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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 15:31 Uhr

Frauenpower bei 80 Grad Celsius

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Teilnehmerinnen des Unternehmerinnen-Netzwerkes Südtondern lernten die Zeremonie einer Schwitzhütte kennen

von
erstellt am 24.Nov.2014 | 14:36 Uhr

„Ach, ich dachte, eine Schwitzhütte ist aus Holz“ – Sätze wie dieser waren von den Unternehmerinnen beim Anblick eines kargen Weidengeflechtes vermehrt zu hören, das Heilpraktikerin Petra Wiese als Schwitzhütte vorstellte. Um sich und die Angebote der anderen Teilnehmerinnen des Unternehmerinnen-Netzwerkes Südtondern (UNS) kennenzulernen, treffen sich die Frauen reih um bei den Unternehmerinnen aus der Region. Jüngst hatte Heilpraktikerin Petra Wiese dazu eingeladen, die Zeremonie der Schwitzhütte auszuprobieren, die von indigenen Völker Nordamerikas bis in unsere Zeit hinein bewahrt wurde und seit jeher der zeremoniellen Erneuerung und Heilung dient.

Nach einer kurzen Erläuterung packten alle Unternehmerinnen gemeinsam mit an, befreiten zunächst den Boden unter der Hütte von Blättern, legten dann Teppiche und Wolldecken auf dem Boden aus – kreisförmig um die Feuerstelle in der Mitte herum. Auch das Weidengeflecht wurde mit Decken und zum Schluss einer Folie wind- und wasserdicht verschlossen. Auf einer nahegelegenen Feuerstelle wurden Steine auf großen Holzpfosten aufgeschichtet, die später, wenn sie vollends erwärmt waren, ins Innere der Hütte gebracht werden sollten.

Während der zwei Stunden, die die Steine auf dem Feuer brauchten, um zum Glühen zu gelangen, konnten die Unternehmerinnen im Entspannungsraum des Reetdachhauses ausruhen und plaudern und erfuhren von Petra Wiese weitere Details über die Zeremonie der Schwitzhütte: „Symbolisch kehren wir durch die Schwitzhütte in den Bauch der Mutter Erde zurück und erleben durch die zeremoniell gerufenen Kräfte Loslassen, Reinigung, Transformation und Neuschöpfung. Die Schwitzhütte fördert unsere Rückverbindung mit der Erde, die uns trägt, nährt und willkommen heißt.“ Wem das zu spirituell sei, der könne auch eine ganz sachliche Sichtweise auf dieses Ereignis nehmen, das sei vollkommen in Ordnung, fügte die Heilpraktikerin an.

Dann war der spannende Moment gekommen, als die Schwitzhütte betreten werden konnte und die Unternehmerinnen sich im Kreis um die in der Mitte liegenden Feuermulde versammelten. Eine Feuerfrau hatte die Aufgabe übernommen, das Feuer in Schach zu halten und die glühenden Steine nach und nach mit einer Forke in die Mulde der Hütte zu befördern. Diese erhellten das Innere zunächst mit einem feinen orangenfarbenen Licht und entlockten den Teilnehmerinnen durchweg Begeisterungsrufe. Zwar ging bereits von den Steinen eine große Wärme aus, richtig heiß wurde es aber erst, als Petra Wiese Wasser in einer Schöpfkelle über die Steine goss. Anschließend herrschte komplette Dunkelheit in der Hütte, und die Teilnehmerinnen wurden dazu eingeladen, Betrachtungen auf sich und ihr Leben vorzunehmen. Dank der Dunkelheit fiel den Unternehmerinnen, die sich zum Teil noch völlig fremd waren, das Reden leichter, als es im Hellen der Fall gewesen wäre und sicher auch aufgrund des Versprechens, alles, was innerhalb dieses Kreises gesagt werden würde, auch innerhalb dieses Kreises zu lassen.

Am Ende eines aufregenden Tages waren sich die Frauen einig, dass die Schwitzhütten-Zeremonie für alle ein besonderes Abenteuer war, das große Begeisterung hervorgerufen hat und beim gemeinsamen Essen, das zum Abschluss des Tages stattfand, noch für viel Gesprächsstoff sorgte.


Infos zum Unternehmerinnen Netzwerk Südtondern gibt im Internet unter http://unternehmerinnen-suedtondern.de oder unter 04662/778 9770.

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