Namensgebung : Freie Bahn für die „Nato-Straße“

Dieser Weg soll in „Nato-Straße“ umbenannt werden.
Dieser Weg soll in „Nato-Straße“ umbenannt werden.

Nach Irritation bei Einsatz: Weg zwischen Klixbüll und Tinningstedt wird umbenannt.

shz.de von
24. August 2018, 15:42 Uhr

Mühlenweg, Tinningstedter Weg, Heuweg, Grüner Weg, Nato-Straße: Für die Straße, die von der B 199 in Klixbüll nach Tinningstedt führt, gibt es keine einheitliche Bezeichnung. Zudem gab es kürzlich Irritationen bei einem Notfalleinsatz: Auf der Suche nach einem Einsatzort sei es zu einem Missverständnis gekommen, wie Klixbülls Bürgermeister Werner Schweizer in der Sitzung der Gemeindevertretung am Mittwoch mitteilte.

Denn: Die Meldung für den Rettungswagen lautete „Einmündung des Mühlenweges von der Tinningstedter Straße“. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten, die offizielle „Tinningstedter Straße“ abgehend von der B 5 und die Straße von der B 199 Richtung Tinningstedt. Um künftig Missverständnisse zu vermeiden, lautete der Beschlussvorschlag, die Straße umzubennen.

Der Online-Kartendienst Goople Maps nennt die Straße, die von der B 199 abzweigt und keine direkten Anlieger hat, zunächst „Mühlenweg“, der dann in Tinningstedt als „Heuweg“ die Straße „Süderfeld“ kreuzt und in den Stavensweg mündet. Ein Weg, viele Meinungen: „Jeder in Klixbüll kennt diese Straße als Nato-Straße“, war Bürgermeister Schweizer überzeugt. Die Straße sei seinerzeit für militärische Zwecke ausgebaut worden, erinnere an die Zeit des Kalten Krieges; im Zuge der Idee eines historischen Wanderweges biete sich „Nato-Straße“ geradezu an, um den geschichtliche Bezug kenntlich zu machen. „Ich habe die Bezeichnung Nato-Straße noch nie gehört, ich kenne das als Tinningstedter Weg“, sagte hingegen Uwe Brodersen-Lutz. Gemeindearbeiter Maik Nielsen ergänzte: „Ich habe auch schon mehrmals die Bezeichnung Grüner Weg gehört.“

Die Anregung, die Bevölkerung an der Namensgebung zu beteiligen, wurde wieder verworfen – mit den Tinningstedtern sei bereits abgesprochen worden, dass die Straße auch auf Tinningstedter Gemeindegebiet den Namen „Nato-Straße“ erhalten solle, so Bürgermeister Schweizer. Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen votierte die Mehrheit der Klixbüller Gemeindevertreter für die Umbenennung in „Nato-Straße“, nicht ohne den trockenen Kommentar von Uwe Brodersen-Lutz: „Seid ihr sicher, dass wir da nicht die Nato um Erlaubnis fragen müssen?“

Am Donnerstag befassten sich dann auch der Tinningstedter Gemeinderat mit dem Thema unter dem Tagesordnungpunkt „Anfragen und Mitteilungen“. Nach kurzer Diskussion („Was? Mein Heuweg soll Nato-Straße heißen?“) und der Information des Bürgermeisters Dirk Enewaldsen, dass die Bezeichnung Heuweg nur in alten Flurkarten auftauche und kein offizieller Name sei, gaben die Tinningstedter ihr Okay: „Damit in Notfällen künftig Eindeutigkeit herrscht.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen