungen.
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Fenna Jülich wirbt für Begegnungen.

Leck hat mit Skarszewy eine neue Partnergemeinde – der Gemeindepartnerschaftsverein wünscht sich viele Ideen für einen lebendigen Austausch.

shz.de von
15. Juli 2015, 05:00 Uhr

Seit kurzem hat Leck offiziell eine neue Partnergemeinde: Skarszewy in Polen, rund 40 Kilometer von Danzig entfernt. Fenna Jülich, Vorsitzende des Vereins Lecker Gemeindepartnerschaften, will jetzt gemeinsam mit möglichst vielen Bürgern, Vereinen und Verbänden die freundschaftliche Verbindung mit Leben füllen.

Nun ist es sozusagen amtlich. Der Partnerschaftsvertrag wurde mit viel Freude und Tamtam in Polen unterzeichnet. Die Freundschaft zwischen den Orten gibt es aber schon viel länger. Seit wann eigentlich?
Angefangen hat alles vor mehr als zehn Jahren. Eine Lehrerin aus Boleslawowo, das zur Gemeinde Skarszewy gehört, war in Leck zu Besuch und hat den damaligen Bürgermeister Heinz-Dieter Leipholz kennengelernt. Der suchte für Hilfstransporte in Lecks litauische Partnerstadt Birštonas eine Zwischenstation zur Übernachtung, die auf dem Gut von Alfred Portee gefunden wurde, der Landwirtschaftsschule in Boleslawowo. So sind die Verbindungen entstanden und Kontakte gewachsen. Später merkte man, dass auch in Skarszewy selbst Hilfe vonnöten war. Die Transportgruppe aus Leck hat angefangen, nicht nur Güter nach Birštonas zu bringen, sondern auch Transporte nach Boleslawowo.

Was wurde denn in der Gemeinde Skarszewy benötigt?

Vor allem Schulmöbel, Rollstühle, Krankenbetten, medizinische Geräte, eine Pumpe für die Feuerwehr und Kleidung.


Und aus diesen Transporten hat sich eine Freundschaft entwickelt?

Eine gewachsene Freundschaft mit vielen Begegnungen und gegenseitigen Besuchen, bei denen die Teilnehmer privat untergebracht wurden. Finanziert haben wir diese Begegnungen durch eine Art Beitrag, den wir damals schon bezahlt haben, obwohl wir noch kein Verein waren. Außerdem haben wir auf dem Lecker Weihnachtsmarkt einen Stand gehabt, Sylvia Gregersen und ich haben die Veranstaltungen „Weiberkram“ und eine Gesundheitsmesse organisiert und mit den Einnahmen daraus in einen Jugendaustausch investiert, der im vergangenen Jahr stattgefunden hat. Zehn Jugendliche waren zu Besuch, die wir in der Heuherberge Hedwigsruh untergebracht haben. Wir wollten zeigen, dass viel möglich ist, wenn man sich engagiert.

Gibt es auch Hilfe von offizieller Seite?

Wir werden von der Lecker Gemeindevertretung unterstützt, die für dieses Jahr auch eine Förderung von 3000 Euro für den Verein zur Verfügung gestellt hat. Und auch Skarszewys neu gewählter Bürgermeister Jacek Pauli scheint dem Austausch sehr positiv gegenüber zu stehen.


Polnisch? Deutsch? Wie läuft denn eigentlich die Verständigung?

Sehr gut mit Dolmetschern und ansonsten mit Händen, Füßen und viel Lächeln.


Engagement scheint folglich reichlich da zu sein. Also blicken wir doch einmal in die Zukunft: Wie soll die Partnerschaft weiter mit Leben gefüllt werden?

Es soll einen Schüleraustausch geben. Und es kommen zwei Schüler der Landwirtschaftsschule in Boweslawowo und werden im Raum Süderlügum vier Wochen auf einem Hof untergebracht. Im August kommen zwei Jugendliche nach Leck und nehmen am Sommerkursus der Nordsee Akademie teil, leider hat sich niemand aus Birštonas angemeldet. Im September besucht zudem eine offizielle Delegation, darunter eine Folklore-Gruppe, aus Skarszewy die Gemeinde Leck und wird auch am Bürgerfest teilnehmen. Und, ganz wichtig: Jeder der sich einbringen möchte und Ideen hat, ist willkommen.

Sie wollen die Bürger also anregen, die Partnerschaft auch mit Leben zu füllen. Was wünscht sich der Verein denn konkret von den Leckern?
Wünschenswert wären Begegnungen auf allen Ebenen. Das können einzelne Bürger sein, aber gern auch Vereine und Verbände. Kultur, Kulinarisches, Sport – es gibt so viele Möglichkeiten, wo man sich austauschen und verbinden kann. Auch die Vermittlung von Praktikumsplätzen wären denkbar. Es sind buchstäblich keine Grenzen gesetzt. Der Verein versucht, den Austausch auch finanziell mit kleinen Beiträgen zu unterstützen. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Partnergemeinde Birštonas. Spenden sind natürlich auch immer willkommen, egal, wie klein der Betrag ist, um die Partnerschaften am Leben zu erhalten.

Machen Sie doch mal Werbung für Ihr Projekt. Was gewinnen denn diejenigen, die sich im Austausch mit den Partnergemeinden engagieren?
Freunde, Freude und Einblicke in eine andere Kultur, von der man sicher auch etwas übernehmen kann. Von der polnischen Gastfreundschaft zum Beispiel können wir uns mehrere Scheiben abschneiden.

Und was erwartet die Besucher in Skarszewy und Umgebung noch außer große Gastfreundschaft?

Viel Wald, viele Seen, viel unberührte Natur, es ist dort nicht so dicht besiedelt. Danzig, die Ostsee, die Marienburg – alles liegt im Umkreis von 50 Kilometern und ist wirklich einen Besuch wert. Aber noch wichtiger als die Sehenswürdigkeiten sind die Begegnungen mit den Menschen. Ich habe im Kontakt mit der Gemeinde Skarszewy noch nicht einem unfreundlichen Menschen getroffen. Für mich ist es wichtig, zu betonen, dass die Begegnungen mit den Menschen in unseren Partnergemeinden von Freundschaft und Herzenswärme durchzogen ist.


Kontakt zum Verein Lecker Gemeindepartnerschaften: Telefon 0160/1886325 oder per E-Mail an fenna58@gmx.de.

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