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Ausstellung in Niebüll : Frauenpower der besonderen Art

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Grafiken, Skizzen, Studienblätter und Gemälde der Künstlerin Holle Schauder sind im Amt Südtondern ausgestellt. Die Vernissage war gut besucht.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2015 | 12:00 Uhr

Volles Haus im Amt Südtondern am Donnerstagabend: Die Niebüller Künstlerin Holle Schauder hatte zur Vernissage ihrer Jubiläumsausstellung geladen. Zu sehen sind Grafiken, Skizzen, Studienblätter und Gemälde in Acrylfarben. Zur Begrüßung ergriff Südtonderns Amtsvorsteher Peter Ewaldsen das Wort. „Die Vielfalt der Arbeiten ist beträchtlich, ich habe mir alle angeschaut. Aus meiner Sicht taucht Holle Schauder in den Kunstwerken immer wieder persönlich auf: Aus den Bildern spricht sie. Wir wollen kein Kunsttempel sein, doch freut es uns sehr, dass immer mehr Besucher in die Amtsräume strömen.“

Viel Lob gab es also bereits vorab, viel Anerkennung aber auch durch die fulminante Rede von Dr. Karin Tuxhorn. Die vielfach engagierte Kulturschaffende verwies auf die Wurzeln der Künstlerin: „Väterlicherseits war der Urgroßvater Gustav Friedrich Papperitz, ein berühmter Landschaftsmaler, mütterlicherseits waren Karl und Gerhard von Kügelgen als Landschaftsmaler und kaiserlich-russischer Hofmaler bzw. als Portraitmaler und Professor der königlich-sächsischen Akademie der Künste zu Dresden bekannte Größen. Wen wundert es nun noch, dass mit diesen Genen die Malerei die große Thematik im Leben von Holle Schauder wurde.“

Die Geisteswissenschaftlerin und Verlegerin Tuxhorn erläuterte auf spannend-unterhaltsame Weise, wie sich Schauders Weg zur Kunst über 50 Jahre Malerei vollzog. „In der Serie ,Mein Nordfriesland‘ sehen Sie eine exklusive und fein-strukturierte Maltechnik, realistisch und minutiös detailliert genau. Bei den Porträts aus der Lübecker Zeit werden Sie vorsichtige Federführung feststellen. Diese Bilder haben noch nicht den Schwung und die Energie, die in den späteren Werken auftauchen werden.“

Holle Schauders Kunst stehe für Rasanz, Energie und Leidenschaft, so die Laudatorin. „Sie will Farbe riechen, fühlen, schmecken und hören. Wenn sie malt, kann man es hören, denn die Rohrfeder schrubbt über das Papier! Auch alle anderen Werke, ob nun Aquarelle oder Acryl, entstehen mit Schwung, mit unglaublichem Tempo und ohne langes Zaudern und Zögern. Frau Schauder arbeitet prompt und mit enormer Energie, für Ölfarbe – so sagt sie selbst – ist sie zu ungeduldig“, stellte Dr. Karin Tuxhorn schmunzelnd fest.

Über den Weg der experimentellen Malerei fand Holle Schauder zur Aktmalerei und figürlichem Zeichnen. „Ich kann mir gut vorstellen, wie sie im Kreise ihrer Malerkolleginnen mit dem ganzen Körper malt, Schwünge, Farben und Formen der ,wilden Frauen‘ aus ihr heraus ins Bild fließen lässt“, erklärte die Laudatorin. „Geballte Frauenpower mit Energiefeldern der besonderen Art – so beschrieb Holle Schauer selber diese Momente.“

Dr. Karin Tuxhorn bekam für ihre Worte viel Beifall. Holle Schauder dankte anschließend ausführlich der Rednerin, dem Hausherrn und den Helfern vom Amt Südtondern. Die Künstlerin machte es danach kurz, bevor sie die Besucher durch die 100-Bilder-Schau führte: „Wenn ich diese Ausstellung sehe, dann bin ich glücklich. Es ist wie ein Erntedankfest, ich ernte meine eigenen Bilder.“



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